Ex-CDO von Volkswagen

Johann Jungwirth
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Johann Jungwirth

 © Hans-Dieter Seufert

Volkswagens ehemaliger Chief Digital Officer wechselt nach Israel zum Spezialisten für Kamera- und Sensorentechnologie. In Wolfsburg war „JJ“ nach Herbert Diess' Amtsantritt überflüssig.

Als Johann Jungwirth im Herbst 2015 zu Volkswagen wechselte, waren mit seiner Verpflichtung hohe Erwartungen verknüpft. Schließlich war „JJ“ zuvor für Apple und Daimler im Silicon Valley tätig und damit das dort vorherrschende hohe Innovationstempo gewohnt, dass sie sich auch in Wolfsburg nach Auffliegen des Dieselskandals sehnlichst wünschten. Der damalige Konzernchef Matthias Müller machte Jungwirth zum Chief Digital Officer, der damals 42-Jährige sollte sich also federführend um die Digitalisierung im VW-Konzern kümmern. An Ideen mangelte es nicht, das machten Jungwirths zahlreiche Interviews in der Folgezeit deutlich.

Ein Jahr zwischen Kaltstellung und Kündigung

Als Herbert Diess Müller im April 2018 beerbte, hatte eine seiner ersten Personalentscheidungen mit Jungwirth zu tun: Diess schickte seinen CDO zurück nach Amerika, degradiert zum „Executive Vice President of Mobility Services“ bei der Volkswagen Group of America. Offiziell sollte er dort die Mobilitätsdienste des Konzerns in Amerika aufbauen. Inoffiziell kam das einer Kaltstellung gleich, aus der Jungwirth im Juni 2019 seine Konsequenz zog und den Konzern verließ.

Nun steht fest, wohin es den Digitalexperten verschlägt: Wie die „Automobilwoche“ berichtet, wechselt Jungwirth nach Israel zu Mobileye. Beim Spezialisten für Kamera- und Sensorentechnologie erhält er den Posten des „Vice President of Mobility-as-a-Service Operations“. Heißt: „JJ“ soll federführend die Mobileye-Technik zu einer „vollständigen Mobilitätslösung für den globalen Einsatz“ entwickeln. Dem Bericht zufolge sollen er und seine Familie bereits in Jerusalem wohnen.

Kooperationen mit vielen Branchengrößen

Mobileye wurde 2017 für 15,3 Milliarden Dollar vom amerikanischen IT-Riesen Intel übernommen. Zusammen mit den Autokonzernen BMW und Fiat-Chrysler sowie den Zulieferern Continental, Magna und Delphi arbeiten die Israelis an selbstfahrenden Autos. Die Kamera-, Sensoren- und Chip-Technologie von Mobileye wird jedoch von fast allen Autoherstellern für deren Fahrassistenzsysteme verwendet.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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