Auktion mit 80er-Jahre-Rennwagen: Fünf Rennsemmeln unterm Hammer

Wer auf Kleinwagen mit breiten Backen steht, für den hat das
Auktionshaus "Silverstone Auctions" jetzt genau das Richtige. Im
Angebot sind fünf heiße Rennsemmeln aus der 80er Jahren...
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Wer auf Kleinwagen mit breiten Backen steht, für den hat das Auktionshaus "Silverstone Auctions" jetzt genau das Richtige. Im Angebot sind fünf heiße Rennsemmeln aus der 80er Jahren...

© Silverstone Auctions

Beim britischen Auktionshaus "Silverstone Auctions" kommt eine Sammlung mit gleich fünf legendären Rennwagen aus den 1980er Jahren unter den Hammer. Wir haben die Infos zu den kultigen Kompaktrennern und natürlich die Bilder.

Bildershow: Diese Kult-Rennwagen der 80er sind zu haben >>

Rallye-Fans blicken heute noch gerne auf die wilden 80er Jahre zurück. Wegen der strengen Homologationsregeln wurden damals viele Serienautos in heiße Rennsemmeln verwandelt. Sowohl die Fahrzeuge als auch ihre mutigen Piloten erreichten Legendenstatus. Das Rezept war bei allen Herstellern ähnlich: Die Karosserie wurde verbreitert, der Motor auf die Hinterachse verpflanzt und die Leistung mit einem Turbo ordentlich gesteigert.

Für alle Freunde dieser wilden Zeit hat das britische Auktionshaus " Silverstone Auctions" jetzt das passende Angebot. Gleich fünf Modelle einer privaten Sammlung kommen Mitte November unter den Hammer. Die fünf sehr unterschiedlichen Fahrzeuge können alle auf eine bewegte Rennvergangenheit blicken.

1986 MG METRO 6R4

Einer der weniger bekannten Vertreter der goldenen Gruppe-B-Ära war der MG Metro 6R4, was vor allem daran lag, dass der Allradler erst im Mai 1985 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Austin Rover-Motorsportchef John Davenport verwandelte unter Mithilfe von Williams-Technikguru Patrick Head ein Austin Metro der A-Serie in ein Allrad-Geschoss mit Mittelmotor. Und bestückte es mit Breitbau-Karosserie-Teilen aus Plastik und ordentlich Flügelwerk.

Der mit Cosworth-Zylinderköpfen ausgerüstete Dreiliter-V6 wanderte wie bei vielen seiner Gruppe-B-Konkurrenten hinter die Vordersitze, besaß aber im Gegensatz zum Großteil seiner Gegner keinen Turbo. Leider erwies sich das Triebwerk als äußerst unzuverlässig. Bei den ersten großen Werkseinsätzen 1986 in Monte Carlo, Schweden, Portugal und Korsika erreichte keiner der MG Metro 6R4 das Ziel.

Bei dem Modell, das nun versteigert wird, handelt es sich um ein ehemaliges Werksauto. Der 6R4 in der markanten Computervision-Lackierung wurde mit den letzten Upgrade-Teilen bestückt und hatte bei der Rallye San Remo 1986 mit Malcolm Wilson am Steuer immerhin den vierten Platz eingefahren. Mechanisch wurden seitdem einige Veränderungen vorgenommen, doch die Außenhaut befindet sich immer noch im Original-Zustand.

1987 DAM4100 (METRO 6R4)

Bei Silverstone Auctions kommt auch noch ein zweiter Metro 6R4 unter den Hammer, der allerdings erst auf den zweiten Blick als solcher zu erkennen ist. Obwohl die Gruppe-B-Ära nach einer Reihe schwerer Unfälle am Ende der Saison 1986 vorzeitig endete, entschied sich der ehemalige Fahrer David Pond mit einer Reihe von Ingenieuren das Auto noch einmal für Rallycross-Einsätze weiterzuentwickeln und ihm die Kinderkrankheiten auszumerzen.

Herausgekommen ist der sogenannte DAM 4100, der sich vom Original durch einen um 15 Zentimeter gestreckten Radstand, eine veränderte Aerodynamik, einen neuen Motor, Karosserie-Teile aus Kevlar, einen neuen Tank sowie andere Sitze und Gurte unterscheidet. Bei dem nun zur Versteigerung freigegebenen Auto handelt es sich allerdings noch um einen frühen Prototyp, bei dem der Radstand nicht verlängert wurde.

1982 RENAULT 5 TURBO GROUP 4

Neben den beiden Metro-Rennern befinden sich auch drei Renault 5 Turbo in der Sammlung, die einen neuen Besitzer sucht. Von den Ausmaßen und dem Konzept erinnert der Franzose stark an seinen britischen Konkurrenten. Mit seinem nur 2,40 Meter kurzen Radstand, den breiten Hinterbacken und dem 1,4 Liter-Turbo-Motor auf Höhe der Rücksitzbank wurde die Rennsemmel eines der kultigsten Rallye-Autos aller Zeiten.

Die drei Exemplare, die im Angebot sind, könnten unterschiedlicher aber kaum sein. Beim ältesten Modell handelt es sich um ein Gruppe-4-Auto aus dem Jahr 1982. Der Hecktriebler mit 270 PS starkem Turbo-Vierzylinder und Fünfgang-Schaltgetriebe wurde vor allem bei nationalen Events eingesetzt. Im Jahr 1982 gewann Jean-Luc Thérier damit die französische Rallye-Meisterschaft.

1984 RENAULT 5 MAXI TURBO (JOHN PRICE)

Beim zweiten Modell handelt es sich um den sogenannten Renault 5 Maxi Turbo aus der Saison 1984. Diese Version brachte es mit einer Hubraum-Erhöhung auf 1,5 Liter bereits auf 350 PS – und das bei einem Gewicht von nur 905 Kilogramm. Allerdings wurde auch der Maxi Turbo "nur" von den Hinterrädern angetrieben. Von den insgesamt 20 gebauten Autos waren allerdings nur 12 fahrbereit.

Das nun zur Versteigerung freigegebene Modell wurde von Rallye-Legende John Price im Jahr 1986 gekauft. Weil zu Beginn noch Motor und Getriebe fehlten, dauerte es bis 1988, bis der Brite die ersten Einsätze damit absolvieren konnte. In der Zwischenzeit wechselte der R5 Turbo mehrmals den Besitzer. Nach einigen Modifikationen sind leider nicht mehr alle Teile im Original-Zustand.

1987 RENAULT 5 TURBO 'SUPERPRODUCTION'

Beim dritten Renault 5 Turbo handelt es sich eigentlich nicht um ein Rallye-Auto, sondern um einen Tourenwagen. Der R5 aus dem Jahr 1987 kam im sogenannten "Championat de France de Supertourisme" zum Einsatz. Bei den "Superproduction"-Autos handelte es sich um Rennwagen nach dem damaligen Gruppe-B-Reglement, die zusammen mit Gruppe-A-Rennern auf Rundstrecken-Veranstaltungen gegeneinander kämpften.

Von dem angebotenen Modell wurden für die Saison 1987 drei Exemplare aufgebaut, die von Jean-Louis Bousquet, Jean Ragnotti und Erik Comas pilotiert wurden. Im Vergleich zum ursprünglichen Gruppe-B-Modell wurde die Karosserie versteift, das Fahrwerk tiefergelegt und der Hubraum von 1.397 auf 1.419 Kubikzentimeter vergrößert. Dazu gab es neue Turbolader, ein neues Einspritz-System und eine veränderte Motor-Elektronik.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Mit einem Ladedruck von 2,8 bar und zusätzlicher Wassereinspritzung produzierte das Triebwerk 385 PS. Die "Superproduction"-Renner galten als die extremste Ausführung des Renault 5 Turbo. Das Auto in der blau-weiß-roten Philips-Lackierung und der Startnummer 25 gewann mit die Erik Comas am Steuer am Ende die Meisterschaft. Die anderen beiden Modelle befinden sich in Besitz von Renault und stehen gut behütet im Firmenmuseum in Paris.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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