Skoda Felicia 1.3 (2001) 5.407 km: 4.220 Euro für einen der letzten Skoda Felicia

Ein Skoda Felicia, ja und?
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Ein Skoda Felicia, ja und?

© bilwebauctions.se

Dieser Skoda Felicia glänzt im Zustand eines Neuwagens: Der Tacho zeigt 5.407 Kilometer an. Jetzt wurde der Youngtimer versteigert.

Das Rätsel, wer einen einen Skoda Felicia kauft und dann fast nicht fährt, erklärt das schwedische Auktionshaus Bilweb kurz und knapp: Der Finanzmanager des Skoda-Autohauses Bohus Motor gab den Kleinwagen seiner Tochter. Die gab jedoch nach ein paar Monaten das Autofahren auf.

Höchstgebot: 4.220 Euro

Der Felicia blieb in einer warmen Garage stehen und kam nur zu regelmäßigen Bewegungsfahrten sowie zur Inspektion raus. Nach 15 Jahren kauften ihn die nächsten Besitzer. Die hielten es genauso und nutzten den kleinen Skoda eher nicht für Langstrecken. Nicht einmal die Stadt verließ der Felicia: Den Service erledigte, mit einer Ausnahme, stets eine Skoda-Vertragswerkstatt in Uddevalla, Schweden. Genau die Stadt, in der Volvo bis 2013 mit Pininfarina zusammen das C70 Cabrio gebaut hat.

Von außen und innen ist zu sehen, dass auf den Felicia immer gut aufgepasst wurde: keine Steinschläge an der Kühlermaske, keine Kratzer an den Stoßfängern, kein Abrieb oder Schmutz auf den Sitzen oder Armlehnen. Wenn Ihnen Lenkrad und Außenspiegel bekannt vorkommen, haben Sie vermutlich irgendwann in den Neunzigern einen VW Polo gefahren. Auch Nutzer eines Golf III kennen das kleine Airbaglenkrad mit den Hupentasten rechts und links in den Speichen. Bei der Ausstattung zeigte sich der Erstkäufer preisbewusst: Er verzichtete auf jeden Luxus und nahm die Basisausstattung LX. In Deutschland kostete ein Skoda Felicia LX 1995 in Deutschland 15.590 Mark. Er war damit um ein Viertel günstiger als ein VW Polo. Jetzt wurde der fast neue Felicia versteigert. Schätzwert und Mindestpreis wurden nicht erreicht; das Höchstgebot lag bei 43.000 schwedischen Kronen, umgerechnet 4.220 Euro. Erwartet worden waren mindestens 65.000 schwedische Kronen (6.370 Euro).

Letzter Skoda auf einer Nicht-VW-Plattform

Der Felicia war der letzte Skoda, der nicht auf einer VW-Plattform basierte. Der Kleinwagen ist eine Weiterentwicklung des Vorgängermodells Favorit mit einer von Bertone gestalteten Karosserie. Die Vierzylinder-Benzinmotoren mit 1,1 und 1,3 Litern Hubraum stammten noch von dessen Vorgänger. Einige Teile – wie Lenkrad und Außenspiegel bei diesem späten Modell – stammen schon von VW. Auch einen 1,6-Liter-Benziner und einen 1,9-Liter-Saugdiesel steuerte der Wolfsburger Konzern bei. Als der rote Felicia im Februar 2001 das erste Mal für die Straße zugelassen wurde, lief im tschechischen Mlada Boleslav schon sein Nachfolger, der Fabia I, vom Band.

Das Exemplar, das nun in Schweden versteigert wird, hat den Skoda-Motor mit der Kennung 136M vorn quer unter der Haube. Der mit 10:1 hoch verdichtete Vierzylinder leistet 68 PS. Damit beschleunigt der Viertürer auf 162 km/h – dass es nie jemand ausprobiert hat, ist bei diesem Exemplar sehr wahrscheinlich; Geschwindigkeitsverstöße in Schweden sind teuer. Es wäre auch deswegen nicht sehr ratsam, weil es sich bei den Continental-Reifen mit der DOT-Kennung 3600 mutmaßlich noch um die Erstausrüstung handelt. Die Reifen sind also ziemlich genau 21 Jahre alt. Das Format 165/70 R 13 zeigt übrigens, dass sich seit Februar 2001 auch die Reifengrößen von Kleinwagen verändert haben.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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