Intelligente Elektroauto-Infrastruktur

02/2019, Connected Kerb Bordsteinkanten-Ladesäule
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02/2019, Connected Kerb Bordsteinkanten-Ladesäule

 © Connected Kerb
05.02.2019 - 11:48 Uhr von Thomas Harloff

Das britische Start-up Connected Kerb erfindet einen Elektroauto-Ladepunkt im Miniformat, der Dank Internetverbindung vernetzt werden und Daten sammeln kann – und trotzdem viel günstiger ist als eine herkömmliche Ladesäule.

Die aktuellen Zulassungszahlen zeigen es: Die Anzahl der Elektroautos in Deutschland wächst zwar, und das gar nicht mal langsam. Aber ihr Anteil am Gesamtmarkt bleibt weiter bescheiden. Bei der Ladeinfrastruktur sieht es ähnlich aus: Sie wächst zwar, aber nicht schnell genug. Damit sich das bald ändert, bringen immer mehr Firmen neue Ideen ein, die helfen sollen, möglichst schnell viele öffentliche Ladesäulen zur Verfügung zu stellen. Eine dieser Firmen kommt aus England, heißt Connected Kerb und hat Mini-Ladepunkte für Bordsteinkanten entwickelt.

Aus recyceltem Material und mit WLAN-Zugang

Die Steckdosen sind etwa 30 Zentimeter hoch und lassen sich am Straßenrand außerdem an Verkehrsschild-Masten oder Begrenzungs-Pollern montieren. Seit einigen Tagen werden die ersten Exemplare in London getestet. Doch die aus recyceltem Plastik und wiederverwerteten Reifen gefertigten Geräte können nicht nur Elektroautos laden. Sie bieten außerdem einen WLAN-Zugang und sind in der Lage, Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten für die kommunalen Behörden zu sammeln. Diese könnten die Informationen beispielsweise verwenden, um Verkehrsströme besser zu leiten und damit die Belastung auf den Straßen zu minimieren. Außerdem sollen die Ladepunkte künftig Teil des vernetzten Verkehrs sein und verschlüsselte Daten in 5G-Geschwindigkeit austauschen.

Zur Ladeleistung seiner kleinen Bordstein-Steckdosen macht Connected Kerb bislang keine Angaben. Aber das Start-up sieht seine Erfindung als kostengünstiges Low-Power-Gerät für Wohngegenden. Connected Kerb zufolge soll das Gerät nur etwa 2.000 Pfund (aktuell knapp 2.300 Euro) kosten – und damit nur ein Zehntel einer herkömmlichen Ladesäule. Neben einem Anschluss an das Stromnetz, über das er mit Elektrizität aus erneuerbaren Quellen versorgt wird, verfügt der Ladepunkt über ein Breitband-Glasfaserkabel, das ihn mit dem Internet verbindet.

Ähnliche Entwicklungen in Deutschland

Im nächsten Schritt will Connected Kerb seine Ladesäulen in ganz London und danach im gesamten Vereinigten Königreich zum Einsatz bringen. Ob oder wann eine Expansion über die britischen Grenzen hinaus geplant ist, ist derzeit noch nicht bekannt. In Deutschland gibt es aktuell ähnliche Bestrebungen: Das Start-up Ubitricity, an dem inzwischen der Autohersteller Honda beteiligt ist, hat Ladepunkte für Straßenlaternen entwickelt, die derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes in Berlin getestet werden.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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