Wie sicher sind Smart Home, Alexa und Co.?

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29.10.2018 - 09:00 Uhr

Experten warnen vor den Sicherheitsrisiken, die eine vollständige Vernetzung des Haushalts mit sich bringt. So innovativ und praktisch die Smart Home Technologie ist, so riskant ist sie in Bezug auf die IT-Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Verbraucher fragen sich, welches Interesse Hacker am vernetzten Kühlschrank oder der Audioanlage haben sollten. Das Interesse gilt nicht den im Netzwerk integrierten Geräten, sondern dem Heimnetzwerk selbst und damit den persönlichen Daten des Nutzers. Überall dort, wo persönliche Daten für die Nutzung der Technologie nötig sind, lauern immer neue Gefahren und das nicht zu unterschätzende Risiko einer Fremdverfügung.

Mehr Aufmerksamkeit für Passwörter und die gesamte Netzwerksicherheit nötig

Nicht selten werden Sicherheitspasswörter mit einem Bezug zum eigenen Leben, so zum Beispiel mit Namen und Daten von Familienmitgliedern vergeben. Auch die Konzentration auf ein Hobby, die Automarke oder das Lieblingsreiseziel sind in der Auswahl von Passwörtern keine Seltenheit. Hier haben es Hacker einfach, warnen Experten und geben zu bedenken, dass unsichere Passwörter ihren Zweck verfehlen und die Gefahr, Opfer eines Hackerangriffs zu werden mehr als verdoppeln.

Die Aufmerksamkeit bei Fremdzugriffen im Smart Home gilt nicht den Geräten und ihrer Steuerung. Vielmehr dienen die vernetzten Geräte dazu, Hackern sprichwörtlich Tür und Tor zu öffnen.

In der Sicherung und Zugriffsberechtigung privater Daten wird mit der Primärverantwortung zu sorglos umgegangen. Die unzureichende, beinahe dilettantische Sicherung des Smart Homes ist hier nur ein Beispiel. Um sensible Daten für Dritte unverfügbar zu machen, müssen die Software und Hardware auf dem neuesten Stand gehalten und Updates zur Beseitigung von Sicherheitslücken ernst genommen werden. Genau hier zeigt sich die Problematik besonders deutlich. Ein Großteil aller Smart Home Nutzer geben in Umfragen zu, dass sie die Software des Smartphones oder des Tablet Computers nur sporadisch auf den neuesten Stand bringen. Bei der Anwendung von Passwörtern äußern sich viele Befragte, dass sie für alle Anwendungen auf ihrem Gerät ein und dasselbe Codewort verwenden.

In diesem Fall haben es digitale Einbrecher noch einfacher, warnen Sicherheitsexperten und zeigen die Gefahren auf. Durch die Bedienung des Smart Home über das Handy haben Hacker bei unsachgemäßem Umgang mit der Technik leichtes Spiel. Dies gilt sowohl für Privathaushalte wie für Gewerbe, die ihr Objekt mit der smarten Technologie ausstatten und zum Beispiel den Eingangs- und Sicherheitsbereich der Firma über das Smartphone öffnen.

Smart Home bereits im Eingangsbereich für Fremdzugriffe verschließen

Wer erst einmal in die Smart Home Steuerung, also ins Smartphone des Nutzers gelangt ist, hat praktisch freien Zugang in den gesamten privaten Bereich. Für die Sicherheit im Internet ist jeder digitale Nutzer selbst verantwortlich. Der Verantwortungsbereich sollte weder ausgelagert noch geflissentlich übergangen werden. Ein zu unbedarfter und sorgloser Umgang mit dieser Technologie ist noch riskanter als eine geöffnete Haustür während der Abwesenheit. Niemand käme auf die Idee, sein Haus offen stehen zu lassen und eine Einladung an Einbrecher auszusprechen. Doch im digitalen Raum sind die Türen nicht selten sperrangelweit geöffnet. Eine direkt mit dem Smart Home in Verbindung stehende Gefahr ist die Tatsache, dass der digitale Einbruch viel einfacher als ein physischer Einbruch ist und dass dieser von Betroffenen oft unbemerkt bleibt.

Hier sehen IT-Sicherheitsdienstleister das größte Problem. Wird der Einsatz von Schadware nicht erkannt, bleibt die Sicherheitslücke offen und der Hacker befindet sich praktisch direkt im Leben und den Gewohnheiten des Smart Home Nutzers. In der direkten Ansprache der Nutzer erzeugt dieser Gedanke Gänsehaut. Gleichzeitig geht ein Großteil von Smart Home und Alexa Nutzern aber davon aus, dass sie selbst nicht betroffen sind.

Die Verwendung innovativer und das Leben vereinfachender Technologien muss nicht mit Sorgen um die digitale Sicherheit behaftet sein. Die Sicherheitspforte für eine digitale Vernetzung des Zuhauses sollte direkt bei der Installation in den Fokus gelangen. Weiter steht der sorgsame Umgang mit dem Steuerungsgerät, also dem Smartphone im Mittelpunkt. Regelmäßige Updates, die neueste Software, Sicherheitsüberprüfungen und wechselnde Passwörter erschweren den Zugriff durch Hacker und machen das vernetzte Zuhause sicherer. Nutzer die bisher keinerlei Erfahrung oder nur wenig Kenntnis in der IT haben, sollten sich auf einen Experten berufen und die Informationen zu Vorteilen und Risiken in ihre Entscheidung einbeziehen.

Eine sichere digitale Umgebung bildet die Grundlage der Nutzung moderner Technologien. Je mehr Sperren und Barrikaden geschaffen werden, umso sicherer ist das Heimnetzwerk.

Quelle: freenet
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