Alonso fährt Renault R.S.20: „Noch Raum für Verbesserung“

Alonso fährt Renault R.S.20: „Noch Raum für Verbesserung“
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Alonso fährt Renault R.S.20: „Noch Raum für Verbesserung“

© Renault

Fernando Alonso ist zurück im Formel-1-Auto. In Barcelona durfte der Spanier am Dienstag (13.10.) einen sogenannten Filmtag abspulen. Der zweifache Champion gab anschließend zu, dass er erst noch den Rost der Pause abschütteln muss.

Nach dem Saisonfinale 2018 in Abu Dhabi hatte sich Fernando Alonso von der Formel 1 verabschiedet. In diesem Jahr standen außer der Rallye Dakar im Januar und dem Indy 500 im August eigentlich gar keine Motorsport-Aktivitäten auf dem Programm. Erst der überraschende Wechsel von Daniel Ricciardo zu McLaren brachte Alonso bei Renault wieder ins Spiel.

Um den 39-Jährigen rechtzeitig auf das Comeback in der kommenden Saison vorzubereiten, ließ Teamchef Cyril Abiteboul zwei Tage nach dem Nürburgring-Rennen kurzerhand die Grand-Prix-Strecke in Barcelona für einen sogenannten Filmtag mieten. Dieser sollte Alonso die Möglichkeit geben, sich erstmals mit dem aktuellen Einsatzauto vertraut zu machen.

Die Sache hatte allerdings zwei Haken: Dem Reglement entsprechend gilt für Testtage eine Begrenzung der Fahrleistung auf lediglich 100 Kilometer. Zudem entsprechend die verwendeten Reifen nicht dem Produkt, das Pirelli bei den Rennen an die Strecke bringt. So wollen die Regelhüter verhindern, dass Filmtage für ausgiebige Tests genutzt werden.

Erster Appetithappen für Alonso

Alonso war es egal. Der Weltmeister von 2005 und 2006 freute sich schon darüber, endlich wieder aktiv ins Geschehen eingreifen zu können: "Das war ein toller Tag heute hier in Barcelona", strahlte der Routinier. "Ich hatte zwar nur 100 Kilometer, aber die waren ganz besonders für mich. Es war ein tolles Gefühl, wieder in einem F1-Auto zu sitzen, den R.S.20 mit meinen eigenen Händen zu spüren, und mit dem Team zu arbeiten."

Nach den Ausflügen zur Dakar und in die IndyCar-Serie musste sich der Iberer erstmal wieder in einem F1-Renner eingrooven. "Das Auto fühlt sich gut an. Aber momentan fährt es noch schneller als ich. Da konnte ich den vollen Speed noch gar nicht rausholen", gab Alonso zu.

Er habe versucht, sich Runde für Runde zu steigern und den Ingenieuren Feedback zu geben. "Aber es war nicht so einfach. Man verpasst schon mal einen Bremspunkt, weil man vergessen hat, wie schnell man an den Kurven ankommt. Ich musste mich auch erstmal wieder an die Bremsleistung oder die Kurvengeschwindigkeiten gewöhnen. Mit 18 Jahren Erfahrung sollte das aber nicht so lange dauern."

Tücken eines Filmtags

Erschwert wurde die Eingewöhnungszeit auch von dem speziellen Programm eines Filmtags. Statt konstante Runs zu absolvieren, musste Alonso seinen Rennwagen immer wieder nach Regieanweisung für die Kameras positionieren. Renault ließ zudem einige Drohnen aufsteigen, denen der Pilot nicht einfach davonrasen durfte.

Trotzdem bekam Alonso immerhin ein erstes Gefühl vom aktuellen R.S.20, auf dem sein Dienstwagen im kommenden Jahr basieren wird. Das Fazit fiel einigermaßen positiv aus: "Man kann spüren, welches Potenzial in dem Auto steckt. Aber ich denke, dass es auch noch Raum für Verbesserungen gibt."

Alonso musste allerdings einräumen, dass er selbst noch nicht bei 100 Prozent ist: "Vor allem am Oberkörper und am Nacken muss ich in den nächsten Monaten noch arbeiten. Nach den 100 Kilometern heute fühlt es sich eigentlich ganz gut an. Mal schauen, ob das morgen auch noch so ist."

Lange Liste zur Vorbereitung

Noch steht nicht fest, wann die Saison 2021 starten wird und wann Alonso endlich Grand Prix Nummer 313 in Angriff nehmen kann. Die Liste für die Vorbereitungen zum Comeback ist lang: "Wir müssen vor allem noch an der Position im Auto arbeiten, am Sitz, an den Pedalen und am Lenkrad", erklärt der Rückkehrer.

"Dann gilt es natürlich auch, eine gute Beziehung zu den Ingenieuren aufzubauen. Man muss sich am Ende praktisch ohne Worte verstehen. Das wird etwas Zeit dauern. Aber wir haben ja noch den ganzen Winter."

Er habe in der Pause alle Rennen live am Fernseher verfolgt. Um Alonso so schnell wie möglich mit den Abläufen im Team vertraut zu machen, gab es zuletzt auch noch zusätzliches technisches Equipment von neuen, alten Arbeitgeber.

"Das Team hat mir einen neuen Computer zur Verfügung gestellt. Damit kann ich gleichzeitig noch die Onboard-Aufnahmen von Esteban und Daniel anschauen und in den Funkverkehr reinhören", verrät Alonso. "Außerdem bin ich virtuell bei den ganzen Strategie-Meetings und den Briefings dabei. Ich weiß also, was da bei den Rennwochenenden abgeht."

Alonso rechnet weiter mit Rückstand

Trotz des ersten Podiums durch Ricciardo am Nürburgring und einer ansteigenden Formkurve warnt Alonso vor verfrühter Euphorie. "Wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Die Regeln bleiben bis 2022 einigermaßen stabil. Der Rückstand der Mittelfeld-Teams auf die Spitze wird also in der nächsten Saison bestehen bleiben."

In seinen zweiten Frühling will Alonso übrigens mit einem neuen Helmdesign starten: "Mein Helm wird nächste Saison ganz anders aussehen. Ich möchte zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zu viel verraten. Nur so viel: Die Fans sollten sich mal die Helme anschauen, die ich vor 14 oder 15 Jahren getragen habe. Die waren die Inspiration für das neue Design."

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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