Legende Automobiles zeigt Sonderausführung

Legende Automobiles arbeitet an einem Restomod des Renault R5 – und stellt jetzt eine davon abgeleitete schwarze Sonderausführung namens R3 Black Edition vor.
Im Juli 2021 machte das Start-up Legende Automobiles aus Los Angeles mit einem schicken Entwurf für eine Restomod-Version des Renault R5 auf sich aufmerksam. Das Restomod-Modell heißt R3 – in seiner ersten Version soll es noch einen Verbrennungsmotor bekommen. Bei der Farbgebung bevorzugen die Legende-Automobiles-Designer eher etwas kräftig Buntes – schwarz und weiß standen nicht auf der Wunschliste. Aber jetzt hat sie ein schwarzer Entwurf doch überzeugt.
Vorschlag von colorsponge .
Die Idee zum schwarzen R3 kommt von colorsponge . (Freizeichen und Punkt gehören zu seinem Künstlernamen). colorsponge . bezeichnet sich als auf Autos spezialisierten Digital-Künstler (Automotive CGI Artist) und seine Entwürfe veröffentlicht er auf der Kreativ-Plattform Behance. Dort hat er sowohl einen schwarzen als auch einen weißen R3 vorgestellt. Während der weiße anscheinend bei den Legende-Automobiles-Verantwortlichen keine Emotionen ausgelöst hat, machte der schwarze R3 ordentlich Eindruck. So sehr, dass die Designer von Legende Automobiles jetzt ein 3D-Modell des R3 Black Edition erstellt haben. Ob sie das spätere Restomod-Modell auch in dieser schwarzen Editions-Version anbieten möchten, dazu gibt es noch keine Informationen – ganz unwahrscheinlich ist dies aber nicht.
Mit dem zwischen 1980 und 1982 gebauten R5 Turbo gelang Renault ein gewaltig großer Kleinwagen-Wurf. Der Kleinst-Sportler basiert auf dem R5, der an sich nichts Besonderes war. Aber Renaults Renn-Ingenieure modifizierten das kleine Stadtauto massiv und machten daraus einen heftigen Gruppe-B-Kracher. Sein längs vor der Hinterachse sitzender Vierzylinder-Turbo leistete 160 PS. Die Kraft gelangte über eine manuelle Fünfgang-Schaltung an die Hinterachse, für die Verzögerung waren innenbelüftete Scheibenbremsen rundum zuständig.
Die Verlagerung des Motors in die Mitte des Fahrzeugs machte den Renault 5 Turbo zum Zweisitzer. Optisch ist der R5 Turbo an seinen stark verbreiterten Kotflügeln erkennbar, in den hinteren befinden sich Luftein- und Auslässe für die Wasser- und Ölkühlung. Das Dach und die Fronthaube bestehen aus Aluminium. In 6,9 Sekunden spurtet der Renault 5 Turbo auf Tempo 100 – ein Porsche 911 SC brauchte damals 7,0 Sekunden. 1.690 Exemplare des Renners entstanden bei Renault Sport im französischen Dieppe – mit 44.600 DM war der kleine Flitzer ähnlich teuer wie die Basisversion der Mercedes S-Klasse. Jetzt möchte das US-amerikanische Automobil-Startup Legende Automobiles eine Restomod-Version des R5 Turbo als "Turbo3" auf die Räder stellen.
Extrem breit – wie das Vorbild
Auch die Restomod-Version Turbo3 ist extrem breit und trägt die markanten Luftöffnungen auf Fronthaube, in den hinteren Radhäusern und in den C-Säulen. Die Frontscheinwerfer arbeiten mit zwei übereinander liegenden LED-Balken, am Heck leuchten T-förmige Rücklichter. Das Rot des Dachkanten-Spoilers beginnt bereits an den Füßen der A-Säulen und zieht sich die seitlichen Dachkanten bis zum Heck entlang. Die angetriebenen Hinterräder sind deutlich größer als die Vorderräder. Und auch den Innenraum haben die Designer komplett ins Jetzt geholt: Die Instrumenten-Anzeige erfolgt über einen Bildschirm und die gesamte Einrichtung ist modern. Auch bei den extravaganten Sportsitzen haben sich die Designer am Original orientiert. Für Sicherheit sorgen Fünfpunkt-Gurte und ein Überrollkäfig.
Ex-Renault-Designer
Einer der drei Gründer von Legende Automobiles ist der Franzose Alan Derosier, der zwischen November 2018 und Juni 2019 bei Renault als Exterieur-Designer gearbeitet hat. Derosier betont, dass das Renault-Designteam seine Pläne kennt und sich auf das Ergebnis freut. Der Designer fungiert bei dem Start-up als Creative Director – in den vergangenen Jahren hat er jede Menge eigener retrofuturistischer Fahrzeugentwürfe im Internet veröffentlicht, darunter auch einen neu interpretierten Renault 5 Turbo 2. Den Nachfolger des R5 Turbo hat Renault zwischen 1982 und 1985 insgesamt 3.180 Mal gebaut. Allerdings ist Derosier wichtig, dass sein Turbo-2-Entwurf nichts mit dem neuen Turbo3-Projekt zu tun hat.
Aktuell ist er als Chef des Automobil-Designteams bei der Designagentur Kiska im südlich von Salzburg gelegenen Anif beschäftigt – das Projekt Turbo3 betreibt er mit Erlaubnis von Kiska parallel. Alan Derosiers hat Legende Automobiles mit seinen beiden französischen Mitstreitern Charly Bompas und Pierre Chaveyriat gegründet. Bompas ist Miteigentümer des Tuners SoCal Frenchiez Automotive aus dem im Großraum L.A. gelegenen Gardena und Chaveyriat ist Eigentümer des im französischen Montmerle-sur-Saône (auf halber Strecke zwischen Lyon und Mâcon) gelegenen Fahrzeugumbauers Bloodmotorsport. Legende Automobiles selbst hat seinen Sitz im kalifornischen L.A.
Retrofuture statt Restomod
Technische Details zum Turbo3 hat Legende Automobiles noch nicht veröffentlicht. Und auch wenn der Flitzer nach einem retrofuturistischen Auto aussieht, bekräftigt Derosier auf Nachfrage von auto-motor-und-sport.de, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein Restomod-Projekt handelt. Bekannte Restomod-Fahrzeuge kommen beispielsweise von den Classic Recreations (historische Ford Mustangs und die erste Generation des Ford Bronco). Bei Restomods kommt in ein klassisches Fahrzeug viel neue Technik und jedes Originalteil erfährt eine gründliche Überarbeitung. Eine heftige Änderung des Designs erfolgt dabei bisher nicht – hier traut sich Legende Automobiles weit vor.
Moderne Designanpassungen sind eher bei Retrofuture-Autos wie dem EL1 von E-Legend aus dem oberbayerischen Beilngries zu finden, der optisch an den Audi Sport Quattro S1 angelehnt ist. Aber im Gegensatz zum EL1 bekommt der Turbo3 einen Verbrennungsmotor – für die Zukunft schließt Derosier auch einen rein elektrischen Antrieb nicht aus. Auf den Markt kommt das Auto zuerst in den USA – Alan Derosier freut sich, dass man dann so ähnlich startet, wie das große Vorbild Singer vor zwölf Jahren.