Ares S1 Project (2021): Corvette-Ableger im doppelten Dutzend

Ares S1 Project (2021): Corvette-Ableger im doppelten
Dutzend
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Ares S1 Project (2021): Corvette-Ableger im doppelten Dutzend

© Ares Design

Ares Design zeigt mit dem S1 Project, was sich aus der C8-Basis zaubern lässt. 2021 kommt der Mittelmotor-Sportler auf den Markt – mit strenger Limitierung auf 24 Exemplare.

Die Kleinserien-Hersteller unter den Sportwagenbauern griffen schon immer gerne auf Corvette-Technik zurück. Vor allem der meist ebenso leistungsstarke wie robuste sowie leicht auf dem Zubehörmarkt verfügbare Smallblock-V8 der Amerikanerin war stets beliebt bei den Exoten der Autobranche. Aber gleich das ganze Corvette-Chassis für den eigenen Sportwagen nutzen? So weit gingen die Tüftler meist nicht – oft wohl auch deshalb, weil ihnen das Frontmotor-Layout der Corvette nicht zusagte.

Nur 24 Exemplare des Ares S1 Project

Doch mit dem Modellwechsel auf die C8 und dem Konzeptwandel hin zum Mittelmotor werden die Karten neu gemischt. Als einer der ersten Kleinserien-Hersteller macht sich das Ares Design zunutze. Die in Modena ansässige Firma bringt im Januar 2021 einen futuristisch gestylten Sportwagen namens S1 Project auf den Markt, unter dessen Karosserie sich das Aluminium-Chassis der aktuellen Corvette befindet. Und der S1 wird deutlich exklusiver sein als das Basisauto: Nur 24 Exemplare wollen die Italiener von ihrem neuen Modell fertigen, und das nur auf konkrete Bestellungen hin.

Das Corvette-Design haben die Ares-Designer ihrer C8-Interpretation komplett ausgetrieben. In Modena entsteht ein sehr schlanker und flacher Sportwagen, dessen Form vor allem aerodynamischen Vorgaben folgt. Um den Luftwiderstand zu mini- und gleichzeitig den Anpressdruck zu maximieren, verfügt der S1 Project über geschwungene Radhäuser und eine weit nach vorne versetzte Fahrgastzelle. Auch der Frontsplitter ragt weit nach vorne, während der ausfahrbare Heckflügel im Stillstand und bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Karosserie verbleibt.

Karosserie aus handgefertigtem Karbon

Markant sind außerdem die Rundscheinwerfer, die dem S1 Project ein insektenartiges Antlitz verpassen, die weit nach oben ragenden Außenspiegel und das durchgängige Lichtband am Heck. Darunter ordnen die Ares-Designer einen verschachtelt geformten Diffusor an, darüber treten die beiden Auspuff-Endrohre aus der Karosserie, die aus handgefertigtem Karbon besteht. Hinzu kommen allerlei Luftein- und -auslässe: in der Fronthaube, im Bereich der Schweller, auf den hinteren Kotflügeln und als Hutze auf dem Dach. Eine Heckscheibe gibt es nicht; auch hier hilft ein offenes Element beim Regeln des Temperaturhaushaltes.

Dass sich der Ares S1 Project in seinem Zentrum besonders offenherzig präsentiert, liegt natürlich am dort positionierten Motor. Der 6,2 Liter große V8-Sauger leistet den Italienern zufolge 710 PS. Über ein per Tastendruck oder Lenkradwippen kommandiertes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe werden die maximal verfügbaren 715 Newtonmeter so effektiv Richtung Hinterräder geleitet, dass der Kleinserien-Sportler in nur 2,7 Sekunden von Null auf Hundert sprintet. Ein Sperrdifferenzial hilft mit, die Kraft optimal zwischen den Hinterrädern zu verteilen.

Hat der Ares S1 schon den Z06-Motor?

Doch wie schafft es Ares, dem Motor so viel Mehr-Power gegenüber der Corvette (502 PS und höchstens 637 Newtonmeter) zu entlocken, ohne das Triebwerk aufzuladen? Das von den Italienern angeführte, neu abgestimmte Motor-Steuergerät im Zusammenspiel mit der neuen Abgasanlage kann nicht die alleinige Erklärung sein. Der Rest "bleibt ein Geheimnis zwischen uns und unserem Zulieferer aus den USA", sagt Firmenchef Dany Bahar dem Magazin "TopGear" und führt dafür vor allem "mechanische Modifikationen" an. Unsere britischen Kollegen dürften mit ihrer Interpretation, dass Ares bereits die Z06-Version des Motors mit flacher Kurbelwelle verwenden darf, nicht weit entfernt von der Wahrheit liegen.

Beim Fahrwerk des S1 Project kommt wieder Sportwagen-Standard zum Einsatz: Die Räder sind an doppelten Querlenkern aus geschmiedetem Aluminium aufgehängt und ein adaptives Magnetic Ride-Fahrwerk sorgt für blitzschnelle Anpassungen an Untergrund-Beschaffenheit und Fahrsituation. Hier profitiert der Ares ebenso von der Corvette-Basis wie bei der Elektronik-Architektur. Die klassisch geformten V-Speichen-Felgen tragen Michelin-Sportreifen und geben den Blick auf die üppig dimensionierte Bremsanlage frei.

Der Ares S1 Project kostet etwa 500.000 Euro

Innen geht der Ares S1 Project optisch wieder auf Distanz zur Corvette. Zwar übernimmt er deren charakteristisch-eckiges Design des Multifunktions-Volants, setzt sonst aber eigene gestalterische Akzente. Etwa durch die nach vorne ansteigende Mittelkonsole, die Fahrer und Beifahrer separiert. Anstelle eines zentralen Touchscreens sitzen darauf ein Tastenfeld und ein Dreh-/Drück-Steller, mit dem sich sowohl die Funktionen in der digitalen Instrumentierung vor dem Fahrer als auch der kleine Monitor vor dem Beifahrer bedienen lassen. Die Materialien der Wahl sind Alcantara, Nappaleder, Kohlefaser und Aluminium.

Als Preisvorstellung nennt TopGear ungefähr 500.000 Euro, was in etwa einer Verfünffachung des Corvette-Tarifs entspricht. Im Interview mit den Briten kündigt Dany Bahar übrigens bereits weitere Derivate des S1 Projects an. Es wird also wohl nicht beim doppelten Dutzend bleiben.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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