Das SID-Kalenderblatt am 6. Oktober: Ullrich wird Weltmeister im Einzelzeitfahren

Das SID-Kalenderblatt am 6. Oktober: Ullrich wird Weltmeister im
Einzelzeitfahren
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Das SID-Kalenderblatt am 6. Oktober: Ullrich wird Weltmeister im Einzelzeitfahren

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Als Jan Ullrich um 17.37 Uhr in Treviso ins Ziel sprintete und sich das Regenbogentrikot sicherte, war seine Saison endgültig gerettet.

Köln (SID) - Einem missratenen Frühjahr, das den Tour-de-France-Sieger von 1997 durch einen Sturz bei der Deutschland-Tour die Teilnahme an der Großen Schleife gekostet hatte, folgten der Triumph bei der Vuelta und das erste WM-Gold im Zeitfahren.

An diesem 6. Oktober war Ullrich ein strahlender Radsportheld, der Dopingschatten, der sich über seine Karriere legen sollte, war noch lange nicht sichtbar. Dass im gleichen Jahr ein gewisser Lance Armstrong nach überstandener Krebserkrankung zum ersten Mal als Toursieger über die Champs-Elysees in Paris rollte, erweckte weniger Argwohn als Bewunderung. Die wurde auch Ullrich zuteil.

"Ich habe eine sehr gute Form aus der Vuelta mitgebracht und bin sehr glücklich, dass ich gegen die Zeitfahr-Spezialisten gewonnen habe", sagte der damals 25-Jährige nach dem 50,2 km langen Rennen gegen die Uhr. Ullrich war 14 Sekunden schneller als der Zweite Michael Andersson aus Schweden und lag 59 Sekunden vor Stunden-Weltrekordler Chris Boardman aus Großbritannien.

Die Begeisterung um Ullrich hatte in den Straßen von Treviso bereits vor dem Rennen keine Grenzen gekannt. "Ein Rummel wie bei der Tour", sagte Telekom-Teamsprecher Matthias Schumann. Doch Ullrich wurde dem Rummel gerecht und verwöhnte seine erwartungsvollen Fans. Und das, obwohl er im Gegensatz zu vielen anderen Kontrahenten auf einen aerodynamischen Helm verzichtete. Zudem fuhr er auf einem Spezialrad, das er auch bei seinem Vuelta-Sieg benutzt hatte.

Elf Tage zuvor hatte Ullrich das letzte Vuelta-Zeitfahren mit großem Abstand für sich entschieden und war damit endgültig zum WM-Favoriten aufgestiegen - dieser Favoritenrolle wurde er an diesem angenehm warmen Tag in Treviso gerecht. 2001 sollte er das Regenbogentrikot im Kampf gegen die Uhr in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon erneut gewinnen, die WM-Krone im Straßenrennen blieb ihm hingegen bis zum Karriereende verwehrt.

Quelle: 2020 Sport-Informations-Dienst, Köln
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