Hoch sitzen, aber unterm Wind wegducken

VW ID. Space Vizzion Sitzprobe LA 2019
Bild 1 von 11

VW ID. Space Vizzion Sitzprobe LA 2019

© ams

In Los Angeles debütiert das siebte ID.-Modell. Ein Kombi à la Passat Variant? Das sieht VW anders. Ein bisschen zumindest. Wir konnten im Concept Car Platz nehmen, dessen Serienversion für 2021 geplant ist.

Das elektrische Pendant des VW Passat Variant ist zumindest als Concept Car mit rund 4,96 Meter gut sieben Zentimeter länger als der aktuelle Mittelklasse-Kombi mit Verbrennungsmotor. Weil er zudem etwa fünf Zentimeter höher (1,53 Meter) ist, wirkt der ID. Space Vizzion auf den ersten Blick von außen wie ein deutlich größeres Auto.

Geringe Innenraumhöhe hinten

Als Elektroauto auf Basis des Modularen Elektrobaukastens (MEB) hat er außerdem einen gut 16 Zentimeter längeren Radstand als der aktuelle Passat Variant. Das macht sich vor allem im Fond mit üppigem Knieraum bemerkbar. Da die große Batterie im innen völlig flachen Fahrzeugboden rund 15 Zentimeter hoch ist, der ID. aber nur die erwähnten fünf Zentimeter höher als der Passat, muss die reale Innenraumhöhe trotz dünnem Glasdach erheblich geringer sein.

Im Fond ist der Abstand zwischen Fahrzeugboden und Sitzfläche zu gering, was die Insassen ab etwa 1,80 Meter Körpergröße daran bemerken, dass die Oberschenkel nur wenig aufliegen, wenn die Unterschenkel einigermaßen senkrecht stehen. Um die Oberschenkel auf der Sitzfläche abzulegen, kann man die Beine aber weit genug ausstrecken. Angenehmer wäre es allerdings, die hinteren Einzelsitze ließen sich höhenverstellen. Damit gelangte man aber vermutlich an die Grenzen auch der Kopffreiheit. Außerdem dürfte ein Serienauto hinten ohnehin eine durchgehende Sitzbank mit drei Plätzen haben – und keine Höhenverstellung.

Head-Up-Display statt großer Instrumente

Vorne lassen sich die Sitze schon im Concept Car elektrisch so hoch fahren, dass die Schenkelauflage und die Fußhaltung zu den Fahrpedalen passen. Die Übersicht über die Fronthaube ist nicht überragend, aber ausreichend. Nach hinten hilft eine Kamera, die ihr Bild im Rückspiegel zeigt. Die Instrumente vor dem nicht ganz runden Lenkrad sind nicht sonderlich groß, weil für alle ID.-Modelle ein großes Headup-Display mit Augmented-Reality-Inhalten geplant ist.

Dafür ist der zentrale Touchscreen über der weitgehend freischwebenden Mittelkonsole im Concept Car mit 15,6 Zoll so groß wie das Display eines größeren Notebooks. Damit sollte sich allerhand einigermaßen übersichtlich bedienen lassen. Die vielen Icons auf der Darstellung im Ausstellungsauto könnten indes gerade beim Fahren schwer zu erfassen sein. Aber die Sprachsteuerung soll ja immer treffsicherer auch mit natürlichen Äußerungen der Insassen umgehen.

Kofferraum unter Passat-Niveau

Die Gestaltung des Innenraums in hellen Farben wirkt freundlich, zumal das riesige Glasdach viel Licht herein lässt. Die Sitze mit Bezügen „aus Kunstleder mit pflanzlichen Anteilen“ erinnern haptisch und optisch stark an echtes Leder. Das Material industriell zu verarbeiten und dabei robust zu machen, könnte aber noch dauern – die Bezüge im Showcar zeigten schon nach dem Kontakt mit den ersten 100 Besuchern Spuren der Benutzung. Weniger was die Oberfläche anging, sondern eher von der Passform her.

Der Gepäckraum wirkt vergleichsweise flach – weil unter dem elektrisch aufklappenden Ladeboden jede Menge Platz ist, den im Showcar zwei Longboards mit E-Antrieb und die Helme dazu einnehmen. Als Kofferraumvolumen des Space Vizzion nennt VW 586 Liter. Zum Vergleich: Beim Passat sind es 639 Liter. In unserer Bildergalerie können Sie sich einen Eindruck vom Laderaum machen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
Top-Themen
Die Fotografen Uwe Sülflohn und Theodor Barth zeigen in ihrem Buch Lost Cars faszinierende Scheunenfunde und ...mehr
Heute startet in Deutschland der Verkauf der achten Golf-Generation. Damit gibt es auch neue Infos zu Preisen, ...mehr
Der Job des Testfahrers ist voller Gefahren. Schnee, Hitze, Highspeed und immer auf der Hut, mit dem Prototypen nicht ...mehr
Anzeige