Hohe Nachlässe und attraktive Raten: Preisdumping bei den E-Autos

Hohe Nachlässe und attraktive Raten: Preisdumping bei den
E-Autos
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Hohe Nachlässe und attraktive Raten: Preisdumping bei den E-Autos

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Fast 50 Prozent Nachlass und monatliche Raten ab 100 Euro: Die Hersteller drehen bei E-Autos und Plug-in-Hybriden mächtig an der Rabattschraube. Wir zeigen aktuelle Angebote.

Bislang nutzten nur wenige den Umweltbonus für E-Autos und Plug-in-Hybride. Das dürfte sich nun aber ändern, denn die Aufstockung der Kaufprämie ist endlich in Kraft. Diese Maßnahme verspricht gute Angebote im Handel, da sich jetzt die Beihilfe für E-Autos und Plug-in-Hybride bis 40.000 Euro Netto-Listenpreis um 50 Prozent erhöht.

Mit anderen Worten: Die Förderung steigt bei Modellen mit reinem Elektroantrieb auf 6.000 Euro, bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und E-Maschine auf 4.500 Euro. Auch für teure Autos aus beiden Klassen ist weiterhin eine Förderung vorgesehen. Für Modelle mit einem Netto-Listenpreis von 40.000 bis 65.000 Euro steigt der Bonus um 25 Prozent. Im Klartext: Bei E-Fahrzeugen beträgt die Prämie 5.000, bei Plug-in-Hybriden 3.750 Euro.

Alle diese Maßnahmen sollen dafür sorgen, die Zahl der E-Autos bei uns bis 2030 auf bis zu zehn Millionen zu erhöhen – so die Hoffnung der Bundesregierung. Doch ob das genügt, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, ist fraglich. Denn nach Abzug der Förderung sind E-Autos und Plug-in-Hybride immer noch teurer als klassische Verbrenner. So kostet der kleine VW e-Up in der Ausführung Style 23.000 Euro, während für einen ähnlich ausgestatteten Up 1.0 stolze 8.465 Euro weniger zu Buche stehen. Unterm Strich bleiben somit abzüglich der Förderung inklusive Mehrwertsteuer 1.895 Euro Differenz übrig.

Schlimmer noch: Da kein Neuwagen mehr zum Listenpreis den Händlerhof verlässt, kommen beim Up mit Benzinmotor rund 20 Prozent Rabatt hinzu. Also beträgt der Unterschied am Ende 4.802 Euro.

Nachlässe nutzen

Dass es sich dennoch lohnt, ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid zu kaufen, liegt am Zeitdruck, unter dem die Hersteller derzeit stehen. Weil seit Jahresanfang die strengen EU-Vorgaben zum CO2-Grenzwert von 95 g/km greifen, sind die Marken darauf angewiesen, den Absatz von Elektroautos hochzufahren.

Quelle: carwow.de, meinauto.de; Finanzierung: Leasing und Drei-Wege-Kredit

Verfehlt die Branche die Flottenziele, trifft sie das finanziell hart. Laut einer Studie von PA Consulting droht zum Beispiel dem Volkswagen-Konzern eine Strafe von 4,5 Milliarden Euro, Daimler und Renault müssten jeweils rund eine Milliarde an die EU zahlen, Hyundai und Kia immer noch 800 Millionen.

Um diesen Aderlass so klein wie möglich zu halten, dreht die Branche an der Rabattschraube. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass ein Nachlass von etwa 9.000 Euro bei E-Autos und Plug-in-Hybriden häufig günstiger sei als die Strafzahlung an die EU. Ein Blick auf die Rabatte stützt die These, dass die Branche auf die Förderung noch einmal kräftig draufzahlt: Sie macht den Kunden die E-Autos mit weiteren Verkaufsaktionen schmackhaft, indem sie Tageszulassungen anbietet oder auf verschiedene Bonus-Systeme setzt – etwa für Umsteiger von Fremdmarken oder jene, die einen Gebrauchten in Zahlung geben.

Quelle: carwow.de, meinauto.de; Finanzierung: Leasing und Drei-Wege-Kredit

Dafür investieren die Marken viel. Die Preisvorteile übersteigen gerade das Niveau, das die Hersteller bei Modellen mit Verbrennungsmotoren bieten. Für sie sind derzeit im Durchschnitt 20 Prozent Abschlag möglich, während E-Autos bei 23 Prozent liegen, ergab eine auto motor und sport-Auswertung. In der Spitze können Kunden zurzeit bis zu 47 Prozent Nachlass für einen Stromer aushandeln – wobei es sich um den VW e-Up handelt. Bleibt man bei dem vorigen Beispiel, dann verkürzt sich die Differenz zur Verbrennerausführung von 4.802 auf konkurrenzfähige 95 Euro.

Günstige Finanzierungen

Trotz der interessanten Rabatte ist das E-Auto für die meisten immer noch zu teuer, um es bar zu bezahlen. Eine Alternative sind dann Finanzierungen. Da die Kreditzinsen im Keller sind, lohnen sie sich jetzt besonders – vor allem, wenn sie mit dem Umweltbonus und weiteren Nachlässen kombinierbar sind.

So lässt sich der 21.975 Euro teure VW e-Up über vier Jahre ohne Anzahlung für 146 Euro im Monat leasen. Die Konzerngeschwister Seat Mii Electric und Skoda Citigo e iV liegen sogar bei 107 beziehungsweise 109 Euro im Monat. Günstige Abschlüsse sind auch bei anderen Marken möglich. Bei Nissan etwa kann der Kunde den geräumigen und alltagstauglichen Leaf bereits für 239 Euro im Monat bekommen, bei Hyundai den SUV Kona Elektro für 260 Euro.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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