Toyota Hilux Invincible (2020) Fahrbericht: Japan-Pickup mit neuem Powerdiesel

Toyota Hilux Invincible (2020) Fahrbericht: Japan-Pickup mit
neuem Powerdiesel
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Toyota Hilux Invincible (2020) Fahrbericht: Japan-Pickup mit neuem Powerdiesel

© Harald Dawo

Toyota überarbeitet den Pickup Hilux und bringt den von den Fans langersehnten 2.8er-Dieselmotor aus dem Land Cruiser mit 204 PS. Wie fährt sich das?

Seit Toyota im Jahr 2015 die achte Generation des Hilux vorgestellt hat, wartet die europäische Fangemeinde des legendären Pickups auf den kräftigen 2,8-Liter-Turbodiesel, der bei uns ausschließlich im Toyota Land Cruiser angeboten wurde. Zur Halbzeit des Modellzyklus und der damit verbundenen Überarbeitung des Toyota Hilux gibt es nun endlich Abhilfe. Der Hilux kommt auch in Europa optional mit dem 1GD-FTV-Motor. Dabei bekommt der aus dem Land Cruiser bekannte Motor auch ein Leistungsupdate. Früher mit 177 PS am Start, knackt er nun sowohl im Land Cruiser als auch im Hilux die 200-PS-Marke. 204 PS und bärige 500 Newtonmeter Drehmoment genehmigen die Toyota-Techniker dem 2,8er nun.

Hilux Invincible als neues Topmodell

Zum neuen Motor gibt es auch ein frisches Outfit. Als neue Top-Ausstattung kommt der Toyota Hilux in der Invincible-Version, die für den Doppel- und den Anderthalb-Kabiner zur Verfügung steht, dort allerdings nur mit dem starken 2,8-Liter-Diesel. Der Invincible kann als Toyotas Antwort auf den erfolgreichen Ford Ranger Wildtrak gesehen werden: Mit zahlreichen Dekor-Elementen sowie eigenständigem Design zum Beispiel für den Kühlergrill, und die Ladeklappe setzt er auf Safari-Look. Im Innenraum hat das Topmodell ein eigenständiges Instrumenten-Design, spezielle Dekor-Elemente in schwarz-metallic sowie ein Smart-Entry-System statt des normalen Handsenders für die Zentralverriegelung.

Als Doppelkabiner bekommt der Toyota Hilux Invincible außerdem eine blaue Ambiente-Beleuchtung in den Türen sowie zweifarbige Ledersitze mit perforierter Sitzfläche mit auf den Weg. Als weitere Optionen stehen das überarbeitete Infotainment-System mit 8-Zoll-Touchscreen sowie ein JBL-Premium-Soundsystem mit neun Lautsprechern und Achtkanal-Verstärker mit 800 Watt zur Verfügung.

Toyota Hilux 2020 mit überarbeitetem Fahrwerk

Zu guter Letzt kam auch noch das Fahrwerk an die Reihe. Neue Federpakete mit überarbeiteten Aufnahmen sollen den Fahrkomfort verbessern, das wurde beim ersten Fahrtermin natürlich gleich genauer in Augenschein genommen. Enorme Fortschritte gibt es in dieser Hinsicht jedoch keine zu vermelden. Die Dämpfer hinterlassen weiterhin keinen überragenden Eindruck. Leichtes Nachschwingen auf Unebenheiten lässt das Heck Pickup-typisch erzittern. Angesichts der hohen Zuladung muss eben ein Kompromiss her, um alle Beladungssituationen darstellen zu können. Letztendlich: Man kann mit dem gebotenen Fahrkomfort wie auch bisher im Alltag problemlos zurechtkommen, von einem SUV-artigen Komfort ist der neue Hilux aber auch weiterhin ein Stück entfernt.

Nachdem das geklärt wäre, bekommt der neue Triebsatz die volle Aufmerksamkeit. Der 204-PS-Motor bekam auch gleich eine überarbeitete Automatik bereitgestellt, die endlich dem uralten Problem der bisherigen Diesel-Automatik-Kombinationen bei Toyotas Offroadern ein Ende bereitet. Die neu abgestimmte Schaltbox kommt mit einer Wandlerüberbrückungskupplung, die in den hohen Gängen das bisherige nervige Hochdrehen des Motors unterbindet. So fährt sich der 5,3 Meter lange Pickup direkter und definierter, ein echter Fortschritt. Dass die Automatik auch weiterhin bei schwerem Fuß fleißig herunterschaltet, und das auch durchaus bei hohem Tempo auf der Autobahn – geschenkt. Denn in Verbindung mit dem durchaus druckvollen Vierzylinder kommt nun tatsächlich ein bisschen Dynamik ins Gehäuse des Hilux. Der 2,8-Liter-Motor schiebt ordentlich an, 10,7 Sekunden verspricht Toyota für den Spurt von Null auf Hundert. Für einen Diesel-Pickup ist das durchaus eine Ansage. Auch auf der Autobahn lässt der Kleinlaster nichts anbrennen, wirkt dabei aber ausgesprochen gelassen. Bei Tacho 180 stehen entspannte 2.700 Umdrehungen auf dem Drehzahlmesser, bei angezeigten 190 läuft er dann stotternd in den Begrenzer.

Der Toyota Hilux Invincible im Video

Bei all dem Power- und Komfort-Zuwachs, das Arbeiten hat der Hilux nicht verlernt. Auch wenn man sich den hübsch geschminkten Hilux Invincible nicht unbedingt im rauen Baustelleneinsatz vorstellen möchte, das Potential dazu hat er weiterhin. Rund eine Tonne Nutzlast darf der Hilux befördern und bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen, wobei die neue Automatik und der kraftvolle 500-Newtonmeter-Motor eine souveräne Vorstellung vor dem Anhänger vermuten lassen. Vor allem aber kann der Hilux immer noch Gelände, und zwar sehr gut. Die eher durchschnittliche Achsverschränkung kompensiert er mit der zuschaltbaren Hinterachs-Differentialsperre einwandfrei, die praxisgerecht kurze Geländeübersetzung in Verbindung mit dem drehmomentstarken Motor erlaubt kontrolliert-langsames kraxeln ebenso wie den Sturm einen Steilhang hinauf.

Neuer Toyota Hilux – die Preise

Die Preisliste hat Toyota ein bisschen aufgeräumt. So entfällt nun die Duty Comfort-Ausstattung und die Executive-Variante ist nicht mehr mit dem 2,4-Liter Basisdiesel verfügbar. Der ausstattungsbereinigte Aufpreis für den starken Motor ist vergleichsweise überschaubar und liegt beim Hilux Comfort Automatik bei rund 2.000 Euro. Das Topmodell Hilux Invincible mit Doppelkabine (49.497 Euro) verfehlt die 50.000er Marke aktuell nur wegen der reduzierten Mehrwertsteuer.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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