Warum der Jimny-Import nicht so einfach ist
Der Suzuki Jimny hat in Europa einen schweren Stand. Strenge Vorschriften zu Emissionen und Sicherheit, wie die General Safety Regulation (GSR), verhindern den Verkauf. Dennoch tauchen importierte Modelle auf, die technische und rechtliche Fragen aufwerfen. Welche Hürden gibt es bei der Zulassung?
Die General Safety Regulation (GSR) der Europäischen Union stellt strenge Anforderungen an die Sicherheit von Fahrzeugen. Seit 2024 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU mit Notbremsassistenten, Tempowarnungen und erweitertem Fußgängerschutz ausgestattet sein. Der Suzuki Jimny, der ursprünglich für Märkte mit weniger strengen Vorschriften entwickelt wurde, erfüllt diese Anforderungen nicht. Besonders problematisch ist der fehlende Notbremsassistent, der in der EU mittlerweile Pflicht ist.
WLTP und die CO₂-Bilanz
Ein weiterer Stolperstein für den Jimny-Import ist die WLTP-Norm. Das Testverfahren legt strenge Maßstäbe für den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen fest. Der Jimny, bekannt für seinen robusten Motor, hat eine vergleichsweise schlechte CO₂-Bilanz, die die Flottenemission belastet. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Suzuki den Verkauf in Europa eingestellt hat. Importierte Modelle müssen diese Standards nicht erfüllen, solange sie über eine Einzelabnahme zugelassen werden. Dennoch bleibt die CO₂-Bilanz ein kritischer Punkt, insbesondere für gewerbliche Importeure.
Nachrüstungen und Einzelabnahmen
Für die Zulassung eines importierten Jimny in Deutschland ist eine Einzelabnahme erforderlich. Dabei prüft der TÜV, ob das Fahrzeug den deutschen Straßenverkehrsvorschriften entspricht. Typische Nachrüstungen umfassen die Installation von EU-konformen Scheinwerfern, Nebelschlussleuchten und Geschwindigkeitswarnern. Laut Erfahrungsberichten aus dem Suzuki-Jimny-Forum sind diese Nachrüstungen zwar machbar, aber mit erheblichen Kosten verbunden. Ein Nutzer berichtet, dass allein die Umrüstung der Scheinwerfer und die Anpassung der Software für die Abgasnorm Euro 6 mehrere tausend Euro gekostet haben.
Rechtliche Auseinandersetzungen
Suzuki Deutschland geht konsequent gegen den Import von Jimny-Modellen vor, die nicht für den europäischen Markt bestimmt sind. In mehreren Fällen wurden einstweilige Verfügungen erwirkt, um den Verkauf solcher Fahrzeuge zu stoppen. Ein prominenter Fall landete vor dem Landgericht München, wo ein Händler gegen eine Verfügung von Suzuki klagte. Das Gericht wies den Antrag von Suzuki ab, betonte jedoch, dass der Vertrieb solcher Fahrzeuge unzulässig sei. Die rechtliche Lage bleibt somit unklar, und weitere Verfahren sind zu erwarten.
Perspektiven für Jimny-Fans
Trotz des offiziellen Verkaufstopps gibt es noch Möglichkeiten, einen Jimny in Europa zu erwerben. Einige Importeure bieten Modelle aus Ländern wie Südafrika oder Indien an, die über eine Einzelabnahme zugelassen werden können. Für Privatpersonen ist der Import weniger problematisch, da die rechtlichen Restriktionen hauptsächlich gewerbliche Händler betreffen. Allerdings sollten Interessenten die hohen Kosten für Nachrüstungen und die aufwendigen Zulassungsverfahren einkalkulieren.
