Vor 32.000 Fans: Eisbären mühen sich zum Sieg im Winter Game
Der Rekordmeister setzt sich im Ost-Duell durch und kann in der aktuellen Krise etwas aufatmen.
Mehr als 32.000 Fans, eisige Temperaturen und ein Nervenkrimi: Vor einer großen Kulisse haben die Eisbären Berlin beim Winter Game der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Mannschaft von Cheftrainer Serge Aubin mühte sich am Samstag im Heimstadion des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden zu einem 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 1:0) nach Verlängerung beim Schlusslicht Dresdner Eislöwen und meldete sich nach dem jüngsten Dämpfer zurück.
"In der Situation, in der wir gerade sind, mussten wir unseren Job heute Abend erledigen", sagte Matchwinner Liam Kirk bei MagentaSport. Den entscheidenden Treffer beim Highlight-Spiel zu erzielen, sei sehr denkwürdig, das Spiel insgesamt eine tolle Erfahrung gewesen: "Daran werde ich mich den Rest meines Lebens erinnern."
Kirk schoss den Rekordmeister in der Overtime nach 14 Sekunden zum Erfolg bei der siebten Auflage des Freiluftspiels. Zuvor hatten der Brite (34.) und Ty Ronning (59.) die Berliner jeweils nach Rückstand in die Verlängerung gerettet. Der in dieser Saison schwächelnde Titelverteidiger verkürzte auf Rang sieben den Rückstand auf die Direkttickets für das Play-off-Viertelfinale zumindest bis Sonntag auf fünf Punkte. Aufsteiger Dresden reichten die Treffer von Tomas Andres (25.) und Alec McCrea (54.) nicht, die Situation am Tabellenende wird immer brenzliger.
Ungeachtet der sportlichen Situation hatten die Eislöwen dem Highlight-Spiel im Rudolf-Harbig-Stadion, das nach 2016 und 2020 zum dritten Mal zur Eishockey-Bühne wurde, entgegengefiebert. Geschäftsführer Maik Walsdorf hatte im Vorfeld von einem "Traum" gesprochen: "Zu sehen, wie aus diesen ersten Gedanken ein ausverkauftes Großevent geworden ist, erfüllt uns mit großem Stolz."
Die Eisbären, die nach der Niederlage am Donnerstagabend bei den Iserlohn Roosters (3:4) in Nightliner-Bussen angereist waren, ließen sich von den ungewohnten Bedingungen und Minusgraden unter Flutlicht nicht lange beeinflussen und übernahmen im ersten Drittel über weite Strecken die Spielkontrolle. Den Dresdnern gelang zwar immer mal wieder der Durchbruch, bei Goalie Jake Hildebrand war jedoch spätestens Endstation.
Die Hartnäckigkeit der Eislöwen zahlte sich zu Beginn des zweiten Drittels aus. Nach dem Dresdner Führungstreffer erhöhte Berlin aber den Druck und wurde belohnt. Die Eislöwen schockten die Gäste in einer hitzigen Schlussphase spät, doch Ronning sorgte für den Ausgleich. In der Verlängerung behielt Berlin die Nerven und traf schnell zum Sieg.