Forster 4Fans T 649 EB im Test

Eine deutsche Marke, die in Italien produziert und Franzosen
gehört. Forster ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt. Das
Fanmobil mit vier einzelbetten – nicht nur für Fußballjünger – im
Test.
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Eine deutsche Marke, die in Italien produziert und Franzosen gehört. Forster ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt. Das Fanmobil mit vier einzelbetten – nicht nur für Fußballjünger – im Test.

© Ingolf Pompe
07.12.2018 - 14:55 Uhr von Christian Becker

Eine deutsche Marke, die in Italien produziert und Franzosen gehört. Forster ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt. Das Fanmobil mit vier Einzelbetten – nicht nur für Fußballjünger – im Test.

  • Alle Informationen zum Forster 4Fans
  • Daten und Messwerte
  • Preise und Ausstattung
  • Wertung
  • Fazit

Nach der WM ist vor der EM. Anlässlich des 60. Geburtstags des Fußballevents findet das Turnier 2020 verteilt in ganz Europa statt. Und wie kommt der geneigte Fußballfan bequem von Spielort zu Spielort? Forster hat hierfür eine Lösung.

Wir haben den Namen 4Fans mal wörtlich genommen und das Mobil, das für vier Fans ein Zuhause und bequeme Schlafplätze bereitstellen soll – unter die Lupe genommen von überzeichneten Fans mit Bier und Frikadellen. Aber keine Angst, die Fakten wurden natürlich todernst und nüchtern, sprich gewohnt seriös, beurteilt.

In einem Siegerteam müssen alle Mannschaftsteile perfekt zusammenpassen, und auch die Unterstützung von der Ersatzbank muss stimmen. In der Offensive kann der Forster 4Fans vor allem mit dem schlagkräftigen Preisargument punkten: Ein 6,50-Meter-Mobil mit vier serienmäßigen Einzelbetten für knapp 47.000 Euro Grundpreis kann sich sehen lassen. Im Mittelfeld sorgen praktische Details wie die zahlreichen Stauräume und eine gute Zuladungsreserve von fast 650 Kilogramm für gute Stimmung im Team, und in der Defensive kann der holzfreie GfK-Aufbau schützend Wind und Wetter trotzen. Bei diesen Qualitäten verwundert es fast, dass die Dichtheitsgarantie nicht über die inzwischen üblichen fünf Jahre hinausgeht.

Die Sitzgruppe

Auf der Ersatzbank sitzen zwar wenige, aber durchaus sinnvolle Positionen, die unter anderem den Komfort und die Wintertauglichkeit erhöhen. Eine Fahrerhausverdunkelung findet man dort allerdings nicht. Insgesamt kostet der Testwagen 51.440 Euro. Nützliche und von vielen geliebte Extras wie Rückfahrkamera, Markise, Sat-Anlage oder Heckträger müssen dann aber noch on top kalkuliert werden.

Ein Fahrzeug mit vier Betten sollte auch von vier Personen nutzbar sein. Im Falle der Sitzgruppe trifft das schon einmal zu. Der Tisch mit seiner recht großen Platte kann in Längs- und Querrichtung verschoben werden, dazu ist er drehbar. Das ermöglicht jedem reiselustigen Fan eine bequeme Sitzposition und gut erreichbares Geschirr. Das optionale Panoramadach für 790 Euro ist eine sinnvolle Investition, denn es sorgt für einen hellen wohnlichen Innenraum. Das passt zum Innendesign mit cremefarbenen Polstern und Möbelfronten. Unter dem Einzelhubbett leidet naturgemäß die Stehhöhe. Mit guten 1,90 Meter ist sie hier aber für die meisten ausreichend, am Küchenblock stehen dafür rund 2,08 Meter vom Boden zum Dach bereit.

Küche und Bad

Mit 6,49 Meter ist der 4Fans einen guten halben Meter kürzer als viele Einzelbettenmobile, und das merkt man am Küchenblock. Es ist nur Platz für einen Zweiflammkocher, und auch die Arbeitsfläche ist nicht gerade üppig. Für den schnellen Fanimbiss reicht das allemal, ein opulentes Gängemenü bedarf vorheriger logistischer Planung. Für Torjubel sorgt dagegen der Kühlschrank. Mit 142 Litern Volumen samt separatem 15-Liter-Frosterfach können genug Lebensmittel und Getränke für längere Reisen oder üppigere Partys verstaut werden.

Im Sanitärraum stellt der Fan fest, dass dieser zugunsten der kompakten Außenmaße klein ausfällt. Es ist zwar alles drin und es gibt auch ausreichend Stauraum, aber Camper mit Platzangst fühlen sich hier nicht so wohl. Die Duschkabine, die – und das gibt Pluspunkte –, mit Falttüren komplett abtrennbar ist, sorgt mit knapp 60 mal 60 Zentimetern Grundfläche nicht gerade für entspanntes Duschen. Dabei ist die Stehhöhe mit fast zwei Metern okay. Insgesamt gilt: Für die Schnellwäsche ausreichend, für mehr eher nicht. Aber es gibt ein Fenster im Raum, was in dieser Preisklasse auch nicht selbstverständlich ist.

Schlafplätze

Betten für vier gibt es im 649 EB serienmäßig. Ungewöhnlich daran: Es sind vier Einzelbetten. Im Heck befinden sich zwei klassische Längsbetten mit 1,83 und 1,93 Metern Länge und 80 Zentimetern Breite auf Lattenrosten. Die gut 10 Zentimeter dicken Matratzen sind bequem und die Kopffreiheit ist ausreichend. Steckdosen für Handy oder Wecker sucht man im Heck allerdings vergeblich. Beide Betten sind klappbar und machen das Beladen des unter dem Fußende liegenden Kleiderschranks beziehungsweise des geräumigen Staufachs einfach. Über den Betten warten außerdem drei Hängeschränke auf Gepäck.

Das Bett Nummer drei ist ein elektrisches Hubbett, das quer über der Sitzgruppe hängt. Auf 1,90 mal 0,82 Metern kann man es sich bequem machen. Die neun Zentimeter dicke Matratze ist auf einem Lattenrost gelagert und recht straff gepolstert. Das Bett hängt an Gurten und überzeugt durch seine stabile Ausführung. Es hängt satt, ohne zu wackeln. Für kleinere Mitfahrer ist ein leicht zu montierender Fallschutz an Bord.

Für Bett Nummer vier muss der müde Fan die Sitzgruppe umbauen, den Tisch absenken und zwei Zusatzpolster einfügen. Da in der Anleitung Beispiele für zahlreiche Sitzgruppenvarianten zu finden sind, nur eben diese nicht, dauert das erste Aufbauen etwas länger, danach geht es sehr schnell und einfach. Hier sollte man sich einen passenden Bezug besorgen, der die einzelnen Polster zusammenhält, damit die Liegefläche auch auf Dauer bequem bleibt. Nachteil dieser Bettanordnung: Sind beide Liegen im Einsatz, ist der Fluchtweg weitgehend blockiert.

Stauraum und Fahren

Die Heckgarage folgt dem Motto „rechteckig, praktisch, gut“. Sie nimmt viel Gepäck bis hin zum Fahrrad auf. Mit der serienmäßigen zweiten Stauraumklappe ist auch das Beladen unkompliziert. Einzig der Gaskasten liegt unpraktisch und nicht gerade rückenschonend an der vorderen Stauraumwand.

Der 649 EB mit seinem kurzen Radstand wirkt beim Fahren kompakt. So bereiten kurvige Passstraßen keine Schwierigkeiten. Auch beim Rangieren macht sich der Radstand positiv bemerkbar. Bei Motor und Getriebe scheint der Testwagen Exemplare aus dem oberen Bereich der Fertigungsstreuung abbekommen zu haben. Die Schaltung wechselt präzise durch die Gänge und die Fahrleistungen sind ordentlich. Auch der Verbrauch hält sich mit 10,7 Litern im Rahmen. Das Geräuschniveau ist dagegen recht hoch, was zu großen Teilen am Möbelbau liegt, der knarzend und klappernd auf sich aufmerksam macht. Dennoch können vier Fans gut auf die Reise gehen und haben ihr Party-Hotel immer mit dabei.

Das fiel uns auf

(+) Zwei TV-Anschlüsse für die private Sport-Konferenzschaltung.(+) Zwei USB-Steckdosen im Schrank unter dem Hubbett.(+) Praktischer Auszug im Küchenschrank. So kann man die volle Tiefe gut nutzen.(+) (-) Gut zugänglicher Wassertank. Die Öffnung ist aber zu schmal und hat scharfe Kanten.(-) Kondenswasserablauf in der T-Haube. Sieht nicht schön aus und die Position ist eher unglücklich.(-) Der Abwasserablauf befindet sich mittig unter dem Fahrzeug. Ungünstig bei vielen Entsorgungsstellen.

Forster 4Fans – Alle Infos

Gurte/Schlafplätze: 4/4 Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg Länge/Breite/Höhe: 6,49/2,35/2,95 m Grundpreis ab: 46.490 Euro

Daten und Messwerte

Auf- und AusbauSandwich-Bauweise, Kunststoffverstärkungen, Wände/Dach/ Boden außen und innen GfK, Isoliermaterial Wand/Dach/ Boden XPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 31/31/54 mm, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Schaum-Rahmen, 2 Dachhauben, 1 Dachfenster.

BordtechnikGas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, 5 Ausströmer (1 x Sitzgruppe,1 x Küche, 1 x Bad, 1 x Einzelbetten, 1 x Garage), Wasseranlage: Frischwasserschläuche, Abwasserschläuche, Druckpumpe.

BasisfahrzeugFiat Ducato, Flachrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2287 cm³, Leistung 96 kW/130 PS bei 3600/min, Drehmoment 320 Nm bei 1800/min, Sechsganggetriebe.

FahrleistungenBeschleunigung 0–50/80/100 km/h 6,8/14,9/23,6 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang) 6,9/15,6//11,6/22,1 s, 80-100 (6. Gang) 11,8 s Testverbrauch 10,7 L/100 km.

Preise und Ausstattung

Grundpreis: 46.880 Euro(Fiat Ducato 35 L, Motor 96 kW/130 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II Testwagenpreis: 51.440 Euro

150-/180-PS-Motor (18/18 kg) 1790/5780 EuroSicherheitskomfortpaket: ESP inkl. Traction Plus, Tempomat, Berganfahr- und -abfahrhilfe (7 kg): 1190 EuroReisekomfortpaket: Klimaanlage Fahrerhaus, Radiovorbereitung mit Lautsprechern, lackierte Stoßfänger, elektrische Außenspiegel u. a. (26 kg): 1990 EuroPanorama-Dachfenster (11 kg): 790 EuroAbwassertank isoliert und beheizt (4 kg): 690 EuroHeizung Combi 6 EH mit Truma CP Plus (1 kg) 590 Euro

Wertung

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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