Isdera Commendatore 112i (1993): Einzelstück, direkt vom Hersteller

Isdera Commendatore 112i (1993): Einzelstück, direkt vom
Hersteller
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Isdera Commendatore 112i (1993): Einzelstück, direkt vom Hersteller

© RM Sotheby's

Diesen Supersportwagen gibt es nur ein Mal: Der Isdera Commendatore 112i steht zum Verkauf.

Eberhard Schulz hatte kein Diplom, aber schon ein eigenes Auto gebaut, als er sich 1971 bei Porsche bewarb. Er fuhr mit seinem eigenen Erator GTE zum Vorstellungsgespräch, bekam eine Stelle und durfte nebenher sein eigenes Auto entwickeln, das ein Nachfolger des Mercedes 300 SL Flügeltürers werden sollte.

ISDERA-Gründer Eberhard Schulz

Schulz verließ Porsche und wechselte zu Rainer Buchmanns Firma B&B nach Frankfurt am Main. Zusammen stellten sie den CW 311 fertig und auf die IAA. Mit Mercedes-Stern im Kühler, was der Konzern später untersagte.

Schulz gründete 1982 seine eigene Firma, das Ingenieurbüro für Styling, DEsing und Racing mit Sitz in Warmbronn bei Stuttgart. ISDERA baute den CW 311 auf Bestellung in Kleinserie; ein Jahr mussten Kunden auf ihr Auto warten. Der CW 311 hatte Flügeltüren, einen V8-Mittelmotor von Mercedes und einen zentralen Rückspiegel auf dem Dach. Der Motor der Baureihe M117 stammte aus S-Klasse und SL, er leistete im Serienauto 240 PS. Zwischen 1983 und 1991 baute ISDERA etwa 20 CW 311.

Der Commendatore 112i

Das nächste Projekt wurde in jeder Hinsicht etwas größer. Der Commendatore 112i sollte mit einem V12-Motor und einer guten Aerodynamik zu den schnellsten Sportwagen seiner Zeit gehören. Den mittig längs eingebauten M120-Zwölfzylinder, im serienmäßigen 600 SE 408 PS stark, kombinierte Schulz mit einem Getriebe von Porsche-Tuner Ruf, das um einen sechsten Gang ergänzt wurde, um eine Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h erreichen zu können.

Das Chassis bestand aus einem Rohrrahmen und Verbundmaterial, das Fahrwerk war aktiv höhenverstellbar, um bei hohen Geschwindigkeiten eine bessere Aerodynamik zu erreichen. Messungen im Windkanal von Mercedes ergaben einen Cw-Wert von 0,306. ISDERA stellte das Auto 1993 auf der IAA vor. Es sollte 800.000 Mark kosten. Geplant war, das Auto für die 24h von Le Mans zu homologieren. Dazu kam es nicht. Auch kaufen wollte das Auto zunächst niemand. Dennoch sammelte der Commendatore Rennkilometer – wenn auch virtuell: 1997 tauchte das Auto bei Need for Speed II auf.

Für das reale Auto gab es erst 1999 es einen Käufer, der den 112i in Deutschland zuließ und später in die Schweiz verkaufte. Dort bekam das Auto andere Räder und Seitenspiegel. Vor vier Jahren kaufte die heutige ISDERA AG in Saarwellingen den Commendatore und versetzte das Auto in den Originalzustand zurück. Was er jetzt kosten soll, verrät RM Sotheby’s noch nicht. Einen Mindestpreis gibt es jedoch ebenso nicht.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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