Jetzt wird es wild – Ape-Nachfolger mit 204 PS
Piaggio stellt den neuen Porter mit Elektroantrieb vor. Der hat mehr Leistung als drei Fiat Panda zusammen. Das klingt nach Spaß.
Die kultige Ape, das legendäre Lastendreirad, ist inzwischen selbst im Heimatland Italien Geschichte, die Produktion nach Indien verlegt und der Verkauf in Europa beendet. Der Ape-Hersteller Piaggio, in Italien ein ähnliches Nationalheiligtum wie Fiat, hat allerdings in den fast 80 Jahren Ape-Produktion definitiv gelernt, wie man kleine Transporter baut. Solche, die auch in den engsten Gassen toskanischer Bergdörfer durchwuseln und ihren Charme aus der Zweckmäßigkeit beziehen.
Jetzt auch elektrisch
Im Ergebnis baut Piaggio bereits seit 1992 den Porter, der aus einer Kooperation mit Daihatsu hervorging. Für das Modelljahr 2025 hatte Piaggio eine umfangreiche Überarbeitung des Porter durchgeführt, bei der auch moderne Assistenzsysteme Einzug hielten, ohne die in der EU nichts mehr läuft. Die Motorisierung mit einem 1,5-Liter-Benziner (106 PS) ist für Piaggio-Verhältnisse bereits recht üppig. Doch mit dem jetzt als Serienversion präsentierten Ape NPE Elektro-Transporter wird es leistungsmäßig richtig wild.
Mit maximal 150 kW, umgerechnet 204 PS, traktiert der Elektromotor die Hinterräder – mehr, als drei Fiat Panda mit dem aktuellen 1.0 GSE-Hybridmotor leisten. Auch das Drehmoment ist für diese Fahrzeugkategorie außerordentlich, maximal 342 Newtonmeter liefert die in der Hinterachse integrierte "Electric Drive Unit" (EDU) ab. Die Dauerleistung liegt bei 60 kW, das entspricht rund 82 PS.
Theoretisch kann man sich damit recht lustige Drifts und Donuts vorstellen, erst recht bei leerer Ladefläche, allerdings unterbindet Piaggio solche unzüchtigen Gedanken mit dem sanftmütig abgestimmten Fahrpedal und einer elektronischen Traktionskontrolle. Beschleunigungswerte werden nicht genannt, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 km/h gedrosselt. Das reicht immerhin für die rechte Spur auf der Autostrada, wohin man sich mit einer Ape besser nicht verirrt.
Integrierter E-Antrieb
Bei der EDU handelt es sich um ein integriertes System, bei dem die E-Maschine, der Wechselrichter und das Getriebe in einem gemeinsamen Gehäuse zusammengefasst sind. Als Batterie dient ein Lithium-Eisenphosphat-Akku mit 42 kWh, der laut Piaggio im WLTP-Stadtzyklus eine Reichweite von 250 Kilometern erlauben soll. Nachgeladen wird wahlweise mit maximal 11 kW an der Wechselstrom-Ladesäule oder 50 kW am Schnelllader.
Trotz seiner ultrakompakten Abmessungen, der Porter ist nur 1,6 Meter breit, kann der E-Pritschenwagen ordentlich einpacken, über eine Tonne Nutzlast bietet das Fahrgestell. Und Komfortverzicht wie bei der seligen Ape ist nicht mehr nötig, neben den modernen Assistenzsystemen (unter anderem Notbremsassistent, Tempobegrenzer, Spurhalteassistent, Reifendrucküberwachung sowie ESP) hat der Porter NPE dank der Elektro-Basis auch eine Stand-Klimatisierung zu bieten.
Porter NPE Preis
Allerdings ist der 204-PS-Minitruck leider kein Schnäppchen mehr. Piaggio selbst nennt zwar keine Preise, einzelne Händler weisen den neuen Porter NPE aber bereits aus – ab rund 40.000 Euro. Plus Mehrwertsteuer. Das ist dann auch ein bisschen mehr, als man von der Ape gewohnt war.
