Volkswagen T2b Westfalia Camper von 1978

Kenner sehen an den langen Stoßstangehörnern und den side
markers sofort, dass dieser Bulli in den USA fuhr.
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Kenner sehen an den langen Stoßstangehörnern und den side markers sofort, dass dieser Bulli in den USA fuhr.

© Artcurial

Ein Paar kauft 1978 einen VW T2b Camper mit Westfalia-Ausbau, fährt damit ein Mal in den Urlaub und lässt den Bus stehen. Jetzt wurde er verkauft – für knapp 100.000 Euro ging er an seinen neuen Besitzer.

Ein VW T2 Camper kostet laut Classic Analytics in gutem Zustand bis zu 33.000 Euro. Das Auktionshaus Artcurial hat Anfang Februar einen T2b mit gerade mal 994 Meilen (1.600 km) auf dem Tacho versteigert. Der Camper sollte laut Auktionskatalog 60.000 bis 120.000 Euro bringen. Tatsächlich landete das Höchstgebot mittendrin: 85.000 Euro. Macht inklusive des Aufschlags fürs Auktionshaus einen Verkaufspreis von 98.600 Euro. Viel Geld für einen T Camper, doch der Westfalia ist ungewöhnlich gut erhalten. Außer ein wenig Rost am Wassertank unterhalb des Wagenbodens sind keine Spuren aus 42 Jahren erkennbar.

Der beige Bulli sieht aus wie neu

Das Interieur in braun-grün gemustertem Stoff sieht aus wie neu, Spüle und Herd scheint noch nie jemand benutzt zu haben. Der Grundriss dürfte Nutzern eines aktuellen California bekannt vorkommen: Gegenüber der Schiebetür befindet sich eine Küchenzeile mit Herd, Spüle und Kühlschrank. Die Sitzbank wird durch Umklappen und mit einem Zusatzpolster zum Bett und im Heck steht ein Schrank mit Staufächern. Ein zweites Bett befindet sich unter dem Aufstelldach.

Der erste Eindruck auf den Fotos: Alles wirkt fabrikneu. Alle Aufkleber und Anzeigen sehen so frisch aus wie am ersten Tag. Anders als bei den Wohnmobilen seit dem 1990 präsentierten T4 sitzt unter Bett und Schrank der Motor im Heck. Bei diesem 1978er T2b ist der Antrieb ein Flachboxer mit zwei Litern Hubraum und 70 PS. Und da liegt gewissermaßen auch das Problem.

Im Februar 1978 übernahmen die Erstbesitzer, ein reiselustiges Pärchen, den Camper bei einem VW-Händler in Colorado, USA. Ihre erste Reise war lang – 900 Meilen – und die letzte mit dem beigen T2b. Sie kamen nicht mit dem Schaltgetriebe zurecht und ließen den Bus stehen. Bis er 2018 an einen Händler aus Deutschland verkauft wurde. Der lässt den junggebliebenen Oldtimer nun in Paris versteigern.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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