Maserati MC20 (2020): Mittelmotor-V6 hat 600 PS und fährt schon

Maserati MC20 (2020): Mittelmotor-V6 hat 600 PS und fährt
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Maserati MC20 (2020): Mittelmotor-V6 hat 600 PS und fährt schon

© Maserati

Maserati wird im September 2020 den neuen Sportwagen MC20 präsentieren. Erste Prototypen sind auf öffentlichen Straßen bereits unterwegs – einer erinnert an die kürzlich verstorbene Rennlegende Stirling Moss. Allmählich sickern auch erste Details zur Technik durch.

Ursprünglich hätte der neue Sportwagen bereits im Mai gezeigt werden sollen. Doch die Corona-Krise zwingt Maserati dazu, die Premiere auf den Spätsommer zu verschieben. Dass ein neuer Sportwagen der Italiener kommt, ist jedoch schon länger klar. Kürzlich hat das Kind auch einen Namen bekommen: Der Neue wird Maserati MC20 heißen. Warum? MC ist die Abkürzung für Maserati Corse (Rennsport). Die Zahl 20 bezieht sich auf 2020 – das Jahr, in dem eine neue Ära in der über 100-jährigen Geschichte von Maserati beginnen soll. Mit dem neuen MC20 will Maserati auch in die Welt des Motorsports zurückkehren.

Prototyp als Stirling Moss-Hommage

In dieser war die Edelmarke in früheren Zeiten sehr erfolgreich unterwegs. In den Fünfzigerjahren griff unter anderem die kürzlich im Alter von 90 Jahren verstorbene Motorsport-Legende Stirling Moss für die Italiener ins Lenkrad. Einen seiner größten Siege errang der Brite in einem Maserati: Am 13. Mai 1956, also vor genau 64 Jahren, steuerte er seinen 250F zum Triumph beim Großen Preis von Monaco, wobei er in jeder der 100 Runden führte. Außerhalb der Formel 1 ging Moss für Maserati zudem mit Modellen wie dem Tipo 60 Birdcage, Tipo 61 und 300 S an den Start.

Um an diese spezielle Verbindung zu erinnern, hat Maserati einem MC20-Prototypen nun ein Stirling Moss-Design verpasst. Die Farbgebung lehnt sich an jene des Maserati Eldorado an. Den kultigen Einsitzer fuhr Stirling Moss 1958 bei seinem Debüt in Monza im Rahmen der "Trofeo dei due Mondi". Außerdem trägt der Prototyp den Namen des Rennfahrers am Heck und auf seinen Kotflügeln.

Das Maserati MC20-Mittelmotor-Versuchsfahrzeug ist mit einem neuen Antriebsstrang ausgerüstet, der von Maserati selbst entwickelt und gebaut wird. Er soll der "Urvater einer neuen Motorenfamilie" exklusiv für Maserati sein. Medienberichten zufolge erhält der MC20 in der Basis einen Twin-Turbo-V6 mit drei Litern Hubraum, der jedoch nichts mit dem aktuellen 2,9-Liter-V6 von Alfa Romeo zu tun hat. Für diese Modellvariante sind mehr als 600 PS im Gespräch.

Als Getriebe soll ein Achtgang-Doppelkuppler zum Einsatz kommen. Dem Vernehmen nach platziert Maserati den Antriebsstrang in einem Chassis, das vom Karbon-Monocoque des Alfa Romeo 4C abgeleitet ist. Das Design wurde jedoch noch nicht finalisiert. Die mit dem Prototypen gesammelten Daten fließen in die Fahrsimulationen des Maserati Innovation Labs ein und bilden die Basis für die endgültige Entwicklung der Karosserieform.

Insider: Der Alfieri ist tot

Beim Blick auf den Erlkönig zeigt sich: Es handelt sich um einen Zweisitzer mit Mittelmotor, der auch optisch ein wenig an den eingestellten Alfa 4C erinnert. Damit löst sich Maserati offenbar von dem 2014 auf dem Genfer Autosalon gezeigten Alfieri Concept. Dieser Sportwagen war als 2+2-Sitzer mit Frontmotor ausgeführt und lange hielt sich das Modell als kommender Maserati-Sportwagen im Gespräch. Noch 2018 führten die Italiener in ihrem Produktfahrplan das Modell namentlich inklusive einer Cabrio-Version. 2019 war der Name "Alfieri" jedoch verschwunden. Stattdessen nennt man in dem Modellfahrplan 2019 das 2020er-Modell nur noch "All new Sportscar" ("komplett neuer Sportwagen") inklusive eines Cabrios ab 2021. Dazu passen Aussagen von Insidern, dass der Alfieri tot sei, aber etwas kommen werde, was einen wegblase und noch schöner ausfalle. Eben jetzt der neue MC20.

Hintergrund ist wohl, dass Maserati eine komplett neue modulare Plattform für alle Modelle auflegt, die Mild-Hybrid, Plugin-Hybrid sowie reine Batterieantrieb ermöglicht. Das "All new Sportscar" sowie das Cabrio sind im Fahrplan zusätzlich als reine Elektromodelle gekennzeichnet. Letztere firmieren wohl als "Maserati Blue" und verfügen über drei Elektromotoren, wobei hier Ferrari bei der Entwicklung mit im Boot ist. Alle kommenden Modelle der Marke inklusive eines Macan-Konkurrenten werden ebenfalls elektrisch ausgelegt.

Gebaut wird der neue Sportwagen im Maserati-Werk in Modena, wo die Produktion des Gran Turismo im Dezember 2019 ausgelaufen ist. Eine Cabrio-Version ist ebenfalls geplant, und die Preise könnten – zumindest für den amerikanischen Markt – im Bereich von etwa 150.000 Euro starten.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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