PlayStation 5: Alle Hardware-Informationen im Überblick

PlayStation 5: Alle Hardware-Informationen im Überblick
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PlayStation 5: Alle Hardware-Informationen im Überblick

© LetsGoDigital/Snoreyn

Das Design der Konsole mag noch immer nicht bekannt sein, die Hardware allerdings schon: In diesem Artikel erfahren Sie, was die Ende 2020 erscheinende PlayStation 5 leistet.

Xbox Series X als großer Konkurrent

Es wird für Sony nicht einfach sein, die Xbox Series X im Performancebereich zu schlagen: 12,2 TFLOPS Leistung stehen dort den 9,2 TFLOPS der PlayStation 5 gegenüber. Microsoft kombiniert die überlegene Grafikleistung mit einer schnellen Ryzen-CPU von AMD, 16 GB RAM für Arbeitsspeicher und Grafikkarte sowie einer pfeilschnellen NVMe-SSD mit einer Kapazität von einem Terabyte. Was die Konsole sonst noch auszeichnet, wie es um Raytracing und den neuen DualSense-Controller steht und vieles mehr klären wir in den folgenden Zeilen.

Alles über die neue Playstation 5

  1. RDNA2 gilt als gesichert

    Mark Cerny, seines Zeichens Urgestein bei Sony und verantwortlich für die Architektur der PlayStation 5, hat kürzlich verkündet, dass die Konsole auch Raytracing in Hardware beherrschen wird. Damit ist so gut wie sicher, dass Sony auf die RDNA2-Architektur von AMD setzt - genauso wie auch Microsoft. Jenes Raytracing wird am Ende wahrscheinlich ähnlich umgesetzt wie es NVIDIA bei den jetzt schon erhältlichen GeForce RTX-Grafikkarten macht. Damit werden einfache Ports von Konsolen auf PC oder umgekehrt möglich.

    Die Grafikeinheit in der PlayStation 5 soll darüber hinaus mit Taktraten von 2 GHz für die insgesamt 36 Compute Units der Grafiklösung arbeiten - die Xbox Series X bringt es auf 52 CUs. Damit wäre die PlayStation 5 leistungsmäßig deutlich unterlegen, aber noch immer doppelt so leistungsstark wie die PlayStation 4 Pro. Auch sie bietet die erwähnten 36 Compute Units, die allerdings auf einer älteren Architektur basieren und damit nicht zu vergleichen sind.

    Signifikant dürfte auch der Sprung beim Stromverbrauch sein: Die alte GCN-Architektur von AMD wurde noch im 28-nm-Verfahren gefertigt. RDNA2 wird bei Erscheinen auf 7 nm setzen und damit wesentlich höhere Taktraten bei geringerem Stromverbrauch und somit auch weniger Hitzeentwicklung möglich machen. Mehr als verdoppelt wird auch die Speicherbandbreite: Von 218 GByte/s in der PlayStation 4 Pro wächst sie auf 512 GByte/s.

    Was das bedeutet? Insgesamt würde die PlayStation 5 damit auf ein Niveau kommen, das aktuell ungefähr einer Radeon RX 5700 XT in PCs entspricht. Das ist signifikant, aber natürlich nicht genug, um mit den wesentlich teureren High-End-PCs zu konkurrieren. Ob das große Leistungsloch zwischen PlayStation 5 und Xbox Series X am Ende wichtig wird oder nicht, wird die Zeit zeigen - denn mit Leistung allein gewinnt man keine Spieler.

  2. Microsoft wird die Performance-Krone gewinnen

    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Microsoft im Bereich der Leistung hinter Sony zurückfallen wird. Denn: Mit einem Wert von über 1 Billion US-Dollar ist das Unternehmen wahrscheinlich dazu in der Lage, sehr viel höhere Verluste pro verkaufter Konsole einzurechnen als Sony. Die Leistungskrone muss her - koste es, was es wolle. Das könnte auch bedeuten, dass Microsoft die neue Konsole zu einem ähnlichen Preis wie Sony anbieten wird, obwohl es leitungstechnisch die genannten großen Unterschiede gibt.

    Das bedeutet auch, dass Multiplattformspiele auf der Xbox Series X wahrscheinlich durchweg besser aussehen und/oder flüssiger laufen werden als auf dem Gegner von Sony. Gesichert ist das zwar nicht, aber es ist unwahrscheinlich, dass Microsoft das Potenzial der starken Hardware brachliegen lassen wird. Das heißt übrigens nicht, dass Spiele auf der PlayStation 5 schlecht aussehen werden - das Gegenteil ist der Fall. Wer allerdings beste Performance sucht, ist bei Microsoft in dieser Generation voraussichtlich am besten aufgehoben.

  3. Die SSD in der PlayStation 5 soll alles verändern

    Großen Wert legen sowohl Microsoft als auch Sony in dieser Konsolengeneration auf das Thema der LadezeitenMark Cerny sagt dazu, dass dies nicht allein Sony zu verdanken ist, sondern vor allem den Entwicklern: Angesprochen darauf, was sie am meisten an der aktuellen Generation stören würde, kam die Antwort der langen Ladezeiten am häufigsten auf den Tisch.

    Einhalt gebieten möchten die Konsolenhersteller den immer längeren Ladezeiten (bedingt durch immer aufwendigere Spiele) mit einer internen SSD-Festplatte, welche die steinalte HDD-Technik in PS4 & Co. ablösen soll. Dazu gibt Cerny gleich einige Vergleichswerte heraus: Im aktuellen Spiderman-Spiel auf der PlayStation 4 Pro würde das Fast-Travel-Feature etwa 15 Sekunden Ladezeit beanspruchen. Mit der PlayStation 5 würde dieselbe Sequenz auf eine Dauer von nur noch 0,8 Sekunden eingedampft werden.

    In der Zukunft soll das dazu führen, dass Ladezeiten zwar noch immer vorkommen, aber deutlich geringer ausfallen. Das hat auch Auswirkungen außerhalb der Spiele: Längere Videos, die zum Spielstart abgespielt werden, dienen heute häufig dazu, Ladezeiten zu kaschieren. Darauf könnten Spieler in der Zukunft verzichten, sodass sie schneller dort sind, wo sie eigentlich hinwollen: im Spiel. Die dafür notwendigen NVMe-SSDs sind zwar teuer, aber auf lange Sicht sind sie es eben auch wert - und am PC schon länger verfügbar.

  4. SSD: keine neue Sache?

    Aufmerksame Leser werden natürlich wissen, dass es SSDs in Konsolen auch heute schon geben kann: Man muss Xbox One und PlayStation 4 nur öffnen und eine dieser Festplatten einbauen. Das hat in der Realität auch gute Auswirkungen auf die Ladezeiten, allerdings ist es mit den Lösungen in der neuen Konsolengeneration nicht vergleichbar. Denn: Die NVMe-Anbindung ermöglicht um ein Vielfaches höhere Datenübertragungsraten als die vergleichsweise langsame SATA-Anbindung aktueller Konsolen.

    Weiterhin bedingt der Umstieg auf SSDs auch, dass die umständliche Datenverwaltung auf HDDs der Vergangenheit angehört. Dort müssen diverse Assets teilweise in hundertfacher Ausführung vorliegen, um schnell geladen zu werden. Bei SSDs ist das nicht der Fall. Damit reduziert sich auch der Speicherbedarf aktueller Spiele. So sind Spielwelten denkbar, die wesentlich aufwendiger aussehen als aktuelle Spiele, aber dennoch keinen höheren Kapazitätsbedarf auf der Festplatte anmelden.

    Mit anderen Worten: SSDs sind zwar auch jetzt schon verfügbar, die Optimierung auf diesen Festplattentypen beginnt aber erst mit der neuen Konsolengeneration im Winter 2020. Angenehm ist außerdem die Tatsache, dass ein Blue-ray-Laufwerk für Ultra-HD ebenfalls dabei sein wird - nachdem die Xbox One dieses Kunststück schon seit vielen Jahren beherrscht.

  5. Alles neu macht der… Sound?

    Eine Sache, die sonst eher stiefmütterlich behandelt wird, aber in der PlayStation 5 im Fokus des Marketings steht, ist der Sound. Traditionell lässt sich Klang schlecht verkaufen, da wir bereits an einem Punkt angelangt sind, an dem unser Ohr absolut zufrieden mit dem Gebotenen ist. Der Dolby Atmos-Standard (der auch von der Xbox beherrscht wird) soll das nun ändern. Ein geeignetes Soundsystem zu Hause vorausgesetzt, sollen damit Klänge realisiert werden, die bislang nicht geboten werden konnten.

    Der Raumklang soll dafür sorgen, dass Geräusche nun aus allen Richtungen dargestellt werden können. Fliegt also ein Helikopter über den Spieler hinweg, soll dieser auch hören, dass der Ton von oben kommt - und nicht von vorne. Punktgenau sollen sich Geräuschquellen dank 3D-Audio im virtuellen Raum platzieren lassen (was auch Vermutungen aufkommen lässt, dass PSVR weiterhin wichtig bleiben wird).

    In privaten Räumlichkeiten hatte Hardware mit Zertifikat für Dolby Atmos bislang einen schweren Stand. Das liegt vor allem an den sehr hohen Preisen für das benötigte Equipment. Die PlayStation 5 könnte dafür sorgen, dass Raumklang in Spielen und heimischen Wohnzimmern nun deutlich breiter angenommen wird - und da die Xbox auch mitmacht, würde sich auch der Aufwand für die Entwickler lohnen.

  6. Neuer Look für den Controller

    Optisch deutlich verändert wurde der neue DualSense-Controller: Er kommt jetzt zweifarbig daher, bietet haptisches Feedback und ein wesentlich vergrößertes Touchpad sowie Mikrofone, die direkt in den Controller eingebaut sind. Die neuen Vibrationsmotoren in dem Controller sind darauf abgestimmt, feine Unterschiede besser darzustellen. So können Fahrten durch steiniges Gelände deutlich anders spürbar sein als auf glattem Untergrund - Ähnliches kennt man bereits von der Nintendo Switch. Wie genau dies technisch umgesetzt wird, ist jedoch noch nicht klar.

    Weiterhin sind die L2- und R2-Buttons nun mit adaptiven Triggern ausgestattet. Das bedeutet, dass im Finger eine Art Spannung erzeugt wird, die zunehmen oder abnehmen kann. Ein Beispiel ist ein Bogen, der in einem Spiel gespannt wird: Je stärker der Spieler zudrückt, desto weiter wird der Bogen gespannt, aber desto größer fällt auch der Widerstand aus. Damit das gut funktioniert, müssen die Entwickler aber mitspielen und diese Features auch in ihre Spiele einbauen. Laut eigenen Aussagen besitzen zahlreiche Entwickler seit längerer Zeit entsprechende DualSense-Controller.

    Neue Mikrofone im Controller helfen außerdem dabei, sich mit anderen Spielern zu unterhalten - auch ohne Headset. Dabei handelt es sich aber eher um eine Notlösung, die Sony für längere Sessions nicht empfiehlt. Der Share-Button wurde außerdem in einen Create-Button umgetauft; nach wie vor dient er aber dazu, Inhalte zu erstellen, zu teilen und an Freunde weiterzugeben.

  7. Gewicht und Größe waren ein Problem

    Bei der Entwicklung der neuen DualSense-Controller wurden mehrere Hundert Prototypen gebaut, um am Ende die gewünschte Ergonomie für eine breite Auswahl aus Handgrößen zu erhalten. Außerdem durfte der Controller der PlayStation 5 nicht zu schwer werden, was angesichts des neuen Feedbacks nicht einfach zu realisieren war. Eine lange Akkulaufzeit lag ebenfalls im Fokus der Designer - was auch ein Problem darstellte, da die neuen Features Strom benötigen. Wie schwer oder ausdauernd der DualSense am Ende wirklich geworden ist, hat Sony aber noch nicht bekanntgegeben.

  8. Softwareänderungen: neues Interface für Spieler

    Nicht nur die Hardware wird neu, auch die Software hat Sony überarbeitet. Das aktuelle, minimalistische und etwas kühle Design der Oberfläche soll überarbeitet werden und nicht nur optisch, sondern auch funktionell neu gestaltet sein. Ein Beispiel dafür sind Spiele, die Sie bereits angefangen haben: Ohne das Spiel zu starten, können Sie auf der PS4 keine Informationen aus dem Titel abrufen. Sie können etwa nicht erkennen, ob gerade Multiplayerpartien für Sie bereitstehen oder in welcher Mission in einem Singleplayer-Spiel Sie sich befinden.

    In der neuen Benutzeroberfläche ist die Spieleauswahl hingegen wesentlich interaktiver: Multiplayerserver können etwa Informationen darüber, ob Ihre Freunde gerade spielen, direkt in das Interface einbauen. Von dort reicht dann ein Klick aus, um sofort an dem entsprechenden Match teilzunehmen. In Singleplayer-Spielen hingegen sehen Sie beispielsweise Belohnungen, die Sie für die nächste Mission erhalten oder welche Aufgabe Sie gerade bestreiten. Sie müssen also nicht erst das Spiel starten, um zu erkennen, ob es sich lohnt oder nicht.

Fazit: Hardware gut, Spiele…?

Hinsichtlich der Leistung wird die Xbox Series X wahrscheinlich die Krone behalten. Am Ende entscheiden aber noch immer die Spiele, ob eine Konsole ein Erfolg wird oder nicht. Im Voraus kann das niemand sagen - und wir werden es frühestens im November wissen, wenn die neuen Konsolen erwartet werden. Floppen sollte die PlayStation 5 aber in keinem Fall.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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