Friedrich abgelöst: Lochner wieder Europameister im Zweierbob
Auch für Rekordweltmeister Francesco Friedrich ist Johannes Lochner einmal mehr nicht zu schlagen.
Johannes Lochner hat zum zweiten Mal in seiner Karriere den Europameistertitel im Zweierbob gewonnen - und seine Dominanz im Olympia-Winter mit dem nächsten Statement-Sieg unterstrichen. Der 35-Jährige verwies Dauerrivale und Titelverteidiger Francesco Friedrich etwas mehr als einen Monat vor den Olympischen Rennen in Cortina d'Ampezzo auch in dem im Race-In-Race-Modus ausgetragenen Weltcuprennen in St. Moritz auf Rang zwei.
"Ich bin megahappy", sagte Lochner, der mit Fleischhauer in beiden Läufen die beste Startzeit hinlegte und einen Bahnrekord aufstellte. Im Vierer am Sonntag (ab 13.00 Uhr) werde es aber "auf jeden Fall wieder knapper", fügte der Bayer an.
Lochner triumphierte im insgesamt elften Saisonrennen (Zweier und Vierer) bereits zum achten Mal, die übrigen drei gewann Friedrich. Auf der einzigen Natureisbahn der Welt im Schweizer Engadin brachten Lochner und Anschieber Georg Fleischhauer fast acht Zehntel (0,78 Sekunden) zwischen sich und Rekordweltmeister Friedrich, der mit Alexander Schüller fuhr. Seinen ersten EM-Titel hatte Lochner 2023 gefeiert.
Friedrich steht angesichts der Stärke seines Kontrahenten noch vor einem Rätsel. "Es passt bei uns irgendetwas noch nicht im System - oder Hansi hat zumindest etwas, was er viel besser macht als alle anderen", sagte der Dominator der vergangenen Jahre.
Platz drei und damit EM-Bronze ging in St. Moritz an den Briten Brad Hall (+1,19 Sekunden), der damit erstmals in der laufenden Saison im Zweier einen deutschen Dreifachsieg verhinderte. Adam Ammour (Frankfurt/+1,43) landete mit Anschieber Benedikt Hertel im Schlitten auf dem sechsten Rang, der aufgrund der vor ihnen platzierten Südkoreaner zu EM-Platz fünf reichte.
Lochner, der in Cortina d'Ampezzo im Februar zum Karriereabschluss die lang ersehnte erste Olympia-Goldmedaille einfahren will, führt die Weltcupwertung sowohl im Zweier als auch im Vierer an. Doppel-Verfolger Friedrich peilt in Italien dagegen seine olympischen Goldmedaillen fünf und sechs an.