Bald billig tanken beim Discounter?

Geht es nach dem Willen von FDP-Politiker Rainer Brüderle, könnte Benzin demnächst auch beim Discounter verkauft werden.
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Geht es nach dem Willen von FDP-Politiker Rainer Brüderle, könnte Benzin demnächst auch beim Discounter verkauft werden.

 © Stockbyte / freenet.de

Das könnte den Benzinmarkt ordentlich durcheinander bringen: Der FDP-Politiker Rainer Brüderle schlägt vor, künftig Benzin auch beim Discounter zu verkaufen. Autofahrer können auf einen Preisrutsch hoffen.

Der FDP-Politiker Rainer Brüderle will durch mehr Wettbewerb Schwung in den Markt bringen. Wenn es nach ihm geht, soll Benzin zukünftig auch bei Discountern verkauft werden: "Preise bilden sich am besten immer noch durch Wettbewerb. Wenn das Angebot steigt, sinkt der Preis", sagte Brüderle der "Bild"-Zeitung.

Derzeit ist der deutsche Benzinmarkt fest in der Hand der großen Mineralölkonzerne und die Autofahrer stöhnen über hohen Benzinkosten. Durch die festgefahrene Situation am Markt können die Firmen die Preise nahezu frei diktieren und wer nicht schieben will, zahlt zähneknirschend.

Vorbild Österreich

Im Nachbarland Österreich ist Brüderles Vorschlag bereits Realität. Autofahrer können dort seit Juli 2009 bei der Aldi Süd-Tochter Hofer tanken, teilweise deutlich billiger als bei der Konkurrenz. Während einer Aktion zu Weihnachten gab es dort Benzin und Diesel für 99,- Cent pro Liter, schreibt die "Bild"-Zeitung. Damit habe Hofer den Preis der Konkurrenz teilweise um 20 Prozent unterboten.

Starre Rahmenbedingungen

Die Diskussion um Benzinverkauf beim Discounter wird nicht erst seit Brüderles Vorschlag geführt. Regelmäßig kritisieren Verbraucherschützer und Politiker die hohen Preise. Beliebte Gegenargumente der Branche sind der gestiegene Einkaufspreis oder hohe staatliche Abgaben. Rahmenbedingungen, die auch für Discounter gelten würden und auch dort in den Verkaufspreis einfließen müssten. Somit würde Benzin auch bei ALDI und LIDL hierzulande voraussichtlich nicht viel billiger angeboten werden können als bei der Konkurrenz.

Staatliche Reglementierung

Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas geht noch weiter als Brüderle. Zukünftig sollte es der Politik erlaubt sein, verbindliche Höchstpreise festzusetzten um die Preisspirale zu stoppen: "Auch in Deutschland muss es dann nach dem Vorbild Luxemburgs möglich sein, staatliche Höchstpreise bei Benzin, Öl und Gas zu verhängen", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Quelle: freenet.de
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