Ungetarnter Erlkönig: VW T-Cross erwischt

VWs kleinstes SUV auf Polo-Basis: der neue T-Cross.
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VWs kleinstes SUV auf Polo-Basis: der neue T-Cross.

© Martin Meiners
05.11.2018 - 14:00 Uhr von Gregor Hebermehl

VWs kleinster SUV ist nicht klein: Der neue T-Cross basiert zwar auf dem Polo, bietet aber innen viel Platz. Auch bei der Ausstattung mit modernen Assistenten ist der VW T-Cross ein Großer.

  • Innen farbenfroh
  • Viele Assistenten
  • Motorisierungen
  • Technische Daten
  • Vier verschiedene T-Cross
  • Fahrbericht

Der neue VW T-Cross ist optisch ein waschechter SUV: Hoch, breit und kantig wirkt er robust und stattlich. Mit 4,11 Metern ist er 5,4 Zentimeter länger als der Polo, bei der Höhe (1,56 Meter inklusive Dachreling) überragt er den Kleinwagen um satte 11,2 Zentimeter. Beim Radstand von 2,56 Meter hat er dem Polo hingegen nur einen Zentimeter voraus. Am Heck verstärkt ein jeweils bis zu den Rückleuchten durchgehendes Reflektorband 1,76 Meter Breite optisch.

Innen ist der T-Cross sehr geräumig. Dank der aufrechten und im Vergleich zum Polo um zehn Zentimeter höheren Sitzposition (Sitzhöhe: vorn 597 und hinten 652 Millimeter) haben die bis zu fünf Passagiere eine gute Rundumsicht, die Kopffreiheit ist selbst bei einer Körpergröße von 1,88 Metern noch mehr als in Ordnung. Die Sitze sind vorn und hinten sind bequem und die Rückbank ist serienmäßig in Längsrichtung um 14 Zentimeter verschiebbar, ihre Lehne geteilt im Verhältnis 60 zu 40 umklappbar. Der Kofferraum fasst so 385 bis 455 Liter, bei umgeklappter Rücklehne nimmt der T-Cross bis zu 1.281 Liter Gepäck auf. Praktisch: Der Beifahrersitz ist optional umklappbar (ab Ausstattung Life), so dass der T-Cross auch besonders Langes mitnehmen kann. Ein kleines Zusatzfach sitzt als Schublade unter dem Beifahrersitz (ab Life), für das Bordbuch gibt es eine Halterung unter dem Fahrersitz. Sehr praktisch – so nimmt es nicht mehr den halben Platz im Handschuhfach weg.

Farbenfrohes Inneres

Das Armaturenbrett bekommt Muster und Farben passend zu Sitzen, Lenkradspange und Mittelkonsole. Im Umfang der aufpreispflichtigen Designpakete ist ein 3D-Dekor fürs Armaturenbrett enthalten, dann ist das Muster leicht erhöht und fühlbar.

VW ordnet seine Ausstattungslinien neu. Beim T-Cross geht es los mit der Basisausstattung „T-Cross“, dann folgen „Life“ und „Style“. Für die beiden höheren Ausstattungen sind optional zwei Designpakete zu haben: R-Line und Design-Line. Aber bereits die Serienausstattung ist ganz ordentlich: Elektrische Fensterheber für alle vier Türen, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, Bordcomputer, Radio, 6,5-Zoll-Farbdisplay, elektrisch verstellbare Außenspiegel und etliche Assistenten sind von Anfang an mit dabei.

Viele Assistenzsysteme

VW packt den T-Cross mit Assistenten voll: Der Front Assist mit Fußgänger-Erkennung und City-Notbremsfunktion, der Spurhalte-Assistent, der Totwinkel-Warner, der Berganfahr-Assistent, der Auspark-Assistent und der proaktive Insassenschutz sind Serie. Gegen Aufpreis gibt es einen adaptiven Abstandstempomaten, einen Einpark-Assistenten und eine Fernlicht-Automatik. Die zweithöchste Ausstattung Life ist nach VWs Einschätzung das Volumenmodell der Baureihe. Bei ihr sind beispielsweise ein Multifunktionslenkrad, Einparksensoren vorn und hinten, eine Klimaanlage, ein höhenverstellbarer Beifahrersitz mit Schublade und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen Serie. Bei Style kommen noch LED-Hauptscheinwerfer, Sport-Komfortsitze vorn, eine in dieser Klasse seltene Ambiente-Beleuchtung, eine Klimaautomatik und 17-Zoll-Leichtemtallfelgen dazu, maximal sind 18-Zöller möglich, außerdem kann sich der Kunde für farbige Felgen entscheiden. Für guten Sound soll eine optionale Audioanlage von Beats mit 300-Watt-Achtkanal-Verstärker und Subwoofer im Kofferraum sorgen.

Smartphone-Lademöglichkeiten zu Hauf

Wer möchte, kann sich im neuen T-Cross digital vernetzen. Android Auto, Apple CarPlay und Mirror Link sind in der App Connect enthalten, die zu den Infotainment-Systemen Composition Media und Discover Media hinzubestellt werden kann. Außerdem gibt es eine induktive Ladestation für dafür geeignete Smartphones und auf Wunsch bis zu vier USB-Steckplätze – zwei davon im Fond. Ein Achtzoll-Infotainment-Bildschirm und das Active-Info-Display kosten Aufpreis, schlüsselloser Zugang ist ebenfalls optional zu haben.

Vier Motoren zum Marktstart

Der Kunde kann beim immer frontgetriebenen T-Cross zum Marktstart zwischen vier Motoren wählen. Den turbogeladenen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner gibt es mit 95 und 115 PS, als weiterer Turbo-Benziner kommt ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS zum Einsatz. Dieselseitig steht ein 1,6-Liter-TDI mit 95 PS zur Wahl. Alle Motoren sind mit einer Start-Stopp-Automatik ausgerüstet und erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-temp. Je nach Antrieb werden die Kräfte mit manuellen Fünf- oder Sechsgang-Schaltungen eingeteilt, außerdem steht ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zur Wahl. Netter Gag: Bei Ausrüstung mit dem DSG leuchtet die Nummer des gerade eingelegten Ganges im Knauf des Gangwahl-Hebels.

Weltweit vier Werke und vier Varianten

Der T-Cross für Europa entsteht bei VW-Navarra im spanischen Pamplona. Außerdem wird das SUV in Brasilien und China gebaut. Dort ist er neun Zentimeter länger, hat aber keine verschiebbare Rückbank. An der Front unterscheiden sich sämtliche Varianten leicht voneinander, und von den beiden VW-Joint-Venture-Partnern in China „SAIC“ und „FAW“ darf nur einer den Namen „T-Cross“ verwenden. Welcher, ist noch nicht bekannt.

In Europa sind die Konkurrenten des T-Cross unter anderem der Kia Stonic (ab 15.990 Euro), der Renault Captur (ab 16.190 Euro), das T-Cross-Seat-Pendant Arona (ab 16.290 Euro), der Hyundai Kona (ab 17.500 Euro), der Opel Crossland X (ab 18.280 Euro), der Peugeot 2008 (ab 18.300 Euro) und der Ford EcoSport (ab 18.590 Euro). Die Auslieferung des T-Cross beginnt im April 2019, die Preise starten bei 17.975 Euro. Damit liegt er im Mittelfeld der Konkurrenten.

Fahrbericht vom Prototyp

Allradantrieb haben wir bei der ersten kleinen Ausfahrt mit dem noch großzügig per Folie getarnten Prototyp im Südosten Münchens nicht vermisst. Schon beim Platznehmen hinter dem in zwei Ebenen verstellbaren Lenkrad stellt sich das vertraute VW-Gefühl ein, das der Prototyp bereits nach den ersten Metern bestätigt. Unter seiner Haube grummelt unverkennbar, aber gut gedämmt der Vierzylinder-TDI. Er setzt den kleinen SUV mit Nachdruck in Bewegung, das verbaute DSG wechselt unauffällig die Gänge. Die Federung wirkt komfortabel abgestimmt, soweit sich das auf den meist ordentlich geteerten Straßen unserer kleinen Testrunde beurteilen lässt. Die Lenkung spricht präzise an, das Fahrwerk vermittelt ein ähnlich agiles Gefühl wie im Polo.

Technische Daten:

T-Cross 1.0

Leistung: 70 KW (95 PS)
Drehmoment (bei U/min): 175
Höchstgeschwindigkeit:180 km/h
Grundpreis:17.975 €

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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