Audi E-Tron GT Sportback (Allroad): Audi klont auch den Taycan Cross Turismo

Audi E-Tron GT Sportback (Allroad): Audi klont auch den Taycan
Cross Turismo
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Audi E-Tron GT Sportback (Allroad): Audi klont auch den Taycan Cross Turismo

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Nach dem Taycan kriegt auch der Cross Turismo die Audi-Ringe – das ist vielleicht nicht 100-prozentig sicher. Aber das wird sicher ein schönes Auto, denn mit Kombi-Hecks hat Audi viel Erfahrung. Nur die Nomenklatur ist noch unklar: E-Tron GT Sportback? Avant? Allroad?

Schließlich ist das Concept Car des Vorbilds aus Zuffenhausen diesmal mit Offroad-Attributen wie robusten Rädern und kunststoffbeplankten Kotflügeln versehen. An den Erlkönigen des elektrischen Porsche-Kombis ist die Gelände-Kosmetik allerdings verschwunden. Für Audi die Möglichkeit, sich mittels einer Allroad-Variante des E-Tron GT Avant zu differenzieren.

Das käme den beiden Marken des Volkswagenkonzerns sicher zu pass und wär bei Audi erfolgreich erprobt: Seit 1999 gibt es den Allroad Quattro auf Basis des A6 Avant (C5), seit der zweiten Generation (C6) 2006 trägt er die Bezeichnung der Basiskarosse A6 im Namen, schafft aber gut zwei Zentimeter weniger Bodenfreiheit (185 Millimeter), wenn das Luftfederfahrwerk ganz ausgefahren ist. Damit und mit seinem standardmäßigen Allradantrieb könnte auch der E-Tron GT dienen.

Einen E-Tron-SUV hat Audi schon

Andererseits hat Audi mit dem E-Tron Quattro ein echtes Elektro-SUV im Programm, das ordentliche Geländefähigkeiten bewiesen hat, im Programm. Andererseits haben sich die Ingolstädter trotz zahlreicher Q-Baureihen nicht davon abhalten lassen, 2009 auch vom A4 Avant eine Allroadversion aufzulegen. Von den Limousinen gab es die allerdings nie.

Gegen einen E-Tron GT Allroad spricht auch der Mehraufwand. Wenn Porsche den Cross Turismo als reines Straßenmodell bringt müsste Audi das Luftfeder-Fahrwerk stark überarbeiten, um die Offroad-Optik wenigstens mit Schlechtwege-Bodenfreiheit zu rechtfertigen.

"Schöne Kombis heißen Avant"

Ein E-Tron GT mit bloßem Kombiheck könnte dann Avant oder Sportback heißen, denn bislang verwandte Audi die Bezeichnung "Sportback" für Viertürer mit großer Klappe wie den A7 oder auch den neuen Q5 Sportback.

Avant meint zwar auch Viertürer mit großer Heckklappe, allerdings haben diese klassischen Kombis eine vergleichsweise steil stehende Heckscheibe – wie sie der Taycan Cross Turismo vorgibt. Bei den aktuellen Sportbacks trifft das vor allem auf A1 und A3, die nicht den langen hinteren Überhang eines klassischen Kombis größerer Klassen haben. So gesehen wäre Avant die für die Karosserieform ebenfalls ein passende Bezeichnung. Den sportlichen Charakter eines E-Tron GT mit großer Heckklappe (die der aktuelle viertürige E-Tron GT nicht hat, weil ihre Konstruktion die Kopffreiheit im Fond derart einschränken würde, dass der Elektro-Flitzer nur mehr als 2+2-Sitzer durchginge) besser treffen würde Sportback. Bei anderen Marken heißt eine solche Karosse auch mit vier Türen gerne mal Shooting Break.

Ein Kombi mit der Antriebstechnik des Viertürers – alles wie gehabt

Antriebstechnisch wird Audi beim E-Tron GT Sportback oder Avant den gleichen Weg gehen wie beim Viertürer: Der RS E-Tron GT fungiert als Top-Modell und dürfte sich wie im Viertürer mit 598 PS (646 PS Peakleistung) und 830 Nm maximalem Drehmoment knapp unter dem Taycan Cross Turismo Turbo (625/680 PS, 850 Nm) einsortieren.

Sein Kombiheck mit den dicken Backen schlägt eine Brücke zum RS6 Avant und könnte wegen eines leichten Gewichtszuwachs ein Zehntel Beschleunigungszeit kosten. Dann wäre ein RS E-Tron GT Sportback in 3,4 Sekunden auf 100 km/h.

Ein E-Tron GT Sportback / Avant wäre teurer als der Viertürer

Der RS E-Tron kostet ohne Kombiheck 138.200 Euro (Taycan Turbo: 153.016 Euro) und rechtfertigt vermutlich auch im Kombi seinen höheren Preis gegenüber dem Einstiegsmodell Audi E-Tron GT Quattro (Sportback) mit besserer Serienausstattung die unter anderem bereits Luftfederfahrwerk, Hinterachslenkung, vollvariable Hinterachs-Quersperre, Karbondach und Karbidbremse (spezielle, nichtrostende Beschichtung der Scheiben) beinhalten dürfte.

Der E-Tron GT Quattro hat natürlich auch als Sportback weniger Leistung als der RS und der Taycan 4S: 476 PS (530 PS Peakleistung) und 630 Nm (640 Nm im Peak) könnten ihn im Kombi in 4,2 statt in 3,4 Sekunden (RS Sportback) auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 245 statt bei 250 km/h abgeregelt sein. Preislich könnte das Kombiheck mit ein paar Tausendern extra zu Buche schlagen, unter 100.000 Euro wird es wohl keinen E-Tron GT mit großer Klappe geben. Der Viertürer kostet 99.800 Euro und ist damit gut 13.000 Euro günstiger als 14 bzw. 41 PS (Peak) stärkere Taycan 4S (mit gleicher Batterie und Wärmepumpe: 112.782,10 Euro).

Mehr Reichweite als der Taycan

Eine Wärmepumpe wird auch im E-Tron GT Quattro mit Kombiheck Serie sein; nicht nur deshalb schafft der viertürige E-Tron GT mehr Reichweite als der Taycan: Audi prognostiziert nach WLTP durchschnittlich 488 Kilometer, beim RS sollen es 472 Kilometer sein. Der Porsche Taycan 4S mit Wärmepumpe (plus 773,50 Euro) schafft nach WLTP maximal 464 Kilometer.

Die Kombimodelle beider Marken werden hier schlechter sein – das steilere Heck macht die Karosse weniger strömungsgünstig. Ob der Audi dann nominell wieder schlechter sein wird als der Porsche? Beim Viertürer stand es nach Werksangaben 0,24 zu 0,22 nur der Taycan Turbo S zollt seiner extremen Performance mit einem Wert von 0,25 Tribut. In dem Bereich dürften auch die schwächeren Versionen des Cross Turismo landen, beim Audi könnte es Richtung 0,26 gehen. Die Reichweite dürfte so unter 450 Kilometer sinken.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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