Neuer Ford Maverick (2021): Der Unter-20.000-Dollar-Pickup

Neuer Ford Maverick (2021): Der Unter-20.000-Dollar-Pickup
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Neuer Ford Maverick (2021): Der Unter-20.000-Dollar-Pickup

© Larry Chen

Ford bringt als 2022er-Modell einen kleinen Pick-up-Truck auf Basis des Ford Escape auf den Markt. Die Basisversion tritt zum Kampfpreis an. Zudem ist der neue Maverick als Vollhybrid erhältlich.

Die Pickup-Festspiele der Marke Ford gehen weiter. Nur wenige Wochen nach dem vielbeachteten Debüt des elektrisch angetriebenen F-150 Lightning erweitern die Amerikaner ihr Pritschenwagen-Portfolio nach unten. Und der Maverick, der im Herbst als Vertreter des Modelljahres 2022 die Bühne betritt, ordnet sich in Sachen Design nahtlos in das bisherige Angebot ein. Mit seiner betont kantigen Linienführung gibt er sich trotz kleinerer Maße klar als Ford-Pickup zu erkennen.

Gleiches gilt für die bullige Front, an der vorrangig der durch eine querliegende Spange (hier sitzt mittig das Ford-Logo) geteilte Kühlergrill auffällt. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer sind ähnlich blockig gestaltet wie etwa beim F-150, aber horizontal statt vertikal ausgerichtet. Leicht ausgestellte Radhäuser in der Seitenansicht sind ebenso zu entdecken wie die klassischen Bügelgriffe der vier Türen. Am Heck stehen die Leuchten aufrecht und ist der Name in die Klappe eingestanzt; auch das eine klare Analogie zu F-150 und Co.

Ladefläche mit "Flexbed"-System

Der neue Ford Maverick kommt ausschließlich als Supercrew-Viertürer auf den Markt. Also mit einer großen Kabine für bis zu fünf Insassen, die über eine vollwertige hintere Sitzbank sowie vier konventionell angeschlagene Türen verfügt. Manchem Maverick-Fahrer dürfte die 1,37 Meter lange Ladefläche aber noch wichtiger sein als das Interieur. Diese bietet Fords "Flexbed"-System, das bis zu zwölf Verankerungspunkte, die auch als Flaschenöffner dienen, Holzlatten zur Unterteilung und eine in mehreren Positionen zu verankernde und – falls man sie als Sitzgelegenheit verwenden möchte – 227 Kilogramm tragende Ladeklappe umfasst. Außerdem können hier mehrere Stromquellen untergebracht werden.

Die selbsttragende Karosserie basiert auf der C2-Plattform von Ford, die für Kompakt-Modelle entwickelt wurde. Auf ihr bauen unter anderem der Ford Escape (hierzulande als Ford Kuga bekannt) oder der Ford Bronco Sport auf. Zusammen mit dem Letztgenannten rollt der Maverick im mexikanischen Werk Hermosillo vom Band. Die Plattform ist ausgelegt für Front- und Allradantrieb.

Vollhybrid als Basismodell

Zum Marktstart bietet Ford den Maverick in den USA mit zwei Motorisierungen an. Als Einstiegsmodell dient die Vollhybrid-Version, bei der ein 2,5 Liter großer, nach dem Atkinson-Zyklus arbeitender Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor und einem stufenlosen Getriebe zusammenspannt. Insgesamt leistet das Hybrid-System 194 PS und schickt bis zu 210 Newtonmeter Richtung Vorderräder. Den Verbrauch dieser Maverick-Version schätzt Ford auf 5,9 Liter auf 100 Kilometer; die Reichweite pro Tankfüllung soll bei über 800 Kilometern liegen.

Als reine Benziner-Alternative steht ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 253 PS und höchstens 376 Newtonmetern zur Verfügung. Dieses Triebwerk überträgt seine Kraft standardmäßig über eine Achtgang-Automatik auf die Vorderräder. Optional ist diese Motorisierung aber auch mit Allradantrieb erhältlich. Möglicherweise bringt Ford später noch eine Einstiegsversion mit 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbo und 180 PS sowie 240 Nm Drehmoment. Möglich ist zudem, dass der Hybrid-Maverick zum Plug-in-Hybriden weiterentwickelt wird.

Schmale Zuladung und Anhängelasten

Während die Allrad-Modelle Einzelradaufhängung haben, sind die Fronttriebler mit einer preiswerteren Verbundlenker-Hinterachse ausgerüstet. Den Kontakt zur Straße halten unter anderem in der Top-Version 17 Zoll große "Falken Wildpeak"-All-Terrain-Reifen, wie es sie auch für den Bronco Sport Badlands gibt. Die Nutzlast beträgt 680 Kilogramm; Maverick-Fahrer müssen sich beim Befüllen der Ladefläche also stärker zurückhalten als bei den anderen Ford-Pickups. Auch die Anhängelast ist mit 907 Kilogramm eher überschaubar. Sie lässt sich bei der stärkeren Benziner-Version mit dem entsprechenden Ausstattungspaket allerdings verdoppeln.

Innen präsentiert sich der Maverick stilistisch als Mixtur zwischen den Pkw- und Pickup-Modellen der Marke. Das Armaturenbrett ragt beispielsweise längst nicht so steil nach oben wie beim F-150. Mit seinen kastigen Elementen erinnert es dennoch an den Pritschenwagen-Bestseller. Farbliche Akzente bringen etwas Leben ins ansonsten meist graue Kunststoff-Interieur. Hinzu kommen fast unzählige und teils üppig dimensionierte Ablageflächen, beispielsweise unter den Rücksitzen. Wer mehr Ablagen braucht (beispielsweise Getränkehalter, Mülleimer, Taschenhalter und Ähnliches), kann sich im Ford-Zubehör-Regal bedienen und diese ganz einfach in verschiedenen Bereichen des Interieurs anbringen.

Zentraler Acht-Zoll-Infotainment-Touchscreen

Zwischen den klassischen Rundinstrumenten sitzt ein Info-Display, das Lenkrad verfügt über zahlreiche Multifunktions-Tasten. Der Automatik-Wählhebel ist als Drehrad ausgeführt und sitzt auf der Mittelkonsole. Die Klimaregelung haben die Innenraum-Designer getrennt vom Infotainment-Bildschirm angeordnet. Letzterer misst acht Zoll, sitzt auf dem Instrumententräger und verfügt auf der rechten Seite über eine Extra-Ablage. Er bietet serienmäßig Apple Carplay- sowie Android-Auto-Konnektivität und weist ein WLAN-Modem auf; so können bis zu zehn mobile Endgeräte ins Internet gehen. Über die Ford-Pass-App lässt sich der Maverick per Smartphone nicht nur orten oder auf- und zusperren, sondern auch starten oder ausschalten.

Schon die Einstiegsversion bietet die fünf Fahrmodi Normal, Eco, Sport, Slippery (rutschig) und Tow/Haul (für den Anhängerbetrieb). Einen geringen Umfang bietet die Maverick-Basisversion dagegen in Sachen Assistenzsysteme. Aufpreisfrei sind lediglich eine Fernlicht-Automatik und ein frontseitiger Kollisionswarner, der im Notfall selbständig eine Vollbremsung einleitet, an Bord. Weitere Technologien wie eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-Go-Funktion, eine Totwinkel-Überwachung mit Querverkehrswarnung sowie Assistenzfunktionen fürs Spurhalten und beim Ausweichen von Hindernissen sind nur optional erhältlich.

Ford Maverick ab 20.000 Dollar

Um preislich den Abstand zum nächstgrößeren Ford-Pickup Ranger zu wahren, geht es beim Maverick bereits bei 19.995 US-Dollar (umgerechnet rund 16.400 Euro) los. Der Ranger kostet zirka 4.000 Dollar mehr. Die Ausstattungs-Logik mit den Linien XL, XLT und Lariat übernimmt der kleine weitgehend von den größeren Pickups. Hinzu kommt auf Wunsch das Offroad-orientierte FX4-Paket, das ausschließlich für die Allradversionen erhältlich ist. Nur für das erste Modelljahr ist das Einführungs-Sondermodell First Edition vorgesehen. Es basiert auf der Topausstattung Lariat und verfügt unter anderem über eine von drei exklusiven Farben, ein in Glanzschwarz lackiertes Dach, spezielle Felgen-Designs, eine Ladeflächen-Abdeckung und eigene Dekorelemente.

Als Konkurrent hat der Pickup, der nicht für die europäischen Märkte vorgesehen ist, unter anderem den Hyundai Santa Cruz im Visier. Dieser kompakte Lifestyle-Pickup geht demnächst in den USA ebenfalls als 2022er Modell an den Start. Übrigens: Die Bezeichnung Maverick hat Ford in seiner Modellgeschichte bereits zweimal eingesetzt: Auf dem US-Markt hieß ein von 1969 bis 1977 gebautes Kompaktmodell so und in Europa boten die Amis von 1993 bis 2007 einen gleichnamigen SUV an.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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