Garantien bei Elektrofahrzeugen

12/2019, Audi E-Tron Antriebstechnik Illustration
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12/2019, Audi E-Tron Antriebstechnik Illustration

© Audi AG

Die Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto-Modell kann auch von der Garantie auf dessen Batterie abhängen. Eine Übersicht, wie lange die Hersteller für ihre Stromspender bürgen.

Die Gründe für die große Skepsis deutscher Autokäufer gegenüber Elektrofahrzeugen sind ebenso vielfältig wie bekannt: Hohe (Anschaffungs-)Kosten, lückenhafte Ladeinfrastruktur, Reichweitenangst. Letzteres ist an eine weitere Befürchtung geknüpft: Hält die Batterie eines Elektro-Modells tatsächlich ein ganzes Autoleben lang? Wie viele Kilometer und Ladezyklen überstehen die Energiespender, ohne dass die Reichweite über Gebühr leidet? Und welche Garantien geben die Hersteller auf die Akkus?

96 Monate, 160.000 Kilometer und 70 Prozent

Die Antwort auf die letzte Frage liefert die Modell-Datenbank von auto motor und sport. Die Daten zeigen, dass sich die Anbieter von Elektromodellen weitgehend einig sind, welche Garantie sie auf die Batterien ihrer Produkte gewähren: 96 Monate beziehungsweise acht Jahre oder 160.000 Kilometer, dann sollen mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Akkukapazität zur Verfügung stehen. Modelle, die genau diese Garantie-Kombination bieten, sind der neue Honda E, der Jaguar I-Pace, die Opel-Elektriker Ampera-e und Corsa-e, der Peugeot e-208, der Porsche Taycan, der Seat Mii Electric, das Tesla Model 3 sowie das stromgetriebene Volkswagen-Trio ID.3, E-Golf und E-Up.

Es gibt jedoch Abweichler: Wer sich für die elektrisch angetriebenen Varianten des Kia Soul oder Niro interessiert, wird feststellen, dass die markentypische Sieben-Jahres-Garantie auch auf die Batterie gilt. Auch bei den Kilometern (150.000) liegen die Kia-Modelle leicht unter den Werten der Konkurrenz. Der BMW-Konzern bietet beim i3 und Mini Cooper SE zwar acht Jahre Batterie-Garantie, allerdings nur bis 100.000 Kilometer. Gleiches gilt bei den Peugeot-Elektrikern e-2008 und Ion sowie bei den EQ-Varianten des Smart Fortwo und Forfour.

Garantiebedingungen genau lesen

Bei der versprochenen Restkapazität gibt es ebenfalls Differenzen. Die bereits erwähnten Kias bieten beispielsweise nur 65 Prozent. Erstaunlich ist die Herangehensweise bei Renault – dem einzigen Elektroauto-Anbieter auf dem deutschen Markt, für dessen Modelle die Akkus auch gemietet werden können. Wählen Kunden diese Option, garantiert Renault bei den Z.E.-Versionen des Kangoo und Zoe eine Restkapazität von 75 Prozent. Wer die Batterie kauft, muss sich mit 66 Prozent begnügen.

Es gibt aber auch Positivbeispiele in Sachen Batterie-Garantie. Beim vollelektrischen Ioniq und Kona beträgt sie acht Jahre und 200.000 Kilometer. Beim Tesla Model 3 mit maximaler Reichweite sind es 192.000 Kilometer (für die Normalversion gibt der Hersteller 160.000 Kilometer an), bei den Oberklasse-Varianten Model S und X liegt die Kilometer-Deckelung bei 240.000.

Wer Unterschiede in den Garantieleistungen der Elektroauto-Hersteller entdecken möchte, muss sich allerdings tief in ihre Internetseiten, Prospekte oder Preislisten hineinwühlen. Bei einigen neuen E-Modellen gibt es noch gar keine oder lückenhafte Informationen, etwa beim E-Go Life oder Mazda MX-30. Angaben zur garantierten Restkapazität haben wir nur etwa für die Hälfte aller derzeit in Deutschland angebotenen Elektroautos erhalten.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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