Jeep Gladiator: Dreiachser mit Endzeit-Charme

Jeep Gladiator 6x6 von South Florida Jeeps: Dreiachser mit
Endzeit-Charme
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Jeep Gladiator 6x6 von South Florida Jeeps: Dreiachser mit Endzeit-Charme

© South Florida Jeeps

SoFlo Jeeps baut einen Monster Truck auf Basis des Jeep Gladiators. Der SF6x6 verfügt entweder über einen Sportwagen-Antrieb aus dem GM-Regal – oder einen Turbodiesel.

Es gibt Menschen, die sind gerne auf alles vorbereitet. Und es gibt Diejenigen, die sich auf die Apokalypse vorbereiten.

Umfassende Planung soll helfen, das größte anzunehmende Unglück irgendwie zu überstehen. Solche Menschen fahren Autos wie jenes, das eine Tuning-Firma namens South Florida (oder kurz: SoFlo) Jeeps kreiert hat: einen Jeep Gladiator mit drei Achsen, 6x6-Antrieb und den passenden Motoren für jeden Einsatzzweck.

Mit Vier- oder Sechsradantrieb

Bevor der Jeep-Pickup zum Endzeit-Ungetüm wird, muss ein umfangreicher chirurgischer Eingriff vorgenommen werden: Um den Rahmen und damit den Radstand verlängern zu können, teilen ihn die Floridianer zuerst in zwei Hälften.

Ist der Platz dafür geschaffen, zieht die mittlere Achse ein. Allerdings nicht alleine: SoFlo Jeeps setzt zusätzlich ein Detroit Truetrac-Differenzial aus dem Hause Eaton ein. Der SF6x6 soll seiner Modellbezeichnung schließlich gerecht werden und tatsächlich alle sechs Räder antreiben (wobei jederzeit per Tastendruck auf Vierradantrieb umgeschaltet werden kann).

Die nötige Power besorgt im Standardmodell Jeeps neuer Dreiliter-Turbodiesel, der dank SoFlo jedoch von 264 auf 304 PS sowie von maximal 599 auf monströse 949 Newtonmeter erstarkt.

Doch das gelingt ihm nicht nur durch innere Kräfte. Der Tuner ergänzt einige Elektro-Komponenten, darunter eine Tesla-Batterie. Die Anhängelast, bei Pickup-Käufern meist ein genau begutachteter Wert, liegt mit dieser Motorisierung bei 5,4 Tonnen.

6,2-Liter-Corvette-V8 als Alternative

Wer statt eines bärigen Drehmoments lieber den hohen Drehzahlen frönen möchte, kann sich für 30.000 Dollar extra (etwa 25.500 Euro) auch für einen V8-Benziner entscheiden: Der LS3-Smallblock-V8 mit 6,2-Litern-Hubraum stammt aus dem Regal des GM-Konzerns und dürfte ein gerüttelt Maß an Corvette-Charakter in den dreiachsigen Pickup zaubern. Der im Normalzustand 436 PS starke Motor kommt nämlich unter anderem in der siebten Generation des US-Sportwagen-Klassikers zum Einsatz.

Da die Qualität der Straßen durch eine Apokalypse enorm leiden dürfte, verpasst der Tuner dem Jeep Gladiator ein adäquates Gelände-Fahrwerk. Ein Lift-Kit mit Falcon-Stoßdämpfern hebt die Karosserie um 12,7 Zentimeter an und gewährleistet einen Federweg von fast 36 Zentimetern. Von Falcon stammt auch ein System, das die Lenkung stabilisiert. Die passenden 38 bis 40 Zoll großen Offroad-Reifen stammen aus dem Hause Milestar und hören auf den Namen Patagonia M/T.

Maßgeschneiderte Optik vorne und hinten

Damit jeder Betrachter weiß, dass mit dem etwa 2,7 Tonnen schweren SF6x6 nicht zu spaßen ist, verpasst ihm SoFlo Jeeps eine ziemlich autoritäre Optik.

Es beginnt mit der aus Stahl gefertigten einteiligen Frontmaske, in die Seilwinde und Abschlepphaken integriert sind und an die sich die Lufthutzen-Haube aus Fiberglas anschließt. Besonders bedrohlich wirkt der Dreiachser, wenn die Halo-LED-Ringe um die Scheinwerfer rot illuminiert sind.

Die breiten Kotflügel schneidern die Jeep-Freaks aus Fort Lauderdale ebenso auf Maß wie den Überrollbügel und die verlängerte Ladefläche, unter deren Ende sich eine neu gestaltete Heckschürze befindet. Die Lackierung, von der der Tuner etwa 76 Liter über die Karosserie verteilt, besteht unter anderem aus Epoxidharz und Kevlar-Fasern; sie soll schließlich kratzfest sein.

Letztlich sollen nur noch die abnehmbaren Türen und das Cabrio-Dach dem Serien-Gladiator entsprechen; werden die Pforten geöffnet, klappen automatisch die Tritthilfen herunter. Dann lässt sich bequemer das Interieur aus handgenähtem, wetterbeständigem und in Wunschfarbe getauchtem Leder entern, auf das auch sämtliche vom Käufer für nötig erachteten Namen, Logos und Muster aufgebracht werden können. Hier gibt es zusätzlich – genau wie am Unterboden – Lichtleisten, die ein zur jeweiligen Situation passendes Ambientelicht ins Cockpit zaubern. Denn wer weiß: Vielleicht hält die Zukunft ja auch nach der Apokalypse noch romantische Momente bereit.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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