Audi RS E-Tron GT im Test: Wie gut ist der Elektro-Sportler wirklich?

Dass der E-Tron auf der Plattform des Porsche Taycan aufbaut
fällt nicht auf, der E-Tron ist optisch durch und durch ein
Audi.
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Dass der E-Tron auf der Plattform des Porsche Taycan aufbaut fällt nicht auf, der E-Tron ist optisch durch und durch ein Audi.

© Hans-Dieter Seufert

830 Nm und maximal 475 kW – das ist bekannt. Kann der superstarke RS wirklich mehr als der GT mit 390 kW? Test.

Okay, vielleicht könnte man noch mal über die Lackfarbe nachdenken. Die heißt Taktikgrün, kostet 1.050 Euro Aufpreis, und wenn sie nicht so glänzte, könnte man sie für NATO-Oliv halten.

Das erinnert zwar an den Quattro-Urahn VW Iltis, aber als historische Quattro-Farbe hätten wir vielleicht einen hübscheren Vorschlag: Wie wär’s mit Zermattsilber? Doch abgesehen von der Farbgebung käme man nicht so ohne Weiteres auf die Idee, dass der E-Tron GT auf dem Porsche Taycan aufbaut. Das Design passt sehr gut in die aktuelle Audi-Linie, die vier Ringe an der Front fremdeln hier nicht.

Erstaunlich komfortabel

Das gilt ebenso fürs Interieur; Stil, Bedienung und Haptik sind unverkennbar Audi – allerdings mit einigen praktischen Nachteilen: So mangelt es im Cockpit an Ablagen, die Becherhalter sind sehr ungünstig platziert und die USB-Buchsen in der Mittelablage so untergebracht, dass das Einstöpseln von Ladekabeln zur nervigen Fingerübung wird.

Sobald der Wagen in Fahrt ist, scheint derlei Kleinkram nebensächlich. Da reicht es, den kleinen Schieberegler in der Mittelkonsole nach hinten zu zupfen. Was danach bei Vollgas geschieht, ist mit dem Begriff "Schub" höchst unvollkommen beschrieben. Ansatzlos und voller Wucht schnellt der RS nach vorn, nach rund elf Sekunden erreicht er 200 km/h, unaufgeregt und mit Nachdruck. Damit ist er genau 3,2 Sekunden fixer als der vor wenigen Wochen getestete GT ohne RS und mit 390 kW. Scheint nicht viel, doch im RS wirkt die Elektro-Power deutlich heftiger.

Beim schnellen Kurvenfahren kann er sein gewichtiges Wesen (2.350 kg) freilich nicht ganz verbergen. Dank mitlenkender Hinterräder (1.390 Euro) und der leichtgängigen Lenkung spurt er dennoch behände über kurvige, enge Landstraßen.

Fast noch schöner: Mit der serienmäßigen adaptiven Luftfederung bietet der GT mehr als nur akzeptablen Komfort. Üble Streckenabschnitte überbügelt er mit einer vertrauenerweckenden Grundstraffheit. Schade, dass meist nur zwei Insassen in den Genuss dieses Vergnügens kommen. Denn Zustieg zum und Platzangebot im Fond stufen den Fünf-Meter-Wagen eher als 2+2-Sitzer ein, auch der Kofferraum fasst nur 435 Liter.

Zudem kommt man bei einem Testmittel von 30 kWh/100 km nur etwa 300 km weit, bei zurückhaltender Fahrweise immerhin über 400 km. Kleiner Trost: Der Testverbrauch entspricht etwa dem Energiegehalt von 3,5 Litern Superbenzin.

Technische Daten:

RS E-Tron GT Quattro

Leistung: 475 KW (646 PS)
Drehmoment (bei U/min): 830
Höchstgeschwindigkeit:250 km/h
Grundpreis:140.000 €

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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