BMW R 18 Cruiser: Bayern-Boxer macht auf Harley

BMW hat mit der R 18 ein neues Cruiser-Modell vorgestellt.
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BMW hat mit der R 18 ein neues Cruiser-Modell vorgestellt.

© BMW

BMW will mit der neuen R 18 im Revier von Harley-Davidson und Indian wildern. Dazu tritt sie mit einem neuen Big Boxer und konsequent klassischem Styling an.

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Der Erstaufschlag von BMW im Cruiser-Segment erfolgte bereits 1997. Mit der R 1200 C wollte man gegen Harley-Davidson anstinken – mit bescheidenem Erfolg. Jetzt wagen die Bayern einen neuen Anlauf und der scheint viel besser vorbereitet zu sein. Die R 18 kommt mit reichlich eingeschenktem Hubraum und einen Styling, wie es amerikanischer kaum sein könnte. Wobei auch deutliche Anklänge an die bayerische Motorrad-Historie Einzug gehalten haben.

Den Schuss Nostaligie liefert die BMW R5 von 1936, dazu paaren die BMW-Designer einen 16 Liter fassenden Tropfentank, eine fallende Seitenlinie und ein Trumm von Boxer-Motor, der seinen Teil zum Leergewicht von 345 Kilogramm beiträgt.

1,8 Liter aus zwei Zylindern

Der extra für diese neue Baureihe entwickelte Boxer ist mit 1.800 cm³ der hubraumstärkste Twin, den die Bayern je gebaut haben. 91 PS und bis zu 158 Nm Drehmoment stellt der Big Boxer in der neuen R 18 Cruiser bereit. damit liegt der Luft/Öl-gekühlte Twin auf dem Niveau seiner US-Wettbewerber. Sechs Gänge modulieren das Antriebsmoment. Gegen Aufpreis agiert der Anlasser auch als Rückwärtsgang. Die Einscheiben-Anti-Hopping-Trockenkupplung arbeitet mit Servounterstützung.

Den Kraftschluss zum Hinterachsgetriebe realisieren die Bayern über eine offen laufende Kardanwelle. Verpackt wird der ganze Antriebsstrang stilecht in einen stählernen Doppelschleifenrahmen, der an der Hinterhand mit einem verdeckt verbauten, direkt angelenkten Zentralfederbein auf Starrrahmen macht. Vorne arbeitet an der R 18 eine nicht einstellbare, konventionelle Telegabel, die großzügig mit Hülsen verkleidet wurde. Die Federwege liegen bei 90 mm hinten und 120 mm vorne.

Serienmäßig rollt die R 18 auf 19 und 16 Zoll großen Drahtspeichenrädern, optional sind auch andere Kombinationen zu haben. Die Bremsanlage verzichtet auf Retro-Aspekte und setzt auf eine 300er-Doppelscheibenbremsanlage vorn und eine Einscheibenbremse hinten in Verbindung mit Vierkolben-Festsätteln sowie natürlich Integral-ABS. Die Reifendimensionen messen 120/70 vorn und 180/65 hinten.

Retro-Optik und modernste Elektronik

Mit einer Sitzhöhe von nur 690 mm ergibt sich eine Cruiser-mäßige Grundhaltung, eine lässige Cruiser-Haltung mit weit vorgestreckten Beinen kann die R18 allerdings nicht bieten. Hier stört einfach der Boxermotor, dessen Zylindern den Beinen den Weg zu einer gestreckten Position verbauen. BMW kommuniziert die Zwangspositionierung der Füße hinter den Zylindern mit lässiger "Mid mounted footpeg"-Position.

Die Sitzposition lässt sich aber vielfältigst mit verschiedene Zubehörsitzbänken und -lenkern variieren. Reduziert zeigt sich das Cockpit. BMW packt alle Infos in ein einziges Rundinstrument. Der Tacho darf analog anzeigen, die Informationen des Bordcomputers werden digital übermittelt. Gestartet wird schlüssellos. Für den Tankdeckel und das Lenkschloss am Lenkkopf muss der Schlüssel allerdings weiter herhalten.

Die R 18 wäre keine BMW, wenn sie nicht das volle Repertoire moderner Regelsysteme aufbieten würde. So kommt die klassisch gezeichnete R 18 serienmäßig mit einer Motorschleppmomentregelung, drei Fahrmodi und einer Stabilitätskontrolle. Gegen Aufpreis gibt es eine Berganfahrhilfe sowie eine Griffheizung.

Noch klassischer darf sich die R 18 zum Marktstart präsentieren. Als First Edition setzt sie unter anderem auf mehr Lackteile, eine weiße Doppellinierung und viel mehr Chrom.

Vorbereitet für Werks-Customizing

Noch mehr Optionen bietet das Zubehörprogramm. Bereits zum Marktstart sind jede Menge Custom-Parts zu haben, mit denen sich die R 18 weiter individualisieren lässt. Welche Bandbreite möglich ist, haben die Studien zur R 18 ja bereits gezeigt. Im zweiten Cruiser-Anlauf wollen die Bayern offensichtlich nichts dem Zufall überlassen. Schon gar nicht den Erfolg. Wer dazu beitragen möchte, kann sich seine persönliche R18 auf der BMW-Website in einem Online-Konfigurator zusammenstellen. Dabei sind allerdings nicht alle Optionen für alle Märkte verfügbar.

Ach ja, falls es wirklich R 18-Kunden interessiert: Der Standardsprint soll in 4,8 Sekunden möglich sein. Maximal sind über 180 km/h drin.

Zu haben sein soll die R 18 ab Herbst 2020. Als Grundpreis nennt BMW 22.800 Euro. Später werden rund um den neuen Boxer noch weitere Modellvarianten folgen.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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