Neues Einsatzfahrzeug Rosenbauer RT (2020): Schneller als die Feuerwehr bisher

Spezialanbieter Rosenbauer hat ein neues Einsatzfahrzeug für die
Feuerwehr vorgestellt.
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Spezialanbieter Rosenbauer hat ein neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr vorgestellt.

© Rosenbauer

Einsatzfahrzeug-Spezialist Rosenbauer hat mit dem RT nicht etwa das Feuerwehrauto weiterentwickelt, sondern laut eigener Aussage komplett neu gedacht. Das beginnt schon mit dem Antrieb.

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Zunächst mag es merkwürdig klingen, wenn ein Feuerwehrauto hinsichtlich seiner Fahrdynamik optimiert wird. Schließlich sollen die Einsatzfahrzeuge Leben retten, und keine Rennen fahren. Doch natürlich ist auch das schnelle Erreichen des Einsatzortes von entscheidender Bedeutung. Gerade im urbanen Raum kann es dabei bisweilen eng zugehen. Deshalb haben die Spezialisten von Rosenbauer ein flinkes und wendiges Feuerwehrauto entwickelt, das den Namen RT (Revolutionary Technology) trägt.

490 Elektro-PS aus zwei Motoren

Anders als bei den gängigen Modellen, baut der RT nicht auf einem Lkw auf. Das Niederflur-Chassis mit Kernrohrrahmen beherbergt eine 550 Kilo schwere Batterie und senkt den Schwerpunkt des Fahrzeugs damit im Vergleich dramatisch. Sie ahnen es bereits: Der RT ist elektrisch unterwegs und zwar mit einer Gesamtleistung von 490 PS aus zwei Elektromotoren (einer je Achse). Nun ist es allerdings nicht so, dass der RT unterwegs noch kurz an die Ladesäule muss. Mit an Bord ist ein Range-Extender bestehend aus einem Diesel-Sechszylinder mit 272 PS und einem Stromgenerator zum Laden der beiden 50 kWh Akkus. Aber klar, der RT kann natürlich trotzdem extern Strom tanken und zwar am handelsüblichen Starkstromanschluss oder an einer Gleichstromladestation mit bis zu 150 kW. Damit gelingt den Batterien innerhalb von 15 Minuten der Sprung von 50 auf 80 Prozent.

Bei so vielen Energiequellen ist es keine Frage, dass das rollende Kraftwerk auch die bordeigenen Einsatzgeräte wie Lüfter, Tauch- oder Löschwasserpumpen selbstständig speist. Das kann je nach Verfügbarkeit entweder über den Generator oder den Diesel erfolgen. Der RT ist ein vollwertiges Tanklöschfahrzeug, das mit unterschiedlichen Einbaupumpen inklusive Schaumvormischsystem ausgerüstet werden kann. Zwischen 1.000 und 4.000 Liter Wasser können je nach verbautem Tank transportiert werden.

Einzelradaufhängung statt Starrachse

Seine Wendigkeit verdankt der RT nicht ausschließlich den tief platzierten Akkus, sondern auch dem Verzicht auf eine Starrachsen-Konstruktion. Das Hybrid-Einsatzfahrzeug verfügt über eine Einzelradaufhängung, die zusätzlich mit einer Hinterachslenkung kombiniert werden kann. Damit liegt der Wendekreis dann für die Ausführung mit dem kleinsten Radstand (3.800 Millimeter) bei kompakten 12,5 Metern. Dazu kommt die überschaubare Breite von 2,35 Metern. Alternativ ist der RT auch mit Radständen von 4.100 und 4.400 Millimetern im Portfolio. Die kürzeste Version des RT ist 7,30 Meter lang, die Höhe ohne Aufbauten liegt bei 2,90 Metern.

Die Höhe lässt sich allerdings variieren, denn der Hybrid verfügt über ein luftgefedertes Fahrwerk mit unterschiedlich wählbaren Niveaus. 250 Millimeter lässt das Fahrzeug bei normaler Straßenfahrt über dem Boden frei, geht es beispielsweise in überflutete Gebiete, hebt der Wat-Modus die Bodenfreiheit auf 470 Millimeter an. Ist der RT am Einsatzort angekommen und abgestellt, reduziert sich die Bodenfreiheit wiederum auf 175 Millimeter, damit einerseits die Einsatzkräfte komfortabel ein- und aussteigen können, aber auch damit die Ausrüstung ohne Auftrittsklappen entnommen werden kann. Sollte das im Dunkeln passieren, sorgt ein umlaufendes LED-Band für Beleuchtung rund ums Auto.

Als Kommandozentrale im Cockpit dient ein mittig platzierter 17-Zoll-Touchscreen, dessen Funktionen auch auf ein externes Rosenbauer-Tablet gespiegelt werden können. Mit Platz für bis zu neun Personen können Einsatzbesprechungen aber dank drehbarer Fahrer- und Beifahrersitze im Innenraum vorgenommen. Gebäudepläne, Kamerabilder oder Lagekarten gibt das zentrale Display wieder. Für den Überblick aus der Vogelperspektive ist der RT zudem mit einer Drohne ausgestattet.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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