So hält der Notebook-Akku länger durch

So hält der Notebook-Akku länger durch
Bild 1 von 4

So hält der Notebook-Akku länger durch

© Fotolia.com/Eric Hood
23.08.2018 - 08:56 Uhr

Mit unseren Stromspar-Tipps hält Ihr Notebook-Akku wesentlich länger bis er wieder an die Steckdose muss.

Bestimmt ist Ihnen die Situation vertraut. Der Akku Ihres Notebooks macht ausgerechnet in dem Augenblick schlapp, wenn Sie Ihrer Powerpoint-Präsentation den letzten Schliff verpassen möchten. Den damit verbundenen Ärger können Sie sich mit unseren fünf Tipps zukünftig ersparen.

So hält der Notebook-Akku länger

  1. Wann immer es geht: Notebook ans Stromnetz anschließen

    Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dass Ihr Notebook jederzeit startklar ist, sollten Sie es so oft wie möglich mit dem Stromnetz verbinden. Bei einer Ladekapazität zwischen 70 und 90 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Sie plötzlich ganz ohne Saft dastehen, wenn das Notebook über den Akku läuft. Mindestens ein zusätzliches Ladegerät sollte zu Ihrer Grundausstattung gehören. So haben Sie unterwegs immer ein zusätzliches Gerät zum Aufladen Ihres Akkus dabei und sind nicht nur auf das Ladegerät im Büro angewiesen. Wenn Sie oft zu Hause arbeiten, empfiehlt sich sogar, ein weiteres Ladegerät anzuschaffen. Was Sie allerdings nach Möglichkeit nicht tun sollten, ist, das Notebook ständig mit dem Stromnetz zu verbinden. Falls doch, entfernen Sie bitte zuvor den Akku.

    Anders als frühere Akkus ist bei modernen Lithium-Zellen zwar ein Überladen nicht möglich. Der Akku kann somit durch Aufladen nicht beschädigt werden. Feuer fangen kann er dadurch ebenfalls nicht. Sobald Lithium-Ionen-Batterien einmal aufgeladen sind, stoppt der Ladevorgang von selbst. Den Akku stets auf 100 Prozent zu halten, schadet jedoch der Langlebigkeit des Bauteils.

    Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie außerdem vermeiden, dass es zu einer allzu starken Entladung Ihres Notebook-Akkus kommt, seine Ladung also unter zehn Prozent fällt. Auch das vollständige Entladen sollte dementsprechend vermieden werden. Ein Ladezustand um die 70 Prozent gilt als Idealzustand. Der Akku sollte demnach weder ganz voll noch ganz leer sein.

  2. Bildschirmhelligkeit einstellen

    Heutige Bildschirme arbeiten mit LED-Technik, was gegenüber den alten Röhrendisplays eine enorme Verbesserung darstellt. Nicht nur die Bildqualität hat sich dadurch verbessert, sondern auch der Energieverbrauch verringert. Dennoch ist der Monitor noch immer der Teil des Systems, der am meisten Strom verbraucht. Wenn Sie die Helligkeit reduzieren, erhöht sich die Laufzeit Ihres Notebooks deutlich. Bedenken Sie: Mit niedriger Helligkeit in einem nicht so stark beleuchteten Café lässt es sich angenehmer arbeiten als in einem Raum, der hell erleuchtet ist.

    Um den Energieverbrauch des Bildschirms zu verringern, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Und zwar mit den automatischen Energiesparoptionen in Windows. Dorthin gelangen Sie über "Systemsteuerung" -> "Hardware und Sound" -> "Energieoptionen". Sie können dann ein passendes Schema auswählen oder von Hand festlegen, nach wie vielen Minuten der Bildschirm bei Nichtbenutzung abdunkeln soll.

  3. Unbenutzte Anwendungen und Programme schließen

    Oftmals verbrauchen im Hintergrund laufende Programme überdurchschnittlich viel Energie. Wird ein Tool im Hintergrund nicht genutzt oder nicht mehr richtig ausgeführt, kann dieser Effekt eintreten. Zu den Hauptverursachern gehören Webbrowser, weil in diesen viele Plug-ins sowie zahlreiche Rendering- und Skriptmodule aktiv sind.

    Heutige CPUs sind mit Energiesparfunktionen ausgestattet. Wann immer es möglich ist, fahren diese ihre Geschwindigkeit herunter und arbeiten nur so schnell wie unbedingt nötig. Das ist aber nur möglich, wenn gerade keine Anwendungen aktiv sind. Fehlerhafte Anwendungen, die sich nicht stoppen lassen, verbrauchen weiterhin Strom. Zudem bewirken sie eine Verlangsamung des gesamten Systems. Eine laufende Anwendung erkennen Sie an der Aktivität des Kühlers. Obwohl sich das Gerät eigentlich nicht rühren dürfte, läuft der Kühler recht schnell.

    Zur Behebung dieses Problems existiert eine recht einfache Lösung. Rufen Sie mit der Tastenkombination Strg+Alt+Entf den Windows-Taskmanager auf und suchen Sie nach Prozessen mit hoher CPU-Auslastung, für welche Sie keine plausible Erklärung haben. Sollte sich ein Programm nicht normal beenden lassen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Prozess und wählen den Menüpunkt "Prozess beenden". Bei Internet-Browsern funktioniert das in aller Regel. Falls nicht, müssen Sie einen Neustart des Systems durchführen.

  4. Schließen von stromintensiven Hintergrundanwendungen

    Ist Ihr Notebook nicht mit dem Stromnetz verbunden, sollten Sie das Netzwerk oder den Prozessor stark beanspruchende Hintergrundprozesse unbedingt beenden. Stellen Sie sicher, dass es im Akkubetrieb nicht zu großen Downloads von Daten durch Update-Programme kommt. Das gilt vor allem für das Windows-Update.

    Sie müssen nicht gleich zu drakonischen Maßnahmen wie der Deaktivierung der Windows-Updatefunktion greifen. Zumal Sie hier auch vergessen könnten, die Funktion später nach dem Wiederanschluss des Notebooks ans Stromnetz zu aktivieren. Trotzdem empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit zu prüfen, ob erhöhter Traffic stattfindet. Wenn das der Fall ist, können Sie rechtzeitig das Herunterladen von großen Datenmengen ausschalten. Sie retten dadurch wertvolle Minuten Ihrer Akkulaufzeit.

  5. Unnötige Funktionen deaktivieren

    Durch das Deaktivieren nicht genutzter Anschlüsse oder anderer Hardware-Optionen können Sie einige zusätzliche Minuten Laufzeit aus dem Akku herausholen. Nicht jeder Laptop bietet allerdings diese Möglichkeit. Am besten beginnen Sie damit, indem Sie Bluetooth, eingebaute Modems, WLAN und andere unnötige Kabellosverbindungen einfach abschalten.

    Ein großer Stromfresser ist das DVD-Laufwerk. Lassen Sie eine Blue-Ray oder DVD daher nur im Laufwerk, wenn Sie diese tatsächlich benötigen. Ansonsten wird Ihr Akku schnell entleert.

    Ein weiterer Energieverschwender sind beleuchtete Tastaturen. Diese leisten hervorragende Dienste bei der Arbeit in dunkler Umgebung. Läuft Ihr Notebook aber im Batteriebetrieb, sollten Sie lieber darauf verzichten.

    Falls wir nützliche Tipps vergessen haben sollten, dann teilen Sie uns Ihre Vorschläge, wie Sie Ihr Notebook auf eine längere Strecke vorbereiten, doch einfach im Forum mit.

  6. Erzwingen einer längeren Akku-Laufzeit für das Notebook

    Wenn Sie mit einem Windows-Notebook oder einem Windows-Tablet arbeiten, können Sie das Verhalten des Geräts bei einem bestimmten Ladezustand in den Energieoptionen festlegen. Durch die richtigen Einstellungen lässt sich die Akkulaufzeit jedoch deutlich verlängern.

    Die Zeitschemen für die Warnung vor einem niedrigen Akkustand, für das Herunterfahren oder für das Einschalten des Ruhezustands werden in den "Erweiterten Energieeinstellungen" festgelegt. Im Abschnitt "Akku" können Sie unter "Niedrige Akkukapazität" den prozentualen Akkustand vorgeben, bei dem Sie Windows das erste Mal auffordern soll, Ihr Notebook mit einer Stromquelle zu verbinden. Die Zahl in dem Feld, das hinter "Auf Akku (%)" steht, können Sie beliebig verändern. Geben Sie für die Akkukapazität den prozentualen Wert ein, bei dem Windows Ihnen eine Nachricht zum Akkustand zukommen lassen soll. Wenn Sie gar keine Windows-Benachrichtigung wünschen, müssen Sie "Benachrichtigung bei niedriger Akkukapazität" ausschalten, indem Sie die Option auf "Aus" stellen.

    Besonders wichtig ist die Einstellung, die Sie bei "Kritische Akkukapazität" vornehmen können. Bei Erreichen der dort angegebenen Restladung löst Windows die eingestellte Aktion aus. Diese können Sie unter "Aktion bei kritischer Akkukapazität" festlegen. Zumeist sind hier die Optionen "Herunterfahren" oder "Ruhezustand" als Auswahlmöglichkeiten vorgegeben. Wenn Sie in ganz bestimmten Situationen etwas mehr Akkukapazität herausholen möchten, reduzieren Sie einfach bei "Kritische Akkukapazität" den Prozentwert.

    Da die Hersteller in der Regel einen Minimalwert fest vorgeben, dürfte das bei den meisten Notebooks nicht funktionieren. Beim Klick auf "Übernehmen" nach Änderung dieser Zahl springt die Anzeige dann zurück auf den Prozentwert, der zuvor in dem Feld eingetragen war. Die Mehrzahl der Hersteller legt die kritische Kapazität bei fünf Prozent fest. Abhilfe könnte hier das Tool Powercfg.exe schaffen. Hierzu müssen Sie die Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten öffnen. Wollen Sie das kritische Akkulevel des aktuell verwendeten Schemas auf 4 Prozent ändern, geben Sie folgenden Befehl ein:

    powercfg -setdcvalueindex SCHEME_CURRENT SUB_BATTERY BATLEVELCRIT 4

    Nachdem Sie Windows neu gestartet haben, sollte es möglich sein, "4" als Schwellenwert für die kritische Akkukapazität einzugeben.

    Wenn Sie die auszuführende Aktion nach Erreichen des kritischen Akkulevels ebenfalls anpassen möchten, geben Sie einen ähnlichen Befehl ein. Weisen Sie zum Beispiel das Notebook an, keine Aktion auszuführen, wenn das kritische Level erreicht wird, können Sie bis zum allerletzten Moment mit dem Notebook im Akkubetrieb arbeiten. Wenn der Akku leer ist, schaltet sich das Notebook dann aber einfach ab. In dem Fall bleibt Ihnen keine Zeit mehr, um Programme zu schließen oder Dateien zu speichern.

    Mit dem folgenden Befehl ergänzen Sie das aktuell verwendete Energieschema um die Option "Nichts unternehmen":

    powercfg -setdcvalueindex SCHEME_CURRENT SUB_BATTERY BATACTIONCRIT 0

    Diese Tipps sollten Sie wirklich nur in den Situationen anwenden, in denen Sie jede Minute Ihrer Akkulaufzeit brauchen. Wie zuvor bereits erwähnt: Die fast vollständige Entladung Ihres Notebook-Akkus verkürzt dessen Lebensdauer. Aktuelle Lithium-Ionen-Akkus müssen - anders als frühere Akkutypen - nicht mehr vollständig aufgeladen und entladen werden.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
Top-Themen
Mit vermeintlichen Rechnungen versuchen Kriminelle derzeit verstärkt Trojaner auf deutschen Rechnern zu verbreiten.mehr
Auf bestimmte Themenbereiche spezialisierte Suchmaschinen erzielen oft wesentlich bessere Ergebnisse als Klassenprimus ...mehr
Das nächste große Update für Windows 10 wird vor allem die Geschwindigkeit erhöhen. Wir erklären Ihnen, wie das ...mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Gaming
Wie gewohnt geht es im Juli in Sachen Games deutlich gemütlicher zu, als im Frühjahr oder Herbst. Doch auch in den kommenden Wochen erscheinen einige vielversprechende Titel - so ...mehr
Highlights
Das iPhone ist durchdacht und wohl designt – dennoch bietet es zahlreiche Funktionen, von deren Existenz die meisten Anwender nichts wissen. Wir möchten das ändern, und daher ...mehr
Tagtäglich werden Unmengen von Fotos, Videos und Textnachrichten über WhatsApp verschickt. Wer an seinen Chatverläufen hängt, sollte jetzt ein Backup vornehmen.mehr
Anzeige