Kabe Imperial i810 LXL (2020) im Schnell-Test

Aus dem hohen Norden kommt ein besonderer Luxusliner zu uns. Der
Integrierte auf Sprinter überrascht mit zahlreichen Besonderheiten.
Erste Annäherung an den komfortablen Schweden.
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Aus dem hohen Norden kommt ein besonderer Luxusliner zu uns. Der Integrierte auf Sprinter überrascht mit zahlreichen Besonderheiten. Erste Annäherung an den komfortablen Schweden.

© Jürgen Bartosch

Aus dem hohen Norden kommt ein besonderer Luxusliner zu uns. Der Integrierte auf Sprinter überrascht mit zahlreichen Besonderheiten. Erste Annäherung an den komfortablen Schweden.

Wer gerne in Skandinavien urlaubt, hat sie sicher schon gesehen: Reisemobile der schwedischen Marke Kabe. Bei uns bislang vor allem mit Wohnwagen vertreten, will der Traditionshersteller nun auch hierzulande Freunde für seine Teil- und Vollintegrierten – und neuerdings auch Campingbusse – finden.

Gleich drei neue Kabe-Baureihen setzen auf den Mercedes Sprinter als Basis. So auch die Top-Integriertenserie Imperial, die bereits serienmäßig mit einigen ungewöhnlichen Ausstattungsdetails gespickt ist.

Kabe Imperial: Wuchtiger Liner mit luftigem Raumgefühl

Der 8,32 Meter lange i810 nutzt den frontgetriebenen Sprinter mit angeflanschtem Alko-Tiefrahmen und Tandemhinterachse mit 5,5 Tonnen Gesamtgewicht. Für den 177-PS-Topmotor und die Neungang-Automatik muss der i810-Käufer keinen Aufpreis bezahlen. Das gilt auch für die Alufelgen und die elektrische Feststellbremse, für die hochwertigen Isri-Fahrerhaussitze und ebenso für die markanten LED-Hauptscheinwerfer, die dem Imperial ein Volvo-artiges Gesicht verleihen.

Bei über acht Meter Länge darf die Sitzgruppe natürlich üppig ausfallen. Alleine auf der Längscouch rechts können drei Personen bequem sitzen. Dass der i810 LXL auch für Familien geeignet ist, unterstreicht die Ausführung der Querbank, die mit Armlehnen und verstellbarer Sitzneigung auch den Passagieren die Fahrt so angenehm wie möglich macht.

Eleganz und Praxistauglichkeit gehen ebenso in der Küche eine Kabe-typische Verbindung ein, mit der Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff und der elektrischen Zentralverriegelung der Schubladen und Auszüge. Der große Kühlschrank gegenüber ist als Tec-Tower mit einem Backofen kombiniert – aufpreisfrei.

Das Heck teilen sich ein Doppellängsbett und der schlanke Sanitärraum daneben – eine eher ungewöhnliche Kombination für Integrierte. Auch wenn die reinen Liegemaße – 1,93 mal 1,24 Meter – nicht gerade üppig erscheinen, verwöhnt das Doppelbett mit einem Liegekomfort, der seinesgleichen sucht. Auf dem Lattenrost ruht nicht nur eine 15 Zentimeter dicke Boxspring-Matratze, obendrauf liegt auch noch ein fünf Zentimeter dicker Topper. Darauf schlief zumindest der Tester wie auf Wolken – und das Aufstehen morgens fiel entsprechend schwer. Dabei hilft eine Stufe am Fußende beim Ein- und Aussteigen. Daneben ist noch ein Ablagefach eingebaut, auf das Großgewachsene aber gerne verzichten würden zugunsten einer längeren Matratze.

Aus dem Bett locken kann – besonders im Winterhalbjahr – aber auch die ausgeklügelte Heizungssteuerung. Am Touchscreen-Kontrollbord lässt sich eine generelle Nachtabsenkung für die Alde-Warmwasserheizung einprogrammieren. Dank der zusätzlich separat zeitgesteuert regelbaren Fußbodenheizung treffen die Zehen am Morgen bereits auf einen angenehm vortemperierten Boden. Die Wintertauglichkeit ist bei Kabe traditionell bis ins kleinste Detail ausgetüftelt. Das beginnt bei der hochwertigen Aufbaukonstruktion mit Doppelboden und Alu-Alu-Sandwich, geht weiter mit der speziellen Möbelkonstruktion, die die Warmluftzirkulation optimal unterstützt, und endet in vielen praktischen Details wie der Kunststoffwanne und den Drahtkörben zum Trocknen feuchter Kleidung im Schrank über der Heizung.

Durchdachte Ausstattung auch fürs Wintercamping

Eine serienmäßige Kraftstoff-Standheizung erwärmt gezielt den Fahrerhausbereich, kann aber auch über einen Wärmetauscher die Aufbauheizung unterstützen. Super für Wintersportler ist zudem die lange, ausziehbare Kunststoffwanne im Doppelboden, in der man auch feuchte Skier und Snowboards platzsparend unterbringen kann.

Im beheizten Keller kommt auch ein Großteil der Bordtechnik unter. Frostschäden vermeiden zudem die drei elektrischen Ablassventile für das kalte und warme Frischwasser sowie den Abwassertank. Nur ein paarmal Tippen auf dem Kontrollbord, und das komplette Wassersystem des Fahrzeugs entleert sich selbsttätig.

Weiteres Beispiel für die cleveren schwedischen Entwickler: Die beiden Elf-Kilo-Behälter stehen im Gaskasten auf einem Karussell, mit dem man einfach die Flasche nach vorn dreht, an der man gerade hantieren muss.

Besonderes findet sich auch im Bad: eine Cinderella-Verbrennertoilette. Sie verwandelt alle Hinterlassenschaften mittels Gasbrenner in ein kleines Aschehäufchen. Für den reibungslosen Ablauf muss vor jedem Geschäft eine Art Filtertüte aus wasserfestem Papier in die blecherne Kloschüssel gelegt werden. Hinterher sorgt mindestens eine Stunde lang ein Gebläse für den Abzug der Verbrennungsluft – wer nicht mit so einem guten Schlaf gesegnet ist wie der Autor, den könnte das stören.

Geräumig zeigt sich die separate Dusche ganz im Heck. Eine Bilgenpumpe sorgt für zuverlässigen Wasserabzug in den Tank.

Basisinformationen Kabe Imperial i810 LXL (2020)

Gurte/Schlafplätze: 4/4 Zul. Gesamtgewicht: 5500 kg Länge/Breite/Höhe: 8,32/2,31/3,09 m Grundpreis ab: 183.215 Euro

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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