Azimoo Expeditions-Lkw

Azimoo Expeditions-Lkw Fuso Canter 4x4
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Azimoo Expeditions-Lkw Fuso Canter 4x4

© Torsten Seibt

Die Umbaufirma Azimoo zeigt auf der CMT das gleichnamige Expeditionsmobil auf Basis des Fuso Canter 4x4. Der Lkw überzeugt mit pfiffigen Details

Fuso wer? Nein, auch für Autoquartett-Profis ist es keine Schande, dieses Fahrzeug nicht zu kennen. Bei Nutzfahrzeug-Profis sieht das schon anders aus, denn der Fuso Canter mit Mitsubishi-Genen ist bereits seit langem bei der Mercedes-Nutzfahrzeug-Sparte untergeschlüpft. Als vergleichsweise preisgünstige und völlig unverschnörkelte Lösung für mittelschwere Transportaufgaben gibt es ihn auch mit einem handfesten Allrad-Konzept: Starrachsen vorne und hinten an Blattfedern, Allrad mit Untersetzung und Dreiliter-Diesel mit 175 PS und 430 Newtonmeter Drehmoment. Da hüpft das Herz jedes Offroad-Enthusiasten.

Mitsubishi von Mercedes

Der Fuso Canter fährt zielgenau in eine Lücke zwischen den klassischen „kleinen“ Nutzfahrzeugen im Sprinter-Segment und den nächstgrößeren Lkw ab 7,5 Tonnen. Mit 6,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist er zwar auch für schwere Aufgaben gerüstet, baut aber spürbar kompakter als die üblichen Geräte, auf denen sonst große Expeditionsmobile entstehen. Gut nicht nur für enge Geländestrecken, sondern auch bei der Schiffsverladung ein echtes Argument.

Die in Polen beheimatete Firma Azimoo hat auf der Basis des Canter einen Wohnaufbau realisiert, der über zahlreiche pfiffige Details verfügt. Der Kastenaufbau bietet zehn Quadratmeter Grundfläche und reichlich Bewegungsraum für zwei Personen, die auch einmal Gäste beherbergen dürfen.

Autarker Aufbau

Im Heck des Aufbaus befindet sich das große „Schlafzimmer“ mit Doppelbett und Fenstern. Eine Besonderheit ist das davor liegende Bad: Toilette und Dusche sind rechts und links der Koje in zwei einzelnen Kabinen untergebracht. Öffnet man deren beide Türen, jeweils eine nach vorne und eine nach hinten, wird ein separates Bad über die gesamte Fahrzeugbreite geschaffen und zum Vorder- wie zum Hinterteil der Kabine abgeschlossen.

Im mittleren Bereich findet sich die Kochecke mit Abdeckplatten im Granit-Look, im Bereich zum Fahrerhaus hin ist eine Sitzecke mit versenkbarem Tisch installiert. Eine kleine Luke ermöglicht im Notfall den Durchstieg ins Fahrerhaus, um nicht aus der Kabine aussteigen zu müssen. Die Bordtechnik des Azimoo ist auf autarkes Leben ausgerichtet: 300 Liter Frischwasser lassen sich bunkern, geheizt wird über eine Truma-Dieselheizung für Warmluft und Warmwasser. Auf dem Dach befinden sich Solarpanels mit 970 Watt Maximalleistung, und wenn es tatsächlich mal eine Woche durchregnet, steht noch ein 2,2 kW-Stromerzeuger von Honda bereit.

Internet mitten im Nirgendwo

Digital-Nomaden kommen im Azimoo ebenfalls auf ihre Kosten: Eine Inmarsat-Anlage schafft auch irgendwo am Amazonas eine Internet-Verbindung, in zivilisierteren Gegenden kann man per Sat- und DVB-T-Antenne gepflegt das regionale Buntfernsehen genießen. Auf dem Weg ans Ziel setzt der Azimoo-Canter auf kernige Technik: 285/70-R19.5 lautet die Dimension der Klötzchen-Bereifung, und wenn die mal nicht mehr weiterwissen, zieht einen die Acht-Tonnen-Winde an der Front aus dem Schlamassel.

Die Preise für den Azimoo, man kennt das aus diesem Segment, gibt es auf Anfrage. Für das auf der CMT ausgestellte Fahrzeug sollte man rund 300.000 Euro mitbringen.

Video: Der Azimoo im Messe-Check

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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