Was Autofahrer jetzt beachten müssen

Die Anzeige ist plötzlich dunkel, das Tempolimit verschwunden. Viele Fahrer glauben dann an freie Fahrt. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum – mit rechtlichen und finanziellen Folgen. Wer Verkehrszeichen nur dann beachtet, wenn sie leuchten, riskiert Bußgelder und Punkte.
Auf vielen Autobahnen steuern sogenannte Wechselverkehrszeichen den Verkehrsfluss. Mal zeigen sie Tempolimits bei Nebel, mal Sperrungen bei Unfällen. Diese Anzeigen gelten rechtlich wie jedes andere Verkehrsschild. Und: Wer glaubt, ein ausgeschaltetes Schild bedeute automatisch das Ende der letzten Anordnung, irrt.
Laut Straßenverkehrsordnung behalten vorher angezeigte Limits ihre Gültigkeit bis ein neues Schild etwas anderes vorgibt. Das kann ein statisches Schild sein, ein neues digitales Limit oder auch ein aufgehobenes Tempolimit über der Fahrspur. Solange nichts anderes kommt, bleibt die letzte Regel bestehen.
Ein Tempolimit bleibt, auch wenn das Licht ausgeht
Ein Beispiel aus der Praxis: Über der linken Spur einer Autobahn ist ein 120er-Limit angezeigt. Kurz darauf erlischt das Schild. Viele interpretieren das als Freigabe. Doch ohne ausdrückliche Aufhebung gilt das Limit weiter – und zwar genau dort, wo es zuvor zu sehen war: auf der linken Spur. Wer nun schneller fährt, obwohl kein neues Schild das Limit aufhebt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Laut Bußgeldkatalog drohen bei Überschreitung ab 21 km/h innerorts bis zu 115 Euro Bußgeld und ein Punkt. Bei höheren Geschwindigkeiten oder Gefährdung sogar Fahrverbote. Das gilt auch dann, wenn das Schild technisch bedingt nicht mehr leuchtet.
Nur die nächste Anzeige zählt – nicht das Bauchgefühl
Die StVO stellt klar: Verkehrszeichen gelten, solange sie nicht durch andere ersetzt oder aufgehoben werden. Das bedeutet: Ein ausgeschaltetes Schild nimmt einer früheren Regel nicht die Gültigkeit. Erst ein neues Signal beendet das vorherige Limit. Solche Regeln sind wichtig, gerade auf Autobahnen mit wechselnden Bedingungen.
Für Autofahrer heißt das: Nicht die Anzeige bestimmt, wann eine Regel endet – sondern das nächste Schild. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nicht nur auf die Technik schauen, sondern auch die Umgebung beobachten: Gibt es statische Hinweise? Gibt es eine Aufhebung? Wenn nicht, besser vorsichtig bleiben.