Elektrischer Chevrolet Silverado: Gut versteckter Elektro-Pickup

Elektrischer Chevrolet Silverado: Gut versteckter
Elektro-Pickup
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Elektrischer Chevrolet Silverado: Gut versteckter Elektro-Pickup

© General Motors

Auch Chevrolet will künftig einen elektrischen Pickup bauen, versteckt die Ankündigung aber im Nachhaltigkeitsbericht. Warum so geheimnisvoll?

Teslas Elektro-Pickup Cybertruck erlangte mit einem Schlag weltweite Bekanntheit, weil er extrovertiert gezeichnet und technisch interessant ist. Ford hält mit Ankündigungen zu einer rein elektrisch angetriebenen Version seines legendären F-150 massiv dagegen. Hinzu kommen viele Startups, die auch etwas vom Zukunftsmarkt für elektrische Pickups abhaben wollen. Chevrolet hielt sich auf diesem Feld bisher zurück. Jetzt deutet der Hersteller erstmals einen E-Pickup an – im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern möchte Chevrolet aber darum ganz offensichtlich kein großes Brimborium machen.

Versteckt in einem Bericht zu Nachhaltigkeit

Chevrolet hat jetzt seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. In dem 179-seitigen Werk kündigt der Hersteller eine ganze Reihe von elektrischen Fahrzeugen an – darunter auch einen nicht näher benannten Elektro-Pickup. Einziges bisher bekanntes technisches Datum: Der Pickup soll mit einer Akkuladung bis zu 400 Meilen (zirka 644 Kilometer) weit kommen. Ob Chevrolet das Fahrzeug vollständig neu entwickelt, oder ob es auf einer bekannten Plattform basiert, ist unbekannt.

Am wahrscheinlichsten ist eine elektrische Variante des Silverado. Dieser teilt sich viele strukturelle Komponenten mit dem Sierra und dem Escalade der GM-Töchter GMC und Cadillac. Hinter der fast schon heimlichen Ankündigung könnte also die auch die Elektrifizierung weiterer Modelle stecken. Ihre Energie sollen die Modelle von sogenannten Ultium-Batterien beziehen. Diese Akkus befinden sich bei GM gerade in der Entwicklung, wenn sie fertig sind, sollen sie die besten großen Energiezellen enthalten, die die Industrie liefern kann.

Schlechte Erfahrungen mit Bolt-Absatz

Chevrolets Zurückhaltung in Sachen elektrischer Pickup könnte mit schlechten Erfahrungen beim Verkauf des seit 2016 angebotenen Bolt zusammenhängen: 16.418 Exemplare des Kompaktwagens gingen bisher zum Kunden. Im gleichen Zeitraum verkauften sich der Sportwagen Corvette, der für amerikanische Verhältnisse winzige Spark, die inzwischen eingestellten Modelle Impala und Cruze sowie der große Van GMC Savana jeweils besser.

Heftige Schlacht um Marktanteile vorgezeichnet

Sollte allerdings Ende 2021 die Schlacht um den Elektro-Pickup-Markt beginnen, ist es für Chevrolet klug, mit dabei zu sein. Schließlich erhalten aktuell nicht nur der Tesla Cybertruck und der elektrische Ford F-150 enorm viel Aufmerksamkeit – im Netz feiern Leser auch den RT1 von Rivian, den Badger von Nikola, den XT von Atlis, den B2 von Bollinger, den W-15 von Workhorse (bereits erhältlich), den Endurance von Lordstown, den T/One von Neuron EV, den Rich 6 EV des chinesischen Herstellers Dongfeng (bereits erhältlich), den ebenfalls auch China kommenden iEV 330P von JAC und den Alaska von Fisker. Es ist gut möglich, dass der ein oder andere große Hersteller sich eines der kleinen Elektro-Pickup-Startups samt dessen Knowhow einverleibt.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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