Europaweites Premium-Schnellladenetz für Audi: Warum Audi in eigene Supercharger investiert

Europaweites Premium-Schnellladenetz für Audi: Warum Audi in
eigene Supercharger investiert
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Europaweites Premium-Schnellladenetz für Audi: Warum Audi in eigene Supercharger investiert

© Electrify America / Collage: auto-motor-und-sport.de

2024 will Audi ein neues Reise-Elektroauto fertig haben. Und dazu vielleicht sogar ein eigenes exklusives Ladenetz für Vielfahrer. Alles wie bei Tesla.

Mit Hilfe des Artemis-Projekts will Audi-Chef Markus Duessmann in Rekordzeit einen luxuriösen Elektro-Audi für die Langstrecke bauen. Das intern "Landjet” genannte Fahrzeug soll 2024 auf der Straße stehen und dort möglichst nicht von einer lahmen oder löchrigen Lade-Infrastruktur ausgebremst werden. Wenn’s nach Duessmann und seiner Artemis-Truppe geht, soll der VW-Konzern deshalb noch einmal richtig Geld in die Hand nehmen, um das Lade-Angebot für die eigenen Kunden dramatisch zu verbessern. Das Vorbild ist, natürlich, Tesla mit seinen beinahe 2.000 Supercharger-Stationen in Europa. Der Branchenprimus hat gezeigt, wie entscheidend es für die Akzeptanz der Elektromobilität ist, als Hersteller die Energieversorgung seiner Fahrzeuge unter Kontrolle zu haben.

Entscheidung Anfang 2021

Also zusätzliche Millionen fürs Ionity-Konsortium, in dem Audi Partner ist? Vielleicht. Wenn dem allerdings so wäre, dann hätten sie das bei Audi, bzw. Volkswagen längst gesagt. Haben Sie aber noch nicht. Auf Nachfragen von auto-motor-und-sport.de heißt es aus Ingolstadt lediglich, dass das Thema Ladeinfrastruktur "Anfang 2021 auf der Tagesordnung” stehe. Bis dahin werden hinter verschlossenen Türen verschiedene Szenarien diskutiert.

Drei Szenarien werden diskutiert

Das vermeintlich Einfachste: mehr Geld für Ionity. Denkbar wäre aber auch eine Kooperation mit einem der großen Mineralölkonzerne, die längst an eigenen Lade-Netzwerken arbeiten. Shell hat sich mit der Übernahme von Newmotion aus dem Stand zum Großanbieter in Europa gemacht und kann mit 155.000 Ladepunkten in 35 Ländern punkten. Aber auch zur italienischen ENEL haben sie bei Audi gute Kontakte. Dritte Option: Alles selbst machen. Eigene Ladesäulen, eigene Standorte, eigene Infrastruktur. Zunächst exklusiv für Audi-Fahrer. Später vielleicht auch noch verfügbar für Porsche-Kunden. Eine 1:1-Kopie der Tesla-Supercharger-Idee als geschlossenes System. Wobei sie sich bei Audi eher von Electrify America inspiriert sehen wollen. Seine Gründung geht auf den Diesel-Skandal von Volkswagen zurück. In einem Vergleich verpflichtete sich VW, insgesamt zwei Milliarden US-Dollar in den Aufbau einer Lade-Infrastruktur zu investieren. An fast 500 Standorten sollen so 2.000 Ladepunkte entstehen.

Vorteil für eigene Ladesäulen

Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass die letzte Option viele Fans beim von Alex Hitzinger geführten Artemis-Projekt hat. Die Fokussierung auf einen geschlossenen Nutzerkreis und eine zunächst überschaubare Anzahl von Fahrzeugen macht es deutlich einfacher, einen extrem effizienten Ladevorgang zur Verfügung zu stellen. Zur Säule Fahren. Stecker rein. Los geht’s. Kein Gefummel mit RFID-Chips oder Kreditkarten. Echtes Plug-and-Charge, vielleicht sogar in Kombination mit reservierbaren Ladepunkten.

Effizientes Laden & zusätzliche Erlösquellen

Nächster wichtiger Punkt für die Audi-Truppe: Die Ladestationen müssen komfortabler und Attraktiver werden. Die Ionity-Schnelllader haben für ihr futuristisches Design viel Lob bekommen, stehen aber aktuell meistens noch sehr einsam in der Gegend rum. Kein Dach, kaum Infrastruktur drumherum. Abgesehen davon, dass niemand gerne bei einem Platzregen aus dem Auto will, um den Ladestecker ins Auto zu fummeln, verhindert die noch sehr rudimentäre Ausstattung der aktuellen High-Power-Charging-Stationen (HPC) auch weitere Monetarisierungsoptionen. Tesla arbeitet längst daran, hochfrequentierte Super-Charger-Stationen zu Elektro-Rastanlagen umzubauen. Mit großen Solar-Carports und Tesla-Lounges, in denen man sich während der Pause kostenpflichtig mit allem eindecken kann, was man unterwegs so braucht.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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