Auktion: Legenden-Renner für Rekordpreis

Auktion Mercedes SLR McLaren Stirling Moss: 1,4 Millionen Euro
reichen nicht
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Auktion Mercedes SLR McLaren Stirling Moss: 1,4 Millionen Euro reichen nicht

© Stephan Bauer ©2020 Courtesy of RM Sotheby's

Mercedes und McLaren bauten nur 75 Exemplare des Stirling Moss, der damit der seltenste SLR-Ableger ist. RM Sotheby's wollte einen versteigern – leider erfolglos.

Der 12. April 2020 war ein trauriger Tag für den Motorsport: An diesem Datum verstarb Sir Stirling Moss im Alter von 90 Jahren. Der Brite wurde zwar nie Weltmeister, aber er verbrachte einige andere Heldentaten. Die wohl größte von ihnen am Steuer eines Mercedes: 1955 gewann er die Mille Miglia in einer Zeit von 10:07,48 Stunden, womit ihm der Rekordschnitt von 157,651 km/h gelang. In der Motorsport-Geschichte der Silbernen bedeutet der Triumph so viel, dass Mercedes zu Ehren der Rekordfahrt und seines legendären Werkspiloten gleich zwei Sonderversionen seines an sich schon exklusiven Supersportlers SLR McLaren auflegte: den SLR 722 und den Stirling Moss.

Schätzpreis 1,9 bis 2,2 Millionen Euro

Letzterer ist der Seltenere: Während vom 722 insgesamt 321 Autos gebaut wurden (je 150 Coupés und Roadster sowie 21 GT-Rennwagen), produzierten Mercedes-AMG und McLaren nur 75 Exemplare des Stirling Moss. Insofern ist die seit 2009 erfolgte Wertsteigerung jenes Autos, das von RM Sotheby's im Internet versteigert werden sollte, einigermaßen überschaubar: 892.500 Euro kostete der Stirling Moss seinerzeit als Neuwagen, bei 1,4 Millionen Euro lag letztlich das höchste Gebot. Da das Auktionshaus den Schätzpreis jedoch bei 1,9 bis 2,2 Millionen Euro ansiedelte, steht das Auto nach wie vor zum Verkauf. Zahlreiche Zubehörteile wie Brillen in den Original-Taschen, Lederhauben für die Insassen und eine Abdeckplane für das Auto sind ebenso im Preis inbegriffen wie die Service-Handbücher und alle relevanten Rechnungen.

Ob 1,2 oder etwa zwei Millionen Euro: Hier bietet sich aktuell eine gute Gelegenheit, überhaupt einen Mercedes SLR McLaren Stirling Moss zu erstehen. Die Erstbesitzer der 75 Neuwagen wurden von Mercedes und McLaren nämlich in einem harten Verfahren ausgewählt, nur besonders treue Kunden und bekannte Sammler kamen zum Zuge. Unter anderem der Käufer des im Dezember 2009 gebauten Exemplars mit der Fahrgestellnummer WDD1999761M900066, der die Außenfarbe Antimongrau-Kristall mit einem schwarz-roten Interieur kombinierte.

200 Kilogramm leichter als der Standard-SLR

Der Erstbesitzer lebte offenbar in Luxemburg; zumindest wurde dieser Stirling Moss dorthin erstausgeliefert. Es folgten zwei weitere Halter; das Trio hat den SLR insgesamt nicht einmal 9.000 Kilometer bewegt. An fehlendem Fahrspaß kann das nicht gelegen haben, schließlich bietet das Auto mangels Frontscheibe ohne Ende Open-Air-Feeling und dank einer angepassten Aerodynamik-Abstimmung auch ziemlich viel Grip. Dank des großzügigen Einsatzes von Karbon zeigt sich der Stirling Moss im Vergleich zum fast 1,8 Tonnen schweren Standard-SLR um rund 200 Kilogramm gewichtsreduziert.

Und dann treibt ihn auch noch AMGs allseits beliebter 5,4-Liter-Kompressor-V8 in seiner stärksten Ausprägung an. Wie auch im SLR 722 leistet der Motor 650 PS, was den Stirling Moss in 3,5 Sekunden von Null auf Hundert beschleunigt und zu einer Höchstgeschwindigkeit von 354 km/h befähigt. Ob das zu versteigernde Auto je an seine Limits getrieben wurde, ist zwar unbekannt. Dennoch wurde der SLR in renommierten Mercedes-Niederlassungen penibel gewartet und auch auf exklusiven Veranstaltungen bewegt – darunter der Mercedes-Benz 1000 Miglia Challenge 2012.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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