Aus für Onenote naht: Kostenlose Alternativen
Onenote und Evernote gehören zu den beliebtesten Notizprogrammen, doch bei Onenote ist das Support-Ende für Windows 10 erreicht. Wir stellen Dir Alternativen für den Umstieg vor.
Seit Oktober 2025 besteht für Onenote unter Windows 10 kein Support mehr. Doch Onenote ist beliebt und nicht jeder ist bereit, auf Windows 11 zu wechseln. Zudem sieht sich das Tool auf dem neuen Betriebssystem einer starken Konkurrenz gegenüber, die in den letzten Jahren gewachsen ist.
Früher hieß das Notizprogramm Onenote 2013, dann Onenote 2016 und danach nur noch Onenote. Du kannst das Tool kostenlos aus dem Microsoft Store laden oder es im Rahmen von Microsoft 365 nutzen. Falls Du noch nicht zu Windows 11 wechseln möchtest, kannst Du Onenote einfach wie gewohnt unter Windows 10 weiterverwenden. Du erhältst aber keine Patches oder neue Funktionen mehr per Update. Denn seit Oktober 2025 ist der Support eingestellt. Du kannst Dich über die Software auch nicht mehr bei Deinem Microsoft-Konto anmelden.
Wenn Du Dich hingegen für einen Umstieg entscheidest, erfolgt eine automatische Übertragung der Online-Archive auf die neue Version. Es besteht aber natürlich auch jederzeit die Möglichkeit, zu einem alternativen Notizprogramm zu wechseln. Früher war die Entscheidung einfach, weil Evernote häufig die erste Wahl war. Von diesem Programm ist zum Beispiel eine kostenlose Version erhältlich. Bei Evernote sind jedoch etwaige Funktionseinschränkungen zu beachten. Das Programm stellt daher keinen vollwertigen Ersatz für Onenote mehr dar. Wenn Du den vollen Funktionsumfang von Evernote nutzen möchtest, musst Du Dich hingegen für die kostenpflichtige Version entscheiden.
Falls alle diese Lösungen nicht für Dich passen, solltest Du Dich nach einer Alternative umsehen. Hier sind mittlerweile viele kostenlose Optionen verfügbar. Wir haben einige der interessantesten Tools herausgesucht und stellen diese vor.
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Microsoft Onenote
Microsoft ist für seine Office-Programme bekannt, aber Onenote fristet hier bisher ein Schattendasein. Die aktuelle Version der Software stellt keine Ausnahme dar. Das ist bedauerlich, weil Onenote viele Vorzüge bietet, sobald Du dich einmal an die Bedienung gewöhnt hast. Onenote kann sich deshalb schnell zu einem unverzichtbaren Begleiter im Alltag entwickeln.
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Im Prinzip kannst Du Dir Onenote wie einen einzigen großen Zettelkasten vorstellen. In diesen wirfst Du alles hinein, was Dir im Alltag begegnet und das Du für wichtig hältst. Das können Fotos sein, Musik oder Textschnipsel. Die Ablage im „Zettelkasten“ erfolgt per Drag-and-Drop. Die Verwaltung in einer Baumstruktur ist dabei üblich, aber nicht zwingend. Du kannst auch die Suchfunktion bemühen und nach den Inhalten per Stichwort fahnden. Die Speicherung erfolgt entweder auf dem lokalen PC oder in Onedrive. Inhalte lassen sich über mehrere Computer und Betriebssysteme hinweg synchronisieren. Verfügbar ist Onedrive aktuell als Webanwendung, für Android und iOS sowie für Windows und macOS.
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Notion
Notion hat eine deutlich von Onenote abweichende Ausrichtung und konzentriert sich auf Unternehmensanwender. So ist Notion zum Beispiel eine sinnvolle Wahl für das Projektmanagement. Private Aufgaben lassen sich damit aber auch erledigen. Du kannst etwa Leselisten erstellen oder die Reiseplanung. Notion bietet dafür bereits vorgefertigte Formulare. Doch nicht nur mit Text kann Notion umgehen. Auch Audiodateien, Videos oder Bilder sowie Programmcode nimmt die Software entgegen.
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Gibst Du das Zeichen für den Schrägstich (/) ein, gelangst du in das Kontextmenü. Von hier aus kannst Du deine Eingaben bearbeiten und formatieren. Auch ein E-Mailprogramm, eine Zeitleiste und ein Kalender sind zugänglich. Tatsächlich kann die Funktionsvielfalt anfangs ein wenig überwältigend sein. Es dauert eine gewisse Zeit, sich zurechtzufinden. Die Bereitstellung der Anwendung erfolgt über die Cloud. Du installierst zwar weiterhin einen lokalen Client, doch alle Inhalte sind online gesichert. Verfügbar ist die Software für die mobilen Betriebssysteme iOS und Android sowie für Windows und für macOS.
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Google Notizen
Google bietet mit Notizen ebenfalls ein eigenes Programm für das Ablegen von Texten, Zeichnungen, Bildern und vielem mehr an. Ein wesentlicher Unterschied zu Onenote und Notion besteht jedoch darin, dass Google Notizen klar auf mobile Betriebssysteme ausgelegt ist. Damit sind iOS und das Google-eigene Android gemeint. Zudem ist Notizen als Webanwendung verfügbar sowie als Browsererweiterung für Chrome. Damit sollten sich eine Vielzahl von Verwendungsszenarien abdecken lassen. Unter keep.google.com (das Programm heißt auf Englisch “Keep”) findest Du das Tool zum Herunterladen. Vor der Nutzung musst Du aber erst einmal ein Google-Konto einrichten.
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Der Aufbau von Google Notizen könnte kaum einfacher sein. Du musst nur das Pluszeichen antippen und kannst sofort mit der Eingabe von Notizen beginnen oder zum Beispiel Bilder auswählen. Aufgaben kannst du bei Bedarf mit einer Erinnerung versehen. Eine Texterkennung aus Bildern ist ebenfalls vorhanden. Erfasster Text lässt sich direkt in Notizen umwandeln. Hinzu kommt die Transkription von Sprachaufnahmen und deren Bearbeitung. Du kannst Notizen mit anderen teilen oder in der Cloud speichern.
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Simplenote
Simplenote ist ein weiteres sehr einfach gehaltenes Notizprogramm. Die Installation erfolgt hier allerdings lokal auf dem Rechner. Das kann zum Beispiel ein System mit Windows oder macOS sowie Linux sein. Für Android und iOS ist Simplenote ebenfalls erhältlich. Während die Installation lokal erfolgt, findet die Speicherung der Notizen online statt. Danach ist eine Synchronisierung über alle angemeldeten Geräte hinweg möglich.
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Simplenote trägt seinen Namen zu Recht, weil es sich auf die wesentlichen Funktionen eines Notizprogramms beschränkt. Dazu gehört, dass lediglich Markdown als einziges Dateiformat unterstützt wird. Es lassen sich nur einfache Aufzählungen darstellen. Ansonsten sind keine weiteren Textformatierungen verfügbar. In dieser Hinsicht herrscht bei Simplenote tatsächlich ein gewisser Minimalismus vor. Es ist also nicht möglich, Audio, Bilder, Videos oder andere Inhalte mit dieser Software aufzuzeichnen.
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Vistawiki
Bei Vistawiki handelt es sich um mehr als ein reines Notizprogramm. Diese Software ist vielmehr als Wissensdatenbank angelegt. Unternehmen und Forschungseinrichtungen gehören zur Zielgruppe dieses Angebots. Vistawiki dient der Erfassung von Texten. Aufgrund der professionellen Ausrichtung sind hier viele Funktionen verfügbar, die zu einer vollwertigen Textverarbeitung gehören. Zu den Bearbeitungsmöglichkeiten gehören zum Beispiel Formatierungen wie die Textausrichtung, Farben für die Hintergründe und Schriftarten sowie die Fettung. Das ist jedoch nur eine kleine Auswahl der verfügbaren Funktionen.
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Du kannst die erfassten Texte auch um weitere Inhalte ergänzen. Dazu gehören Bilder und Screenshots. Externe Dateien nimmt Vistawiki ebenfalls entgegen, wie etwa HTML-Code oder Links. PDF, HTML und RTF wiederum sind die verfügbaren Ausgabeformate der Software. Eine Speicherung der Daten in der Cloud ist bei diesem Angebot nicht vorgesehen. Die Ablage der Dateien erfolgt lokal.
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Cherrytree
Der Name deutet bereits darauf hin, dass dieses Notizprogramm mit einer Baumstruktur arbeitet. Die Gliederung der Notizen wird dabei mit einem kleinen Kirschen-Symbol verdeutlicht. Dieses taucht immer an der Stelle bzw. dem Knoten auf, wo sich die Äste verzweigen. Jedem dieser Knoten ordnet Cherrytree einen Notizzettel mit den eingegebenen Texten zu. Letztere lassen sich auf die gewünschte Weise formatieren. Du kannst dafür zum Beispiel nummerierte Listen verwenden. Listen mit vorangestellten Kontrollkästchen sind ebenfalls verfügbar. Cherrytree kann auch Bilder und Tabellen aufnehmen und versteht selbst Programmcode. All das lässt sich auf Notizzetteln unterbringen. Mit externen Dateien, Links und anderen Knoten kann das Programm ebenfalls umgehen. In einer SQLite-Datenbank findet die Ablage der Notizen statt. Per 7-Zip kannst Du diese bei Bedarf direkt komprimieren und verschlüsseln. Daten können wahlweise auch im XML-Format gespeichert werden. Außerdem ist ein Schreibschutz für die Knoten in der Baumstruktur möglich.
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Maus und Tastenkürzel gehören zu den Optionen für die Bedienung der Software. So lassen sich zum Beispiel bei Bedarf Knoten auf einfache Weise verschieben. Inhalte oder Knotennamen lassen sich per Suchfunktion auffinden. Filtern lässt sich die Suche etwa anhand des Datums der Erstellung oder Änderung. Ein Export ist ebenfalls möglich in den Formaten HTML, TXT und PDF. Die Nutzung von Cherrytree erfolgt lokal auf dem PC. Eine Bereitstellung oder Synchronisierung über die Cloud ist hier nicht vorgesehen. Die Open-Source-Software ist für Windows, macOS und Linux erhältlich.
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Cuecards 2000
Im Jahr 1997 erschien die erste Version von Cuecards 2000. Die Software blickt damit auf eine lange Historie zurück. Ursprünglich wurde das Notizprogramm von Martin Humann für Windows 95 entwickelt. Im Jahr 2018 ist die letzte Aktualisierung erschienen. Dennoch läuft das Programm auch unter Windows 11 ohne Probleme. Damit stellt die Software immer noch eine Alternative dar. Die Anordnung der Notizen erfolgt in einer Baumstruktur, der Zugriff erfolgt per Volltextsuche. Einzelne Notizen lassen sich mit Dateianhängen verbinden und auf die gewünschte Weise formatieren.
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Die Speicherung der Notizen nimmt Cuecards 2000 in einer lokal eingerichteten Datenbank vor. Es stehen daher keine Cloud-Funktionen zur Verfügung wie etwa das Synchronisieren über mehrere Rechner hinweg. Cuecards 2000 ist als Freeware verfügbar. Eine kostenpflichtige Version ist ebenfalls erhältlich und bietet zum Beispiel eine Absicherung per Passwort oder die Speicherung auf einem SQL-Server.
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Joplin
Joplin ist ein weiteres Open-Source-Angebot für die Verwaltung von Notizen. Dabei richtet sich der Fokus ganz auf Textnotizen. Bilder oder Videos kannst Du in Deinen Notizen also leider nicht hinzufügen. Dafür ist es aber möglich, handschriftliche Skizzen zu erstellen und Du kannst an Deine Notizen Dateien anhängen. Per Markdown oder RTF sind die Texte formatierbar.
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Der eigene Clouddienst von Joplin ermöglicht die Synchronisierung von Notizen, damit diese auf verschiedenen Geräten zur Verfügung stehen. Kostenlos ist das allerdings nicht. Es fallen Abogebühren in Höhe von 2,40 Euro im Monat an. Dropbox und Onedrive werden ebenfalls unterstützt. Notizen kannst Du verschlagworten und nach verschiedenen Kriterien ordnen. Die gewünschten Inhalte findest Du schnell per Volltextsuche. Der Entwickler bietet Versionen für Windows, Android und iOS an.
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Evernote – der Klassiker unter den Notizprogrammen
Noch vor dem Erscheinen von Onenote waren erste Betaversionen von Evernote verfügbar. Notizen speichert das Programm heute standardmäßig in der Cloud. Die Synchronisierung mit lokalen Datenbanken ist aber weiterhin möglich. Onenote ist klar auf Microsoft 365 ausgerichtet. Evernote hingegen verfolgt ein anderes Konzept und lässt sich als Plug-in in die Anwendungen anderer Hersteller integrieren. Du kannst Evernote daher zum Beispiel direkt in deinem E-Mail-Programm oder im Browser nutzen.
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Evernote kann nicht nur mit Texten umgehen. Das Tool erfasst auch Audio, Bilder und Videos. Handschriften lassen sich per Texterkennung erfassen. Alle Inhalte findest Du über die Volltextsuche wieder. Die Einträge lassen sich chronologisch oder nach Titeln oder Tags sowie anhand vieler anderer Kriterien ordnen. Möchtest Du die Inhalte über beliebig viele Geräte hinweg synchronisieren, benötigst Du die kostenpflichtige Version.
Fazit
Onenote und die kostenpflichtige Version von Evernote sind ausgereifte Notizprogramme, mit denen nur wenige Alternativen auf dem Markt wirklich mithalten können. Notion ist hier positiv zu erwähnen. Wenn Du nur Textnotizen benötigst und diese unkompliziert teilen möchtest, könnten Simplenote, Joplin und Google Notizen ebenfalls interessant sein.