Rivian R1S startet erst im Sommer 2022: Elektro-SUV verzögert sich erneut

Rivian R1S startet erst im Sommer 2022: Elektro-SUV verzögert
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Rivian R1S startet erst im Sommer 2022: Elektro-SUV verzögert sich erneut

© Rivian Motors

Kürzlich hat Rivian die Produktion des Elektro-Pick-ups R1T gestartet. Dessen SUV-Pendant R1S befindet sich dagegen weiter in der Warteschleife – und zwar deutlich länger als gedacht.

Seinem rein elektrisch angetriebenen Pickup R1T (siehe Video), der kürzlich in die Serienproduktion startete, will Rivian ein SUV-Pendant zur Seite stellen. Doch der R1S befindet sich weiter in der Warteschleife: Verschiedene US-Fachmedien berichten von Briefen an Kunden, in denen diesen mitgeteilt wird, dass sie ihr längst vorbestelltes Auto erst im Mai oder Juni 2022 erhalten – frühestens.

Den letzten Planungen zufolge sollte es bereits im Dezember soweit sein. Das ging zumindest aus dem Antrag auf Börsenzulassung ("Initial Product Offering", kurz IPO) hervor, den das E-Auto-Start-up Anfang Oktober veröffentlicht hatte. Ursprünglich sollte das Modell im Herbst auf den Markt kommen. Der Elektro-SUV wird in einem ehemaligen Mitsubishi-Werk in der Stadt Normal, US-Bundesstaat Illinois, auf derselben Produktionslinie hergestellt wie der Pick-up. Der R1S nutzt für Chassis und Karosserie dieselben Materialien (Aluminium, hochfesten Stahl, Karbon) und die gleiche Elektroantriebs-Plattform wie der Pritschenwagen. Sprich: Im "Skateboard" werden die Batterien und alle Antriebskomponenten gebündelt.

EPA bestätigt 509 km Reichweite

Damit verfügt auch er über eine von 105 über 135 bis 180 kWh skalierbare Batterie, die Reichweiten zwischen 402 und 640 Kilometern möglich machen soll. Die mittlere Stufe erhielt nun den offiziellen Segen der US-Umweltbehörde EPA: Demnach erreicht der SUV damit 509 Kilometer mit einer Akkuladung. Geladen wird mit bis zu 160 kW Leistung, Strom für 320 Kilometer soll sich damit in 30 Minuten zapfen lassen. Perspektivisch soll laut IPO-Antrag aber bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung mit Gleichstrom machbar sein. Den Antrieb übernehmen vier Elektromotoren, an jedem Rad einer. Deren Leistung liegt bei jeweils 147 kW (200 PS), die Systemleistung variiert je nach Konfiguration zwischen 300 (408 PS) und 522 kW (710 PS). Damit soll der SUV etwa drei Sekunden von Null auf 60 mph (96,6 km/h) spurten.

Die Bodenfreiheit lässt sich per Luftfederfahrwerk variieren; maximal beträgt sie knapp 37 Zentimeter. Die Böschungs- (vorne 34,3 und hinten 33,7) und Rampenwinkel (28,9 Grad) sind sogar besser als beim R1T; bei der Wattiefe (knapp ein Meter) herrscht Gleichstand. Im Vergleich zum Pick-up ist der SUV etwas kürzer (5,13 Meter) und weist einen geringeren Radstand (3,07 Meter) auf. Bei der Breite (2,01 Meter mit angeklappten Außenspiegeln) und Höhe (1,83 Meter) sind sich die beiden Rivian-Modelle jedoch einig.

Sieben Sitze auf drei Reihen

Im Innenraum bietet der Rivian R1S drei Sitzreihen mit einer 2+3+2-Konfiguration. Die mittlere Bank lässt sich im Verhältnis 60:40 umlegen, die dritte Sitzreihe setzt auf zwei Einzelsitze. Als mögliche Zuladung werden 800 Kilogramm genannt, an die Hängerkupplung darf der SUV fast 3,5 Tonnen nehmen. Der Kofferraum unter der Fronthaube schluckt 312 Liter, der Laderaum hinter Reihe drei 142 Liter. Im Stand lässt sich die Bodenfreiheit auf 20,6 Zentimeter absenken, um besser einsteigen und Gepäck einladen zu können. Ein großflächiges Panorama-Sonnendach bietet Rivian ab Mitte 2022 an.

Das Cockpit des R1S setzt auf mehrere Touchscreens sowie eine komplette Vernetzung, die auch Over-the-Air-Updates ermöglicht. Entsprechend dient der E-SUV bei Bedarf als WLAN-Hotspot, bietet eine Ladeschale für Smartphones, bis zu sechs USB-Anschlüsse und eine Sprachbedienung über Alexa. Wie schon der Pick-up soll auch der SUV optional eine Camping-Küche erhalten, die hier im Heck untergebracht wird.

Autonome Driver+-Funktionen

In puncto Assistenzsysteme ist Rivian von Beginn an vorne dabei. Nutzt der Fahrer alle Driver+-Funktionen, kann der R1S automatisch die Spur halten und wechseln sowie die Geschwindigkeit anpassen. Assistenten für Notbremsungen und zur Überwachung der toten Winkel sind aufpreisfrei an Bord. Eine ganze Armada an Kameras sowie Radar- und Ultraschallsensoren sichert den Elektro-SUV in alle Richtungen ab. Mittelfristig soll der RS1 zu hochautomatisiertem Fahren auf Level 3 fähig sein. Dazu muss die Plattform allerdings weiterentwickelt werden.

Wie beim Pick-up-Bruder wird es zum Start des R1S eine Launch Edition geben, die im Vergleich allerdings etwas teurer ist: Für 77.500 statt 75.000 Dollar (gut 65.700 statt 63.600 Euro) gibt es dieselbe Ausstattung: Offroad-Paket mit optimiertem Unterfahrschutz, zwei Abschlepphaken im vorderen Stoßfänger und Druckluft-Kompressor. Hinzu kommen im Interieur ein 360-Grad-Surround-Soundsystem, Akzente aus Eschenholz sowie beheizte und belüftete Sitze, deren Bezüge aus veganem Leder bestehen. Zudem können die Kunden zwischen 20-Zoll-Rädern mit Gelände-Pneus und 22-Zöllern mit Sportreifen wählen.

Weitere Versionen ab 2022

Genauso teuer, aber etwas schlechter ausgestattet als die Launch Edition ist die voraussichtlich früh im Jahr 2022 startende Adventure-Version des R1S. Zeitgleich mit dieser bringt Rivian für 70.000 Dollar (knapp 59.400 Euro) das vorläufige Explore-Basismodell auf den Markt. All diese Versionen verfügen über 483 Kilometer Reichweite; die anders geschnürten Batteriepakete gibt es erst später. Vorbestellungen nimmt das Start-up bereits jetzt gegen eine Anzahlung von 1.000 Dollar entgegen. Dem IPO-Antrag zufolge sind für den R1S und den R1T bislang insgesamt knapp 50.000 Bestellungen eingegangen.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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