So klappt der Umstieg von Whatsapp zu Signal!

So klappt der Umstieg von Whatsapp zu Signal!
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So klappt der Umstieg von Whatsapp zu Signal!

© Getty Images / metamorworks

Sie sind skeptisch und machen sich Gedanken darüber, was Facebook und Whatsapp mit Ihren Daten machen? Dann wäre es eine gute Idee, den Messenger zu wechseln und auf Signal umzusteigen. Diese App wird schließlich sogar von Edward Snowden empfohlen. Wir erklären Ihnen, wie Sie vorgehen sollten.

Falls Sie Datenschutz ernst nehmen und daher auf der Suche nach einer Alternative zu Whatsapp sind, dann werden Sie an Signal nicht vorbeikommen. Wie schon erwähnt: Auch Edward Snowden setzt auf diese App. Er meinte neulich sogar, dass er nur deswegen noch am Leben sei, weil er Signal nutzt. Ein weiterer prominenter Fürsprecher ist Elon Musk. Die App ist sowohl DSGVO- als auch Open-Source-konform, und derzeit ist ein hoher Zuwachs an Installationen zu verzeichnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Signal auf Tracker oder Werbung vollständig verzichtet. Diese Argumente waren für uns Grund genug, um Ihnen zu erklären, wie Sie von Whatsapp zu Signal wechseln können. Erfreulich daran: Der Umstieg ist weder kompliziert noch mit Kosten verbunden!

Der Download: Signal ist in den jeweiligen App-Stores sowohl für iOS als auch für Android kostenlos erhältlich und innerhalb weniger Sekunden installiert. Aktualisierungen werden - wie gewohnt - automatisch heruntergeladen.

Ein paar Worte vorab: Signal beherrscht im Prinzip alles, was Sie an Whatsapp mögen oder zu schätzen gelernt haben. Der größte Nachteil dürfte sein, dass der Großteil Ihrer Kontakte Signal vermutlich (noch?) nicht verwendet und Ihre Kontaktliste zunächst sehr überschaubar sein dürfte.

Signal speichert kein Backup, auch die Cloud wird nicht verwendet. Chats bleiben lokal auf Ihrem Smartphone gespeichert, und das in verschlüsselter Form. Auf Anforderung können Sie die Messages nach einiger Zeit löschen lassen. Signal greift zwar auch - wie Whatsapp - auf Ihre Kontakte zu, die Liste wird aber nicht an die Entwickler übermittelt, sondern nur von und in der App genutzt. Falls Sie generell nicht möchten, dass Kontakte ausgelesen werden, dann sollten Sie sich alternativ mit Telegram näher beschäftigen.

So wechseln Sie von WhatsApp zu Signal:

  1. Planen Sie den Umstieg - verwenden Sie Whatsapp und Signal parallel

    Zunächst installieren Sie die App und überprüfen, welche Ihrer Kontakte Signal ebenfalls verwenden, Sie erkennen dies deutlich in der Kontaktliste.

    Sie können zunächst beide Apps parallel betreiben und sich so einen Überblick verschaffen, ob Sie mit dem "neuen" Tool gut zurechtkommen und ob jene Kontakte, die Ihnen besonders wichtig sind, Signal verwenden. Wenn Sie zum Schluss kommen, dass Sie auf Whatsapp komplett verzichten können, dann sichern Sie Dateien und Fotos, die Ihnen wichtig sind und löschen danach unter "Einstellungen" - "Account" Ihr Konto. Sie könnten die Chats zwar exportieren, aber leider bietet Signal keine Importmöglichkeit.

    Bevor Sie sich nun endgültig von Whatsapp trennen, sollten Sie jene Kontakte, die Sie bei Signal nicht gefunden haben, informieren. Bei der Installation haben Sie sogar die Option, Ihre Kontakte mittels vorformulierter Nachricht auf Ihren neuen Messenger hinzuweisen. Vielleicht können Sie ja so den einen oder anderen Bekannten auch zum Wechsel animieren?

  2. Signal einrichten und PIN erstellen

    Wenn Sie Signal zum ersten Mal aufrufen, müssen Sie aus Sicherheitsgründen eine PIN festlegen. Dies ist schon einer der Unterschiede zu Whatsapp. Die Programmierer erklären das so: " Deine Signal-PIN ist ein Code, der zur Unterstützung von Funktionen wie nicht auf Rufnummern basierende Kennungen verwendet wird. Das heißt, dass deine PIN dein Profil, deine Konto-Einstellungen, deine Kontakte und deine Blockierungen wiederherstellen kann, falls du jemals dein Gerät verlierst oder wechselst. Eine PIN kann auch als optionale Registrierungssperre dienen, um zu verhindern, dass andere deine Rufnummer in Signal registrieren."

    Sie müssen die PIN jedenfalls in regelmäßigen Abständen neu eingeben. Falls Sie dies nicht möchten, können Sie die Funktion deaktivieren. Dafür gehen Sie zu "Einstellungen" - "Datenschutz" und deaktivieren die "PIN-Erinnerungen". Sie müssen die PIN nun zwar nicht mehr eingeben, dennoch benötigen Sie diese, denn ohne können Sie auf ihre Chats nicht zugreifen oder diese wiederherstellen. Daher sollte Sie sich die PIN gut einprägen, denn wenn Sie sie vergessen oder sich vertippen, wird Ihr Konto für sieben Tage gesperrt. Allerdings kann der PIN-Schutz auch komplett deaktiviert werden: Gehen Sie in die Einstellungen und tippen Sie auf "Erweitert", dann auf "Erweiterte PIN-Einstellungen" und schließlich auf "PIN deaktivieren".

  3. Passen Sie die Einstellungen an!

    Signal bietet eine große Fülle an Einstellungsmöglichkeiten und ist Whatsapp diesbezüglich weit überlegen. Sobald Sie die App installiert haben, sollten Sie sich daher zunächst mit den Einstellungen beschäftigen. Sie finden verschiedene Menüs mit zahlreichen Unterpunkten. Sie können hier die verschiedenen Funktionen je nach Ihren Anforderungen speichern, ein Profilbild hochladen oder Ihren vollen Namen eingeben.

    Unter "Einstellungen" - "Mitteilungen" können Sie den Ton festlegen, mit dem Ihnen Signal den Eingang neuer Nachrichten anzeigen soll. Auch der Inhalt der Mitteilung kann konfiguriert werden. Sie kann entweder aus einer einfachen Benachrichtigung bestehen, oder Sie können sich neben dem Text auch den Inhalt und den Namen des Absenders anzeigen lassen. Wenn Sie "Neue Signal-Kontakte" aktivieren, werden Sie, sobald einer Ihrer Kontakte zu Signal wechselt, verständigt. Diese Funktion kann selbstverständlich auch deaktiviert werden.

    Die Sicherheitseinstellungen passen Sie via "Datenschutz" an. Sie können beispielsweise Lesebestätigungen an- oder ausschalten, dies gilt dann für alle Chats und für alle ein- oder ausgehenden Nachrichten.

  4. Schreiben Sie Ihre erste Signal-Nachricht!

    Wenn Sie eine Nachricht verfassen möchten, dann tippen Sie rechts oben auf das Stift-Symbol. Sie werden nun alle Kontakte sehen, die ebenfalls bei Signal sind und können den richtigen Empfänger auswählen. Bereits vorhandene Chats werden analog zu Whatsapp dargestellt.

    Sobald Sie nun einen Kontakt ausgewählt haben, tippen Sie unten in das Textfeld und verfassen Ihre Nachricht. Wenn Sie auf das Mikrofon tippen, dann können Sie eine Sprachnachricht aufnehmen und versenden. Das Kamera-Symbol dient zum Versenden von Fotos, aber als Messenger-Profi ist Ihnen das sicher nicht unbekannt.

    Wenn Sie telefonieren oder einen Videoanruf starten möchten, dann wählen Sie das passende Icon, das Sie rechts neben dem Namen Ihres Kontaktes sehen.

  5. Konfigurieren, blockieren, löschen

    Wenn Sie auf einen Chat oder den zugehörigen Kontakt tippen, können die Einstellungen individuell angepasst werden. Wenn Sie "Verschwindende Nachrichten" auswählen, dann wird die Nachricht nach dem Lesen sofort gelöscht. Das klappt auch mit Daten oder Bildern, wir denken, dass diese Funktion ein nettes Zusatzfeature darstellt.

    Sie können für jeden Chat - auch für den mit Gruppen - eigene Benachrichtigungen auswählen, so wissen Sie stets sofort, wer Ihnen eine Nachricht geschickt hat.

    Seit Februar 2021 können Sie jedem Chat seinen eigenen Hintergrund zuweisen. Sie tippen dafür auf den Chatnamen und wählen dann "Hintergrund". Zur Auswahl stehen verschiedene vorgegebene Farbtöne, oder aber Sie wählen ein Foto aus Ihrer Galerie aus.

  6. Nutzen Sie Signal auch unter Windows, macOS oder Linux!

    Wenn Sie die Desktop-App installieren, dann können Sie Nachrichten am PC Versenden oder empfangen. Der Signal-Zugriff erfolgt dann über diese App, das klappt aber natürlich nur dann, wenn Sie Signal am Smartphone installiert haben. Als Stand-alone-Lösung für den PC sind die Programme nicht gedacht. Wie bei Whatsapp müssen Sie sich mittels QR-Code authentifizieren. In der App sehen Sie dann die Computer, die mit Signal verbunden sind, als "gekoppelte Geräte".

    Auch am PC legt Signal großen Wert auf Datenschutz: Nachrichten werden Ende-zu-Ende verschlüsselt, und Sie können wie am Smartphone festlegen, dass Ihre Messages nach einiger Zeit gelöscht werden sollen.


Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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