iPad als Zweitmonitor: Verbindung zwischen Windows und macOS

iPad als Zweitmonitor: Verbindung zwischen Windows und macOS
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iPad als Zweitmonitor: Verbindung zwischen Windows und macOS

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iPads haben ein sehr gutes Display, weshalb sie sich ideal als Zweitmonitor für macOS- und Windows-Geräte eignen. Wir zeigen, was Sie dafür tun müssen.

Einfache Einrichtung auf modernen Geräten

Besonders leicht gehen die folgenden Tipps von der Hand, wenn Sie eine moderne Version von macOS installiert haben. Seit dem Catalina-Update und damit Apples Sidecar brauchen Sie keine zusätzliche Software mehr, um unseren Tipp umzusetzen. Falls das Gerät zu alt ist, werden Sie hingegen Software von externen Anbietern installieren müssen. Wir werden Lösungsvorschläge für beide Szenarien anbieten, sodass Sie am Ende dieses kurzen Ratgebers in jedem Fall ein iPad als Zweitmonitor werden nutzen können.

Sidecar: Apples hauseigene Lösung seit Catalina

Erst durch Sidecar als neues Feature wurden die meisten Hürden für diese Nutzung des iPads abgeschafft. Mehr als ein paar Mausklicks brauchen Sie in der Regel nicht, um die Einrichtung vollständig abzuschließen. Außerdem finden Sie in Sidecar weitere Möglichkeiten für Feintuning und Optimierung, auf die wir noch eingehen werden.

Übrigens: Wir erwähnen zwar immer wieder Catalina, allerdings ist Sidecar natürlich auch Bestandteil neuerer macOS- und iOS-Versionen. iOS 14 auf dem iPad und macOS 11 (Big Sur) sind ebenfalls mit unseren Tipps kompatibel. Allerdings gilt auch: Einige Macs und iPads sind zu alt, um Sidecar überhaupt zu starten. Dies gilt unabhängig von der verwendeten Softwareversion.

Im Einzelnen sieht die Kompatibilität wie folgt aus:

• Große Geräte: MacBook (ab Anfang 2016), MacBook Air (ab 2018), Mac Pro (ab 2019), Mac mini (ab 2018), MacBook Pro (ab 2016), iMac (ab 2017), iMac 5K (ab Ende 2015) und iMac Pro

• Kleine Geräte: iPad Pro 9,7 Zoll, iPad Pro 10,5 Zoll, iPad Pro 12,9 Zoll, iPad Pro 11 Zoll, iPad (ab der sechsten Generation), iPad mini (ab der fünften Generation) und iPad Air (ab der dritten Generation)

Auf allen genannten Geräten können Sie Sidecar nutzen. Ist Ihr Gerät nicht in der Liste aufgeführt, liegt leider keine Kompatibilität vor und Sie müssen sich mit externer Software helfen.

Zusätzliche Anforderungen

Um mit der genannten Hardware gute Ergebnisse zu erzielen, sollten noch die folgenden Eigenschaften erfüllt sein. Installieren Sie auf dem iPad und dem Mac (oder dem Windows-Gerät) alle aktuellen Updates. Melden Sie sich außerdem, nach Möglichkeit, mit derselben Apple-ID auf Mac und iPad an. Bluetooth und WLAN sollten auf beiden Geräten eingeschaltet sein.

Beide Geräte sollten weiterhin über dasselbe WLAN-Netzwerk kommunizieren, was in privaten Umgebungen ohnehin meistens der Fall ist. Bei der Verbindung gilt: Diese sollte so schnell wie möglich sein. Andernfalls kommt auch eine kabelgebundene Lösung in Betracht. Um iPad und Mac oder Windows-PC zu verbinden, könnten Sie beispielsweise Lightning-auf-USB-Kabel oder auch Thunderbolt-Kabel verwenden.

Aktivierung von Sidecar

Halten Sie sich an die fünf folgenden Schritte, um Sidecar und die Zweitmonitorfunktion einzuschalten.

1. Stellen Sie das iPad neben den Mac oder den Monitor. Die Investition in einen Standfuß, falls nicht vorhanden, ist langfristig sinnvoll; für den ersten Test reichen auch andere Hilfsmittel.

2. Auf dem Mac sollten Sie rechts in der Menüleiste das Symbol für AirPlay sehen. Klicken Sie nun darauf und wählen Sie das iPad aus (es sollte automatisch erkannt werden). Falls Sie das iPad nicht sehen, gehen Sie über die Systemeinstellungen, klicken dort auf Sidecar und stellen die Verbindung manuell her.

3. Jetzt sollte bereits alles abgeschlossen sein und das iPad sollte den Bildschirm auf dem Display des Macs erweitern. Eine andere Option besteht im Spiegeln des gesamten Bildschirminhaltes. Klicken Sie noch einmal auf das AirPlay-Symbol, um zwischen den Ansichten zu wechseln und die für Sie bessere Option zu wählen.

4. Nun können Sie beispielsweise Fenster verschieben, indem Sie sie via Drag & Drop einfach zwischen den Anzeigen hin und her ziehen. Möchten Sie es sich vereinfachen, klicken Sie einmal auf die Vollbildschaltfläche eines Fensters. Wählen Sie dort "Auf iPad (…) bewegen" aus.

5. Um alles rückgängig zu machen, klicken Sie wieder auf das AirPlay-Symbol. Danach entscheiden Sie sich für "Trennen". Dies können Sie entweder auf dem Mac oder dem iPad machen, das Ergebnis ist identisch.

Mehr müssen Sie nicht tun, um das iPad als Zweitmonitor zu verwenden.

Interessante Features von Sidecar

Falls Sie alles wie soeben beschrieben einrichten, werden Sie auf dem iPad links die Seitenleiste von Sidecar finden. Hier sehen Sie einige Tasten, die Sie vom Mac kennen. Aktivieren können Sie sie nun entweder mit den Fingern oder Eingabegeräten wie dem Apple Pencil. So bekommen Sie auch auf dem Touch-Display des iPad Zugriff auf Funktionen wie die STRG- und die Umschalt-Taste, die Befehlstaste oder das Einblenden des Docks vom Mac.

Touch Bar-Features für jeden Mac

Das MacBook Pro mit OLED-Touch Bar ist Ihnen zu teuer? Durch das iPad können Sie die Funktion auch auf den Mac holen. Möglich macht es wieder einmal Sidecar. Das iPad wird damit nicht nur ein zweites Display, auf dem Sie allerhand wichtige Dinge ablegen können, sondern auch ein Gerät, das eine Touch Bar-ähnliche Oberfläche bekommt. Gehen Sie wie folgt vor:

1. Auf dem Mac klicken Sie zuerst auf das AirPlay-Symbol der Seitenleiste.

2. Entscheiden Sie sich nun für "Touch Bar anzeigen" und wählen Sie aus, wo diese Leiste auf dem iPad erscheinen soll.

Alle Funktionen, die nun auf der Touch Bar des iPads zu sehen sind, können Sie auch über den Mac abrufen. Das mag nicht ganz so komfortabel wie auf dem MacBook Pro sein - aber es ist besser als nichts.

Abwechselnde Nutzung

Sie können recht leicht zwischen der Nutzung des iPads als Zweitmonitor und der normalen Verwendung des Tablets wechseln - und das geht so:

1. Wischen Sie auf dem iPad von ganz unten nach oben.

2. Im erscheinenden Startbildschirm des iPads greifen Sie nun wie gewohnt auf Ihre dort gespeicherten Apps und Daten zu.

3. Wollen Sie zurück zur Verwendung als Zweitmonitor, wischen Sie noch einmal von ganz unten nach oben und tippen auf das Symbol für Sidecar.

Fertig. So können Sie das Tablet auch mitten in seinem "neuen Dienst" gelegentlich als klassisches Tablet verwenden.

Lösungen für ältere Macs und Windows-PCs

Falls die Hardware nicht mehr ganz aktuell ist oder Windows zum Einsatz kommt, müssen Sie externe Software bemühen. Einen guten Job in dieser Disziplin erledigt das Programm Duet Display. Die App ist kostenpflichtig und wurde von ehemaligen Mitarbeitern von Apple selbst entwickelt. Prinzipiell arbeitet die Anwendung wie folgt: Sie installieren sie auf beiden gewünschten Geräten, verbinden diese mit einem Kabel und sind auch schon fertig.

In der Theorie müssen Sie nicht mehr machen, um auf diese Weise einen zweiten Bildschirm zu bekommen. Auch das Touch-Display auf dem iPad bleibt Ihnen vollständig erhalten und einige unserer Tricks - wie die Anzeige der Touch Bar auf dem iPad - sind mit Duet Display ebenfalls möglich.

Die App ist für Windows-PCs und Geräte mit macOS kostenlos. Der wichtigere Anteil für das iPad kostet im App Store bei Apple allerdings 10,99 Euro. Möchten Sie eine drahtlose Verbindung via WLAN herstellen, erhöhen sich die Kosten auf 19,99 Euro. Die Pro-Variante von Duet Display kostet letztendlich 31,99 Euro. Alle Preise beziehen sich auf jährlich wiederkehrende Abonnements.

Einrichtung von Duet Display

Halten Sie sich an die folgenden Schritte:

1. Zuerst laden Sie die Software auf allen Geräten herunter, die Sie verbinden möchten. Beim Hersteller direkt geht es am einfachsten, klicken Sie dazu auf duetdisplay.com. Die App für iOS finden Sie hingegen im App Store unter apple.com.

2. Installieren Sie nun die Software auf dem Mac oder Windows-PC. Während der Installation müssen Sie das Gerät neustarten, sichern Sie vorher also Ihre Arbeit. Wenn die Einrichtung abgeschlossen ist, wird Duet Display in der Regel automatisch starten. Starten Sie auch die App auf Ihrem iPad.

3. Verbinden Sie das iPad mit einem Lightning-auf-USB-Kabel mit dem Mac oder Windows-PC.

4. Starten Sie Duet Display nun auf dem iPad und halten Sie sich an die Anweisungen. Auf dem anderen Gerät muss die Anwendung ebenfalls gestartet sein.

5. Beide Geräte sollten sich nun automatisch verbinden und das iPad sollte automatisch die Funktion als zweiter Bildschirm einnehmen. Wie sich dieses Display genau verhalten soll, können Sie in den Systemeinstellungen von macOS oder Windows anpassen.

Sind Sie noch nicht zufrieden, sollten Sie auf das Duet Display-Symbol auf Ihrem Computer klicken. Dort finden Sie ein Zahnrad mit "Erweiterten Einstellungen". Darin können Sie diverse Eigenschaften der Verbindung definieren, etwa die Bildqualität und die Framerate.

Alternative zu Duet Display: Luna Display

Möchten Sie nicht Duet Display verwenden, stellt Luna Display eine ähnliche Funktion bereit. Allerdings verbirgt sich dahinter ein physisches Produkt in Form eines USB-Adapters. Einst begann dieses Projekt auf der bekannten Plattform Kickstarter, heute ist Luna Display jedoch allgemein akzeptiert und etabliert. Windows wird nicht unterstützt, es handelt sich also um eine Lösung nur für iPad und Mac. Etwa 70 Euro müssen Sie aktuell für Luna Display auf den Tisch legen. Als Belohnung erhalten Sie den USB-Adapter plus notwendige Software.

Bei Interesse gehen Sie dann so vor:

1. Verbinden Sie den USB-Adapter mit Ihrem macOS-Gerät.

2. Laden Sie die Software für den Mac über diesen Link herunter: https://astropad.com/product/lunadisplay. Für den App Store und die App für das iPad wählen Sie hingegen https://apps.apple.com/us/app/luna-display/id1250259715.

3. Beide Geräte verbinden Sie nun via WLAN miteinander, es muss zwingend dasselbe Netzwerk sein.

4. Starten Sie nun die Software auf beiden Geräten.

5. Beide Geräte verbinden sich automatisch miteinander. In den Systemeinstellungen von macOS konfigurieren Sie den neuen Zweitbildschirm in Form des iPads.

Mehr müssen Sie nicht tun. Luna Display ist damit nicht komplizierter als Duet Display.

Beide Lösungen im Vergleich: Duet Display gegen Luna Display

Mit seinem Preis von 10,99 Euro für den Einstieg ist Duet Display zunächst wesentlich günstiger als Luna Display. Um die Sache mit dem Zweitbildschirm zu testen, eignet sich Duet Display daher besser. Insgesamt liefert die Software ein zufriedenstellendes, weitgehend flüssiges Ergebnis. Die Touch-Fähigkeiten, die das iPad mitbringt, erweisen sich im Praxiseinsatz allerdings als weniger hilfreich als gedacht. Die Maus ist am Ende doch präziser und schneller, um Befehle umzusetzen.

Hinsichtlich der Touch Bar gilt, dass diese ebenfalls praktisch, aber nicht so leicht zugänglich ist, wie die ganz normalen Tasten auf der Tastatur. Dies ist letztendlich aber auch eine Geschmacksfrage. Recht schwergängig tut sich der Apple Pencil auf dem iPad, während es als Zweitbildschirm genutzt wird. Es mangelt vor allem an der Präzision. Eine bessere Unterstützung für den Stift bekommen Sie mit Duet Display Pro - dann aber für 31,99 Euro.

Die Vor- und Nachteile gliedern sich damit wie folgt.

Pro:

• Unkomplizierte Einrichtung und flüssige Bedienung

Kompatibilität mit Multi-Touch-Funktion

• Einblendung von Touch Bar möglich

• Support für den Apple Pencil

Contra:

• Pencil ist leider nicht präzise genug

• WLAN-Fähigkeit nur in der 19,99 Euro teuren Edition

• Bei Spiegelung des Bildschirms deutlich schlechtere Leistung

Ein Blick auf Luna Display

Bei Luna Display sieht die Sachlage hingegen wie folgt aus.

Pro:

• Unkomplizierte Einrichtung und flüssige Bedienung

• Gute Performance auch mit WLAN

• Support für Apple Pencil und Multi-Touch

• WLAN-Verbindung ohne Aufpreis

Contra:

• Generell hoher Startpreis

• Leistung ist stark von WLAN-Geschwindigkeit abhängig

• Kein Windows-Support

Insgesamt erhalten Sie mit Luna Display die bessere, aber auch deutlich teurere Lösung. Die Investition in echte Hardware spiegelt sich jedoch direkt in einer besseren Performance wider. Mit einem 5,0-GHz-WLAN erzielen Sie sehr gute Ergebnisse.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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