DFSK Fengon 500 (2021): Was kann der 16.000-Euro-SUV aus China?

Der DFSK Fengon 500 ist ein kompakter SUV aus China, der jetzt
auch bei uns verkauft wird.
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Der DFSK Fengon 500 ist ein kompakter SUV aus China, der jetzt auch bei uns verkauft wird.

© Bernd Conrad

Der DFSK Fengon 500 ist das neue Einstiegsmodell der chinesischen Marke in Deutschland. Zu Preisen ab 15.995 Euro soll der Schnäppchenjäger mit Platzbedarf anlocken. Ob das gelingen kann, klären wir im ersten Fahrbericht.

Die chinesische Automarke DFSK gilt auf dem deutschen Markt nicht mehr wirklich als unbeschriebenes Blatt. Der Importeur Indimo Automotive hat ein Netz von rund 180 Händlern aufgebaut, die bereits den Mittelklasse-SUV Glory 580 sowie den coupéhaft gestylten Fengon 5 verkaufen. Im Laufe dieses Jahres wird das Modellprogramm erweitert. Neues Topmodell wird der große Fengon 7 (wir berichteten). Schnäppchenjäger in der populären Klasse der kompakten SUV möchte man mit dem DFSK Fengon 500 anlocken.

Optisch ist der 4,39 Meter lange Fengon 500 kein Aha-Erlebnis. Das liegt nicht nur am allgemeingefälligen, typisch asiatischen SUV-Design. Seit einigen Monaten ist der Zwillingsbruder Seres 3 mit Elektroantrieb bereits auf dem Markt. Auf gleicher Basis und mit der gleichen Karosserie startet der DFSK Fengon 500 jetzt als Verbrenner-Version.

Großer Grill am kompakten Auto

Das macht er schon mit einem großen Kühlergrill deutlich. Hinter der massiven Frontpartie, an der LED leider nur beim Tagfahrlicht strahlen, wirken die serienmäßigen 16-Zoll-Räder fast winzig. Aber egal, der Chinese will nicht auf dem Laufsteg brillieren, sondern ein günstiges Alltagsauto sein.

Das zeigt er auch innen. Fahrer, Beifahrer und die Passagiere in der zweiten Reihe haben viel Platz. Die verwendeten Kunststoffe sind hart und rustikal, aber alle Bauteile sind solide verarbeitet. Es klappert oder knistert nichts.

Über den runden Lüftungsdüsen thront ein freistehendes Display. Diese Kombination erinnert stark an den Vorgänger der Mercedes B-Klasse. Ein Audiosystem ist serienmäßig, seine Klänge ströhmen aber leider nur über zwei Lautsprecher in das Interieur. Das weckt Erinnerungen an längst vergangene Tage mit "Radio Alpha" im VW Golf II.

Der Testwagen entsprach noch nicht dem finalen Serienstand für den deutschen Markt. Die Kundenautos sollen RDS-Informationen auf dem zentralen Monitor anzeigen können. Sendernamen statt reiner Frequenzen also. Außerdem wird das chinesische Menü des Bordcomputers noch umgestellt.

Ein klassischer Dreh am Zündschlüssel weckt den Motor auf. Der Vierzylinder-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum leistet 85 kW / 115 PS. Damit ist der knapp 1,7 Tonnen schwere DFSK Fengon 500 angemessen motorisiert.

Wenig Kurvenspaß im Fengon 500

Was heißt das? Man kommt vom Fleck und schwimmt prima im Verkehr mit. Dynamische Ambitionen dürften der Zielgruppe fremd sein, dem Auto aber auch. Das Fahrwerk spielt passenderweise die Komfortkarte gekonnt. Geradeaus gleiten klappt also gut. Kurven liegen dem Chinesen aber nicht so. Die Lenkung wirkt indirekt und gibt wenig Rückmeldung. Wenn man dann am Volant zerrt und scheinbar den Radius der Straße gefunden hat, lenkt der Fengon 500 plötzlich stärker ein und man muss nachkorrigieren. Mehr Feinabstimmung wäre wünschenswert.

Außerdem könnten die Arbeiter im Werk gerne noch ein wenig mehr Dämmmaterial einbauen. Der Motor läuft zwar angenehm vibrationsfrei, wird aber schon bei konstantem Landstraßentempo zu laut. Das liegt auch am Schaltgetriebe, dem ein sechster Gang fehlt. Die zusätzliche Übersetzung könnte auch helfen, den Benzinverbrauch zu senken. Laut Bordcomputer genehmigte sich der Fengon 500 während unserer Probefahrten 9,3 Liter Super je 100 Kilometer. Das ist für ein Auto dieser Größe zu viel.

Zum Vergleich konnten wir auch einen DFSK Fengon 500 mit stufenloser CVT-Automatik fahren. Das Getriebe kostet im Paket mit Geschwindigkeitsregelanlage, roten Zierstreifen an der Karosserie (warum auch immer) und Lederlenkrad 1.785 Euro Aufpreis.

Die Abstimmung von CVT und Motor scheint den Chinesen besser gelungen zu sein, der so ausgestattete 500er fährt sich harmonischer. Teilweise ist dafür gewiss auch der Fahrer verantwortlich. Ein stufenloses Getriebe motiviert von Haus aus zu einem leichteren Fuß auf dem Gaspedal.

Niedriger Preis, aber wenig Sicherheitsausstattung

Technisch ist das Basismodell von DFSK also nicht auf dem neuesten Stand. Das gilt leider auch für die Sicherheitsausstattung. Zwei Airbags für Fahrer und Beifahrer müssen genügen, Seitenairbags gibt es nicht. Auch Assistenzsysteme, die Komfort und Sicherheit erhöhen, sind nicht an Bord. Einer perfekten Ergonomie steht zudem die nur in der Höhe, aber nicht längs einstellbare Lenksäule im Weg.

15.995 Euro kostet der DFSK Fengon 500. Das ist ein fairer Preis für einen SUV, der viel Platz für Menschen und immer 385 Liter Volumen für Gepäck bietet. Das CVT-Modell kostet 17.780 Euro. Mit diesen Tarifen fahren die Chinesen aber in ein heiß umkämpftes Marktsegment. Stark rabattierte Tageszulassungen oder EU-Reimporte von Nissan Juke, VW T-Cross und anderen Mitbewerbern sind teils günstiger zu haben. Und auch der Dacia Duster ist ein starker Konkurrent für den DFSK Fengon 500. Ihn bekommt man in der vergleichbar bestückten Comfort-Ausstattung mit 130 PS starkem Benziner ab 16.790 Euro.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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