BMW 740i (E38) im Neuwagenzustand: 7er in der Fruchtblase bringt 120.000 Euro

BMW 740i (E38) im Neuwagenzustand: Dieser 7er verharrt in einer
Fruchtblase
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BMW 740i (E38) im Neuwagenzustand: Dieser 7er verharrt in einer Fruchtblase

© Tomasz Ocipiński

Gerade einmal 255 Kilometer stehen auf dem Tacho dieser bestens konservierten BMW-Limousine. Die Erstbesitzerin fuhr leider nicht einen Kilometer mit ihrem wunderschönen 740i E38.

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Die damals 70-jährige Dame aus Oberfranken hatte sich sicher auf ein paar schöne Jahre mit ihrem neuen Auto gefreut, als sie den BMW 740i, Baureihe E38, bestellte. Im September 1997 wurde die Oberklasse-Limousine vom BMW-Autohaus Herrnleben in Bayreuth ausgeliefert und kurz danach neu zugelassen. Doch direkt danach erkrankte die Besitzerin – offensichtlich so schwer, dass sie den BMW nie fuhr. Eine gemeinsame Zukunft war dem Gespann aus Fahrerin und Auto leider nicht vergönnt.

Regelmäßige Besuche beim TÜV

Das Schicksal der Dame ist das Glück eines Verkäufers aus Polen, der genau dieses Auto auf Ebay anbot. Und natürlich des jetzigen Käufers, der einen fast 23 Jahre alten 7er im Neuwagenzustand erwirbt. Der E38 hat gerade einmal 255 Kilometer auf dem Tacho, von denen – das gibt der Verkäufer zu – 15 Kilometer auf sein eigenes Konto gehen. Die restlichen Strecken dürften bei den regelmäßigen Fahrten zum TÜV absolviert worden sein; die entsprechenden Vermerke aus den Jahren 2000, 2002, 2004 und 2006 sind vorhanden.

Aber auch der Pole selbst hat sich anscheinend liebevoll um den BMW gekümmert und ihn in einer Kapsel mit mechanischer Luftumwälzung gelagert. Deshalb ist es durchaus glaubhaft, wenn er "keine Kratzer, keine Beulen und keine Rostansätze" konstatiert. Auch Standschäden schließt der Anbieter aus; der 740i soll sich fahren wie ein Neuwagen. Von den 286 PS und höchstens 440 Newtonmetern des 4,4-Liter-V8-Benziners dürfte der überwiegende Teil demnach noch abrufbar sein. Die Fahrleistungen gab BMW seinerzeit mit 7,0 Sekunden von Null auf Hundert und maximal möglichen 250 km/h an.

740i ist kein Schnäppchen

Bei der Ausstattung ließ sich die Erstbesitzerin nicht lumpen. Der 7er verfügt über eine umfangreiche Sicherheitspalette mit ABS, ESP und Airbags für Fahrer, Beifahrer und an der Seite. Die beheizten Sitze, die Außenspiegel und die Fensterheber lassen sich elektrisch bedienen, das Multifunktions-Lenkrad lässt sich in der Höhe verstellen. Auch Tempomat, Klimaautomatik und Parksensoren sind an Bord. Allerdings entschied sich die Dame laut Anzeige gegen ein CD- und für ein Kassettenradio. Die beige Vollleder-Ausstattung harmoniert perfekt mit den dunkelbraunen Holzeinlagen und vor allem mit der dunkelgrünen Metallic-Lackierung.

Interessenten mussten sich vom Gedanken, mit dem "neuen" BMW 740i ein Schnäppchen machen zu können, ganz schnell verabschieden. Die Gebote standen sechs Tage vor Auktionsende bereits bei über 52.000 Euro. Nach 132 Geboten ist die Auktion nun zu Ende – bei 120.050 Euro fiel der Hammer.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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