F1-Kalender-Umbau in zweiter Saisonhälfte: Bekommt Katar einen Grand Prix?

F1-Kalender-Umbau in zweiter Saisonhälfte: Bekommt Katar einen
Grand Prix?
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F1-Kalender-Umbau in zweiter Saisonhälfte: Bekommt Katar einen Grand Prix?

© Yamaha

Die Übersee-Rennen in der zweiten Saisonhälfte machen den F1-Verantwortlichen weiter Sorgen. Gleich mehrere Grands Prix sind von der Corona-Absage bedroht, was einen größeren Umbau des Kalenders zur Folge hätte. Wir informieren Sie über die letzten Planspiele im Formel-1-Hauptquartier.

Die Königsklasse ist im Vergleich zum Vorjahr bisher ganz gut durch die stürmische See gekommen. Von den elf Rennen, die bis zur Sommerpause eingeplant waren, fiel nur der Kanada-Grand-Prix der Corona-Pandemie zum Opfer. Der Verlust wurde aufgefangen, indem wie schon letzte Saison zwei Mal in Spielberg gefahren wurde.

Nach den Ferien dürften die Sorgen bei den Formel-1-Verantwortlichen aber noch einmal deutlich größer werden. Vor allem im Endspurt stehen einige Wackelkandidaten auf dem Programm. Die Stadtrennen in Singapur (3.10.) und Melbourne (21.11.) mussten wegen der langen Vorlaufzeit beim Aufbau bereits abgesagt werden. Mit Istanbul hat man zumindest für Singapur schon einen Ersatz gefunden.

Suzuka-Entscheidung bis 10. August

Wie die Absage des Australien-Grand-Prix aufgefangen wird, steht noch nicht fest. Das hängt auch davon ab, welche Rennen jetzt noch über die Klinge springen. Das erste Sorgenkind heißt Suzuka (10.10.). Japan hat sich aus Angst vor Corona anderthalb Jahre vom Rest der Welt abgeschottet. Der WEC-Lauf in Fuji (24.9.) wurde bereits abgesagt, genau wie das MotoGP-Rennen in Motegi (3.10.).

Hoffnung machte den F1-Veranstaltern zuletzt, dass die um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele in Tokio dieses Mal durchgezogen werden, wenn auch ohne Zuschauer. Sollten die Corona-Zahlen in Japan aber weiter steigen, dann droht Suzuka dennoch eine Absage. Da hilft auch eine starke Saison von Streckeninhaber Honda nichts. Nach unseren Informationen muss eine Entscheidung bis zum 10. August – also zwei Monate vor dem geplanten Renntermin – fallen, bevor die Übersee-Container der Teams auf den Weg geschickt werden.

Für den Fall, dass in Japan nicht gefahren werden kann, hat man sich im Formel-1-Hauptquartier schon Ersatzlösungen bereit gelegt. Aus dem Triple-Header mit Sotschi (26.9.) und Istanbul (3.10.) würde dann ein Double-Header werden. Dafür könnte Austin eine Woche vor dem bereits eingeplanten Grand Prix noch ein zweites Rennen bekommen (17.10 / 24.10). Der USA-Doppelschlag würde dann mit Mexiko (31.10.) einen neuen Triple-Header bilden.

Brasilien weiter auf der Kippe

Bleibt die Frage, was bei diesem Planspiel aus dem Sao-Paulo-Rennen wird, das direkt im Anschluss am 7. November im Kalender steht. Brasilien wird wegen der P1-Mutation von vielen Ländern als Varianten-Gebiet angesehen. Das hat strenge Quarantäne-Regeln für Besucher bei der Weiter- und der Rückreise zur Folge. Brasilien selbst will seinen Grand Prix allerdings unbedingt durchziehen. Das macht es für die Formel 1 aus vertraglichen Gründen schwierig, das Rennen aus dem Kalender zu nehmen.

Um bei der Rückkehr aus Südamerika eine 14-tägige Quarantäne zu vermeiden, die nach aktuellen Stand in vielen europäischen Ländern Pflicht wäre, wird folgende Lösung diskutiert: Brasilien wandert um eine Woche auf den 14. November zurück und spannt sich mit einem zusätzlichen Grand Prix im Mittleren Osten am 21. November zusammen. Das würde das Quarantäne-Problem lösen. Wegen der klimatischen Bedingungen kommen Alternativen in Europa Ende November nicht in Betracht.

Ein weiterer Grand Prix in der Golf-Region würde auch logistisch Sinn machen. Das Material müsste anschließend nur noch zu den beiden Finalrennen nach Saudi Arabien (5.12.) und Abu Dhabi (12.12.) transportiert werden. Außerdem herrscht in der Region ein geringes Ausfallrisiko, was Corona angeht.

Katar-Premiere oder zweiter Bahrain-GP?

Als offensichtlicher Kandidat stünde wieder Bahrain parat. Die Formel 1 hatte Ende März bereits den Saisonauftakt auf der Strecke in Sakhir gefeiert. Wie im Vorjahr würde beim zweiten Besuch wohl wieder die schnelle "Outer Circuit"-Variante gefahren werden.

Die F1-Bosse könnten aber auch noch ein weiteres Ass aus dem Ärmel schütteln. Katar bemüht sich schon seit längerem um einen Grand Prix. Wie man hört wurden in den Verhandlungen bereits hohe Summen geboten, um die Königsklasse zu einem Gastspiel auf dem Losail International Circuit vor den Toren von Doha zu überreden. Die Motorrad-WM ist hier übrigens regelmäßig zu Gast.

Wegen der Vielzahl an Rennen in der Region und politischen Verwerfungen zwischen Katar und den Nachbarstaaten haben die F1-Bosse der Königsfamilie des kleinen Emirats bisher aber immer eine Absage erteilt. Weil die Corona-Krise bekanntlich auch mit einem Ausfall der Einnahmen einhergeht, könnte es jetzt zu einem Umdenken kommen. Zumal auch politisch etwas Entspannung eingetreten ist.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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