Erster Check BMW 1er F40 (2019)

BMW 118i, BMW M135i
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BMW 118i, BMW M135i

© BMW

Der neue BMW 1er (F40) hat erstmals Frontantrieb und quer eingebaute Motoren. Mit schnellerer Elektronik versucht BMW, die Agilität markentypisch zu halten. Aber bei Optik und Platzangebot wird der Technik-Wechsel offensichtlich.

Auf den ersten Blick wirkt der neue 1er knubbeliger, weniger gestreckt als der Vorgänger. Die gewachsene Höhe (1,3 Zentimeter) hat an dem Eindruck wenig Anteil, eher schon die um 3,6 Zentimeter gewachsene Breite. Am meisten aber dürften aber die kürzere Haube sowie die stärker ansteigende Fensterlinie dazu beitragen, dass die Änderung des Antriebskonzeptes mit einer recht auffälligen bei der äußeren Erscheinung einhergeht. Die stattliche Niere tut ein Übriges. Vielleicht sogar die leichte Ähnlichkeit mit den Vans der 2er-Reihe.

Innen wirkt die Windschutzscheibe niedriger als noch bei der zweiten Generation, die Haube scheint höher angesetzt – man guckt weniger leicht aus dem Auto, vor allem was unmittelbar vor dem Auto liegt, verschwindet früher aus dem Blickfeld. Auch nach hinten wirkt die Aussicht etwas stärker eingeschränkt.

Innen ein Premium-Kompakter

Dafür sind Qualitätseindruck, Anmutung der Materialien und Gestaltung ein großer Schritt nach vorn. Alles erinnert eher an größere BMWs als an die Konkurrenz. In den Studioautos waren freilich sowohl die jeweils aufpreispflichtigen Digitalinstrumente als auch die hinterleuchteten Dekorleisten an Türverkleidung und Armaturentafel eingebaut. Letztere sind tatsächlich ein optischer Gewinn. Die von Ihnen verströmte Ambientebeleuchtung lässt sich farblich variieren. Das sorgt für erstaunlich viel Effekt.

Hinterm Steuer des neuen 1er ist dann alles so, wie man es von einer neuen Generation eines BMW-Modells aktuell erwartet: Gut adaptierbare Sitzposition durch weite, gute Seitenabstützung, griffiges Lenkrad, digitale Instrumente im Stil der größeren Modelle (gegen Aufpreis), iDrive-Controller und Tasten, freistehender Touchscreen über der Mittelkonsole. Da wird die Bedienung problemlos von der Hand gehen. 4,2 Zentimeter dürften zudem dafür sorgen, dass sich die vorn Sitzenden nicht in die Quere kommen, egal was sie gerade bedienen.

Im Zweifel gehorcht der 1er aber auch aufs Wort – dank Sprachsteuerung, die den Fahrer nicht nur dann versteht, wenn er klar umrissene Kommandos spricht. „Mir ist kalt!“ kann man zu ihm genauso gut sagen wie: „Welchen Reifendruck brauche ich?“. Selbst einen Namen kann man dem digitalen Butler geben – jeden Tag neu.

Endlich Platz fürs Handy

BMW sorgt sogar endlich für eine „gscheide“ (bayerisch für anständig, tauglich) Smartphone-Ablage, wie sie sich aktuell immer noch nur in den wenigsten Autos findet. Vor dem Schalthebel (oder meist Automatik-Wählhebel) wartet jetzt ein Fach mit induktiver Lademöglichkeit. Das spart – das passende Smartphone vorausgesetzt – nicht nur das Gefummel mit dem Kabel. Das Fach ist auch so gestaltet, dass das Display quer ablesbar und gut erreichbar bleibt.

Wie viel Platz bringen die Quermotoren?

Der neue 1er ist ein wenig kürzer geworden als der Vorgänger, sogar der Radstand schrumpfte um zwei Zentimeter. Aber weil BMWs Kompakter jetzt wie die Konkurrenz den Motor quer im Bug trägt, verspricht BMW 3,3 Zentimeter mehr Knieraum im Fond. Wer die 2. Generation des 1er kennt und dann im Neuen Platz nimmt, kann das kaum glauben: Gefühlt liegt zwischen den Platzverhältnissen eine Welt. Die Sitzprobe mit einem 1,84 Meter großen Tester im Fond hinter dem auf ihn eingestellten Fahrersitz offenbart eine Handbreit Abstand zwischen Knie und vorderer Lehne. Außerdem ist die Bank etwas höher eingebaut und besser gepolstert. Da ist es auch zu verschmerzen, dass die Oberschenkel immer noch nicht ganz aufliegen. Das dürfte aber im Fond der wenigsten Kompaktwagen der Fall sein.

Der Kofferraum ist mit 380 Litern Fassungsvermögen nicht mehr als Klassendurchschnitt, 1.200 Liter bei umgeklappter Bank (serienmäßig 60 zu 40 teilbar, Durchlademöglichkeit 40 zu 20 zu 40 gegen Aufpreis) sind so viel wie beim Vorgänger und 70 Liter weniger als beim Golf. Dafür ist die Öffnung jetzt rund sieben Zentimeter breiter und bietet optisch eine gute Zugänglichkeit zum Gepäckabteil.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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