Lotus Omega (1993) Artcurial Auktion: 277 km/h: einst schnellste Limousine der Welt

Artcurial versteigert am 19. Juli in Monaco mehrere interessante
Autos, darunter einen Lotus Omega.
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Artcurial versteigert am 19. Juli in Monaco mehrere interessante Autos, darunter einen Lotus Omega.

© Artcurial

Artcurial versteigert einen von 907 Lotus Omega. Der Viertürer war so schnell wie ein Ferrari Testarossa und galt 1990 als schnellste Limousine der Welt.

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Lotus sorgte dafür, dass der Opel Omega A 1990 einen Ferrari Testarossa verblies: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 272 km/h war der Viertürer die schnellste Limousine der Welt. In fünf Sekunden erreichte der Lotus Omega aus dem Stand 100 km/h. In 17,3 Sekunden reißt die Limousine die 200-km/-Marke und beschleunigt weiter – fast bis zum Ende der Tachoskala bei 300 km/h. Das waren vor 30 Jahren die Werte von Supersportwagen.

Exklusiver Preis: 125.000 Mark

Entsprechend exklusiv war der Preis: Für 125.000 Mark stand der Lotus Omega beim Opel-Händler im Schaufenster. Das ist in etwa so, als würde Opel heute einen Lotus Insignia zum Preis eines Porsche 911 anbieten – mit den Fahrleistungen eines AMG GT.

Wie kam der brave Omega A zu soviel Leistung? Nun, Opel baute das Auto in Rüsselsheim mit Dreiliter-Sechszylinder, schickte es nach England zu Lotus und die nahmen sich des Ganzen gründlich an: Erstmal kam der Motor raus. Rein kam ein Reihensechszylinder mit 3,6 Liter Hubraum, Vierventil-Zylinderkopf und zwei Turboladern von Garrett. Statt eines Verteilers kommen drei Zündspulen zum Einsatz. Zwei Ladeluftkühler reduzieren Temperatur und Volumen der verdichteten Luft. Der mit 0,7 bar aufgeladene Motor leistet bei gemütlichen 5.200/min 377 PS. Das Drehmoment – 557 Nm – liegt bei 4.200/min an.

Ein passendes Getriebe fanden die Entwickler bei ZF; die Sechsgangbox ist ansonsten in der Corvette C4 im Einsatz. Die Bremse stammt von AP, das Fahrwerk vom Omega 3000 – es ist lediglich etwas härter abgestimmt und an das Gewicht angepasst. Breitere Räder sorgen für eine feste Straßenlage und ein gewisses Breitenwachstum der Radläufe. Anders als sonst beim Omega A üblich sind die hinteren Radläufe nicht waagrecht, sondern rund.

Exklusive Stückzahl: 907 Omega Lotus

Nicht viele Menschen kauften einen derart verrückten Opel. Nur 907 Omega verließen die Lotus-Hallen. Im Vergleich zu den Rekord-Fahrleistungen und den Manufaktur-Stückzahlen ist ein Lotus Omega nicht einmal besonders teuer: Auf 30.000 bis 50.000 Euro schätzt Artcurial den Wert eines Exemplars, das am 19. Juli 2021 in Monaco versteigert wird.

Das Auto mit der Nummer 644 wurde im Januar 1993 nach Frankreich geliefert und blieb bis heute dort. Drei Besitzer und 91.000 Kilometer sprechen eher für ein geruhsames Leben. Zuletzt wurden einige – durchaus kostspielige – Wartungsarbeiten erledigt: Der Klimakompressor wurde 2018 getauscht und die Klimaanlage auf R134a umgestellt. Im Jahr 2020 wurden die Ventile neu eingeschliffen und die Ventilschaftdichtungen erneuert. Die Injektoren wurden überholt und der Anlasser ersetzt. Im Juni 2021 wurden die beiden Turbolader erneuert.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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