Porsche 917/10 Prototyp unterm Hammer

RM Sotheby’s versteigert im Februar in Paris eine Rennlegende.
Es handelt sich um den ersten gebauten 917/10 Can-Am-Spyder von
Porsche.
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RM Sotheby’s versteigert im Februar in Paris eine Rennlegende. Es handelt sich um den ersten gebauten 917/10 Can-Am-Spyder von Porsche.

© RM Sotheby's
24.01.2017 - 14:00 Uhr von Andreas Haupt

RM Sotheby’s versteigert im Februar in Paris eine Rennlegende. Es handelt sich um den ersten gebauten 917/10 Can-Am-Spyder von Porsche. Der 917/10 Prototyp hat ein Estimate zwischen 4,6 und 5,5 Millionen US-Dollar.

Der Porsche 917 gilt als das Rennauto des 20. Jahrhunderts. Porsche errang damit 1970 seinen ersten Sieg beim 24h-Rennen von Le Mans. Ein Jahr später erfolgte die Titelverteidigung. In seinen unterschiedlichen Ausprägungen hat es der 917 auch in andere Rennserien geschafft – und auch dort Geschichte geschrieben. Zum Beispiel in der Can Am Serie (Canadian-American Challenge Series).

Porsche 917/10 Prototyp mit Zwölfzylinder-Boxer

Ab 1972 übernahm Porsche in der wohl durchgeknalltesten Serie aller Zeiten das Zepter und übertrumpfte McLaren. George Follmer gewann den Meistertitel auf dem Porsche 917/10, Mark Donohue 1973 im 917/30 – ein Rennwagen mit aufgeladenem 5,4-Liter-Zwölfzylinder, der 1.130 PS bändigte und fast 1.100 Nm auf die Antriebswellen losließ. Auf dem Prüfstand leistete der Zwölfzylinder sogar über 1.500 PS.

Das Monster-Triebwerk steckt jedoch nicht im Porsche 917/10 Prototyp, den RM Sotheby’s im Februar auf einer Auktion in Paris versteigert. Seit drei Jahren schlägt in dem Rennwagen ein luftgekühlter Fünfliter-Sauger mit zwölf Zylindern in Boxeranordnung, über 600 PS und Bosch-Benzineinspritzung. Das Aggregat ist an ein Fünfganggetriebe gekoppelt. Das Estimate für den Porsche 917/10 Prototyp: zwischen 4,6 und 5,5 Millionen US-Dollar. Das angebotene Rennauto ist der erste 917/10 Can-Am-Spyder überhaupt von Porsche. Und es wird vom ersten von nur insgesamt 13 gebauten Chassis getragen.

Der Prototyp diente, wie der Name schon sagt, Porsche vor allem als Testfahrzeug. 1971 stellte er sich in den Windkanal, später folgte ein 16 monatiges Testprogramm in Weissach, Hockenheim und auf dem Nürburgring. Am Steuer saßen unter anderem Mark Donohue, der Schweizer Formel 1- und Sportwagen-Pilot Jo Siffert und Willi Kauhsen – Rennfahrer und Teambesitzer.

Zwei Rennsitze im Porsche 917/10 Prototyp

Porsche hievte unterschiedliche Motoren (4,5-Liter-Turbo, 5-Liter-Sauger, 5-Liter-Turbo) in den 917/10 und testete fünf unterschiedliche Aerodynamikkonfigurationen. Im Oktober 1972 kaufte Kauhsen den Testträger und schickte ihn zu unterschiedlichen Rennen. Zum Beispiel bestritt Emerson Fittipaldi 1974 mit Chassis-Nummer 917/10-001 das 300-Kilometer-Rennen am Nürburgring. Am Ende des Jahres wurde der Renner eingelagert. Bis 1997.

Nach einer aufwendigen Restauration trat der Porsche 917/10 Prototyp bei mehreren Veranstaltungen und Autoshows auf. Und er wechselte zweimal den Besitzer. Heute trägt der Spyder auf seiner Außenhaut einige Klebestreifen, als ob er gerade ein Langstreckenrennen hinter sich hätte. Authentisch. Im Rennwagen sind zwei Rennsitze verbaut – so wie es in der Can Am damals Vorschrift war. Eine der wenigen Regeln der Kultserie.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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