Ionity geht in Europa an den Start

Ionity Ladesäule
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Ionity Ladesäule

© Ionity
02.07.2018 - 08:11 Uhr von Bernd Conrad

Am Donnerstag (3.11.2017) ist der Startschuss für den Ausbau eines europaweiten Netzwerkes an Schnellladestationen für Elektroautos gefallen. Ionity geht an den Start.

Ionity ist der Name eines Unternehmens, das die BMW Group (BMW, Mini, Rolls-Royce), Daimler (Mercedes-Benz, Smart), Ford und der Volkswagen-Konzern gegründet haben, um eine europäische Lade-Infrastruktur für Elektroautos aufzubauen.

Kooperation mit OMV, Shell und Tank & Rast

Das Anfang November gegründete Unternehmen ist jetzt einen Schritt weiter: Ionity hat Kooperationen mit Shell, OMV sowie Tank & Rast geschlossen.

Mit Shell wolle man in 10 europäischen Ländern kooperieren und so eine Ladeinfrastruktur in Belgien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik sowie Ungarn aufbauen, erklärte das Unternehmen. In Deutschland kooperiert Ionity mit Tank & Rast. Das Unternehmen betreibt 360 Tankstellen und 400 Raststätten entlang der deutschen Autobahnen. Dort soll ein Netz von Ladesäulen mit einer Ladeleistung von 350 Kilowatt aufgebaut werden.

In Österreich, Slowenien, der Tschechsichen Republik und Ungarn arbeitet Ionity mit OMV zusammen. Das österreichische Unternehmen geht „damit einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energiezukunft“, erklärte OMV-Vorstand Manfred Leitner.

400 Schnelllade-Stationen im Jahr 2020

Noch in diesem Jahr sollen die ersten 20 Schnelllader mit einer Leistung von bis zu 350 kW in Deutschland, Norwegen und Österreich errichtet werden, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Stromzapfanlagen maximal 120 Kilometer betragen wird. 2018 sollen 80 weitere Stützpunkte folgen. Bis zum Jahr 2020 – für das die Hersteller ihre massentauglichen Elektroautos angekündigt haben – sollen ca. 400 Stationen bereitstehen.

Die Geschäftsführung von Ionity mit Sitz in München haben Dr. Michael Hajesch, zuvor bei BMW für die Elektro-Strategie verantwortlich, und Dr. Marcus Groll, der von Porsche kommt, übernommen. Bis Anfang 2018 will man 50 Mitarbeiter um sich versammeln.

Tank & Rast hat die erste Ionity-Ladesäule eröffnet

Deutschlands größter Betreiber von Autobahnraststätten Tank & Rast hat jetzt an dem Rasthof Brohtal Ost (an der A61 zwischen Koblenz und Bonn) den ersten Ionity-Standort mit einer Schnellladestation eröffnet. Sechs Elektroautos können hier gleichzeitig Strom zapfen, sofern sie über einen CCS-Stecker verfügen. In den nächsten Jahren will das Unternehmen weitere 80 Standorte in Kooperation mit Ionity eröffnen. Mit der maximalen Ladeleistung von 350 kW liegen die Ionity-Schnellader deutlich über den schon heute von Tank & Rast betriebenen 300 Ladestationen, die Leistungen zwischen 50 und 150 kW zu Verfügung stellen.

Ökostrom-Kooperation mit Polarstern

Der Strom, den Elektroautos an den Ionity-Ladepunkten zapfen, kommt aus einer regenerativen Quelle. Mit dem Energieversorger Polarstern hat Ionity eine Kooperation gestartet, die Ökostrom aus einem Laufwasserkraftwerkin Deutschland zur Versorgung der mobilen Kunden nutzt.

„Die Verfügbarkeit von Ökostrom, ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen, an allen Ionity-Ladestationen ist erklärte Zielsetzung. In Kombination mit den hohen Ladeleistungen an den Ionity-Ladestationen bieten wir unseren Kunden ein attraktives Angebot für nachhaltige Mobilität auf der Langstrecke“, erklärt Dr. Marcus Groll.

An jeder Ionity-Station sollen mehrere Ladepunkte dafür sorgen, dass kein Stau entsteht. Beim Stecker setzt man auf das von den europäischen Herstellern favorisierte Combined Charging System (CCS).

Mit dem Aufbau des Ladenetzes gehen die am Ionity-Projekt beteiligten Hersteller ihren eigenen Weg. Das bereits existierende Supercharger-Netzwerk von Tesla arbeitet mit Gleichspannung und maximal 145 kW Leistung. Japanische Elektroautos wie der Bestseller Nissan Leaf nutzen den ChadeMO-Stecker mit maximal 50 kW.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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