Windows 11: Upgraden oder lieber neu installieren?

Windows 11: Upgraden oder lieber neu installieren?
Bild 1 von 5

Windows 11: Upgraden oder lieber neu installieren?

© Microsoft

Wenn Ihr Rechner fit ist für das neue Windows 11, können Sie es upgraden oder neu installieren. Letzteres erfordert mehr Aufwand, bietet aber einen Windows-Neustart ohne Altlasten.

Ein Upgrade auf Windows 11 läuft fast automatisch. Sofern Ihr PC dafür ausgestattet ist, also den von Microsoft festgelegten Windows-11-Richtlinien entspricht. Dann wird ein entsprechender Hinweis für das Upgrade an Sie gesendet. Um Ihren Status herauszufinden, müssen Sie die "Einstellungen"-App öffnen, "Update und Sicherheit" auswählen und dann auf den Button "nach Updates suchen" klicken. Falls das Upgrade auf Windows 11 bereits zur Verfügung steht, brauchen Sie bloß noch auf "Herunterladen und installieren" klicken, um es zu starten.

Planen Sie genügend Zeit ein und folgen Sie den Anweisungen. Bevor es losgeht, wird das Installationsumfeld überprüft. Das Setup sucht dann nach inkompatiblen Programmen und Treibern. Wir konnten mit der Installation erst nach der Deinstallation von Virtualbox 6.1.26 beginnen. Im weiteren Verlauf haben wir bestätigt, dass wir "Persönliche Dateien und Apps" behalten möchten. Anschließend klickten wir auf "Installieren", um das Upgrade auf Windows 11 zu starten.

Nun sollte das Setup ohne größere Unterbrechungen durchlaufen. Außer ein paar Abfragen, die zu bestätigen sind, und Neustarts dürften keine größeren Probleme auftauchen. Nach 30 bis 60 Minuten bootet Ihr Rechner und der neue Desktop von Windows 11 erscheint. Sie können nun direkt loslegen und Ihre Apps und Programme starten.

Das sollten Sie zum Upgrade auf Windows 11 wissen:

  1. Kostenlose Window-11-Setup-Medien bei Microsoft besorgen

    Falls das Upgrade auf Windows 11 (noch) nicht in Ihren Einstellungen angezeigt wird, haben Sie die Möglichkeit, das Upgrade auch selbst anzustoßen. Für ein In-Place-Upgrade wird entweder ein bootfähiger USB-Stick oder eine Setup-DVD von Windows 11 benötigt. Auf der Microsoft-Webseite können Sie beides erhalten. Um es Ihnen so einfach wie möglich zu machen, gibt Ihnen Microsoft bei Windows 11 drei Möglichkeiten vor, mit denen Sie in wenigen Minuten ein Setup-Medium bekommen:

    Installationsassistent: Nachdem Sie die rund vier Mbyte große Datei "Windows11InstallationAssistant.exe" heruntergeladen haben, können Sie das Werkzeug mit einem Doppelklick im Explorer starten. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie als Administrator angemeldet sind oder Ihr Konto über Administratorrechte verfügt. Wurde die Kompatibilität Ihrer PC-Hardware durch den Installationsassistenten bestätigt, werden Ihnen die Lizenzbedingungen angezeigt. Klicken Sie auf "Annehmen und installieren", um fortzufahren. Der Assistent beginnt nun mit den Vorbereitungen und lädt die Setup-Dateien aus dem Internet. Sobald das Tool startklar ist, klicken Sie auf den Button "Jetzt neu starten". Danach beginnt die eigentliche Installation auf Ihrem Windows-10-PC. Je nachdem wie leistungsstark Ihr PC ist, kann die Installation von Windows 11 eine gewisse Zeit dauern. Während der Installationsprozedur wird Ihr PC mehrmals neu gestartet. Sie müssen etwas Geduld aufbringen. Schalten Sie den Rechner nicht aus.

    Werkzeug zur Medienerstellung: Das Media Creation Tool müssen Sie als Erstes auf Ihren Windows-10-PC herunterladen. Anschließend klicken Sie im Explorer doppelt auf die Datei "MediaCreationToolW11.exe". Nachdem Sie die Lizenzbedingungen per Klick auf "Akzeptieren" bestätigt haben, müssen Sie die im nächsten Schritt die "Sprache und Edition auswählen". Voreingestellt sind "Deutsch" und "Windows 11". Wenn Sie eine andere Sprache wünschen, müssen Sie vor "Empfohlene Optionen für diesen PC verwenden" das Häkchen entfernen. Um eine Auswahl zu treffen, müssen Sie anschließend hinter "Sprache" in das Aufklappfeld klicken. Nachdem Sie auf "Weiter" geklickt haben, ist das gewünschte Installationsmedium auszuwählen. Zur Auswahl stehen ISO-Datei oder USB-Speicherstick. Die zweite Option erfordert einen USB-Stick, auf dem mindestens noch acht GB Speicher frei sind. Den Stick müssen Sie nun an den PC stecken und auf "Weiter" klicken. Der Stick müsste nun angezeigt werden. Falls nicht, müssen Sie auf "Laufwerksliste aktualisieren" klicken. Sollte der Stick noch immer nicht erkannt werden, sollten Sie den Stick an einen anderen Port stecken. Nachdem nun der Wechseldatenträger in dem Tool ausgewählt wurde, müssen Sie noch auf "Weiter" klicken. Anschließend lädt das System alle notwendigen Dateien und prüft sie. Dies nimmt einige Zeit in Anspruch. Nach Abschluss des Vorgangs meldet sich das System mit "Der USB-Speicherstick ist bereit". Jetzt müssen Sie nur noch auf "Fertig stellen" klicken, um das Tool zu beenden.

    ISO-Download: Vom Windows-11-Setup-Medium wird zusätzlich ein ISO-Image zum Download bereitgestellt. Um es herunterzuladen, gehen Sie zur Windows-11-Webseite und klicken Sie dann auf "Herunterladen". Als Sprache wählen Sie "Deutsch" und bestätigen Ihre Wahl durch einen Klick auf "Bestätigen". Wählen Sie weiter "64-Bit-Download". Nun können Sie die rund 5 GB große Datei "Win11_German_x64.iso" herunterladen. Die Gültigkeit des Links beträgt 24 Stunden. Sie können sofort damit beginnen, die Datei unter Windows 10 zu mounten. Das bedeutet, Sie stellen die Datei als Laufwerk bereit. In aller Regel reicht es hierfür aus, die Datei im Explorer doppelzuklicken. Sollte das nicht funktionieren, gehen Sie über das Kontextmenü und wählen Sie den Punkt "Bereitstellen" aus. Im umrahmten Textabschnitt "USB-Setup-Stick für Windows 11 mit Rufus erstellen" finden Sie eine Anleitung für die Übertragung des ISO-Images auf den USB-Stick.

  2. Ausführung des Upgrades als In-Place-Setup

    "In-Place" lässt sich das Upgrade von Windows 10 auf 11 erst nach der Auslieferung des 10-er-Build 2004 (20H1) ausführen. Vor dem Upgrade müssen Sie deshalb zunächst Windows 10 über die Update-Funktion auf den neuesten Stand bringen. Danach können Sie die ISO-Datei mounten, indem Sie die DVD ins Laufwerk einlegen oder den USB-Stick anstecken. Normalerweise erscheint dann sofort die Ausführen-Option für "setup.exe". Falls nicht, gehen Sie zum entsprechenden Laufwerk, um die Installation durch einen Doppelklick auf die Datei "setup.exe" zu starten.

    Falls Sie über eine schnelle Internetverbindung verfügen, ist bei "Ändern, wie Updates von Setup heruntergeladen werden" die Option "Nicht jetzt" zu empfehlen. Klicken Sie darauf, um das In-Place-Upgrade zu beschleunigen. Wenn Updates oder Treiber zur Verfügung stehen, können Sie diese auch noch später herunterladen. Im darauffolgenden Schritt müssen Sie die Lizenzbestimmungen akzeptieren und können dann die Installation fortsetzen. Wenn Sie Dateien, installierte Apps und Programme sowie Ihre Einstellungen behalten möchten, achten Sie darauf, dass vor "Persönliche Dateien und Apps behalten" ein Häkchen gesetzt ist. Wenn Sie "Persönliche Dateien und Apps behalten" aktivieren, ändert sich nach dem In-Place-Upgrade in dieser Hinsicht nichts. Ganz anders bei "Nur persönliche Dateien behalten". In dem Fall werden alle Einstellungen und Programme gelöscht. Soll dagegen eine komplette Neuinstallation durchgeführt werden, sollten Sie "Nichts" auswählen. Wir entscheiden uns bei unserer Installation für die erste Option. Dabei wird der PC erneut überprüft. Jetzt kommt der Moment, an dem Sie das In-Place-Upgrade das letzte Mal abbrechen können. Möchten Sie das nicht, dann starten Sie mit einem Klick auf "Installieren" das Upgrade. Folgen Sie dabei den Anweisungen, die auf dem Bildschirm erscheinen. Sobald das Upgrade abgeschlossen ist, booten Sie Windows 11.

    Hinweis: Nachdem das Upgrade von Windows 10 auf Windows 11 durchgeführt wurde, verbleiben Ihnen zehn Tage, um zum vorherigen Zustand zurückzukehren. Windows legt hierfür den Ordner "c:\windows.old" an. Um das Ausgangsystem wiederherzustellen, gehen Sie in der Windows-11-Einstellungen-App zu "System > Wiederherstellung". Unter "Vorherige Windows-Version" klicken Sie auf "Zurück", wenn Sie das wirklich möchten. Innerhalb der zehntägigen Frist funktioniert das allerdings nur dann, wenn das Verzeichnis "windows.old" weder über die Datenträgerbereinigung noch von Hand gelöscht wurde.

  3. Die saubere und schnelle Neuinstallation des Windows-11-Systems

    Ihren (neuen) PC booten Sie mit der Windows-11-Setup-DVD oder mit dem USB-Stick und drücken danach eine beliebige Taste. Das Setup von Windows 11 startet nun. Es unterscheidet sich vom bekannten 10er-Setup nur bei den letzten Schritten. Als Erstes müssen Sie auf "Jetzt installieren" klicken und dann einen gültigen Product-Key eintippen. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Product-Key handelt, den Sie soeben gekauft haben oder der Key schon älter ist und von einer vorherigen Windows-Version stammt. Falls der Key im Bios hinterlegt ist, überspringt die Setup-Routine dieses Fenster. Im nächsten Schritt ist die Installationsart anzugeben. Die korrekte Wahl lautet "Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (für fortgeschrittene Benutzer)". Den vorgeschlagenen Datenträger sollten Sie als Installationsziel übernehmen. Doch Achtung: Sämtliche Daten, die sich darauf befinden, werden gelöscht. Möchten Sie die Daten übernehmen, müssen Sie vorher mit Aomei Backupper oder einem anderen geeigneten Tool eine Datensicherung durchführen.

    Folgen Sie den am Bildschirm erscheinenden Anweisungen. Während der Prozedur wird Ihr PC ein paar Mal neu gestartet. Im Setup-Verlauf können Sie diverse Einstellungen und Präferenzen wie beispielsweise das Tastaturlayout auswählen. Sie werden zudem zu verschiedenen Dingen gefragt wie Microsoft-Konto, Namen des PCs, OneDrive, Profile und PIN. Die Mehrzahl der Einstellungen lässt sich später noch nachträglich anpassen. Einstellungen, die in der OneDrive-Cloud gesichert wurden, lassen sich wiederherstellen. Andernfalls wird der PC als neues Gerät eingerichtet. Die Installation wird durch einen Neustart von Windows 11 abgeschlossen. Anschließend wird das System mit Ihren Einstellungen gebootet. Jetzt ist die Installation fertig und Sie können durchstarten.

  4. Umzug von Daten und Programmen

    Beim Aufsetzen eines neuen PCs stellt die Windows-11-Installation nur den ersten Teil dar. Der weitaus größte Teil der Zeit wird von der Installation und Einrichtung der Programme beansprucht, die Sie auf Ihrem System benötigen. Hier müssen Sie allerdings nicht bei null anfangen, sofern Sie sich vorbereitet haben. So sollten etwa sämtliche Seriennummern rasch zur Hand sein. Im Optimalfall wurden diese in einer Textdatei gespeichert und können schnell herauskopiert werden. Die alten Systemdaten sollten idealerweise mit einem Back-up-Tool gesichert sein. Zumindest sollten sie auf einem externen Datenträger, einer Netzwerkfreigabe oder einem Cloudspeicher zugreifbar sein.

    Edge, Chrome und viele andere Programme werden automatisch über das Online-Konto synchronisiert. Nach Anmeldung steht Ihnen von der alten Windows-10-Installation eine 1:1-Kopie zur Verfügung. Bei diversen Programmen wie der Banking-Software Starmoney oder dem Mail-Programm eM Client sollten Sie auf die Exportfunktionen achten. Dadurch können Sie bisherige Daten und Einstellungen leichter übernehmen. Eine mühevolle Neueinrichtung können Sie sich dadurch ersparen. Mit leistungsstarken Tools wie MoBackup, das für 17 Euro erhältlich ist, lassen sich Daten aus Microsoft Office einschließlich Outlook schnell und problemlos übernehmen.

  5. Setup für Windows 11 auf USB-Stick mit Rufus erstellen

    Mit der Freeware Rufus lässt sich ein USB-Stick für das Windows-11-Setup konfigurieren. Im Unterschied zum Microsoft-Tool erfolgt die Medienerstellung nur im BIOS- oder UEFI-Modus. Wenn Sie den Rechner vom USB-Stick booten, kann es mitunter vorkommen, dass Sie die Partition für die Windows-Installation nicht frei auswählen können. Wenn der Setupassistent meldet "Windows kann auf diesem Laufwerk nicht installiert werden", bedeutet dies, der gewählte Installationsmodus, also CSM/Legacy oder UEFI passt nicht zum Partitionsstil Ihrer Festplatte. In dem Fall müssen Sie das Setup abbrechen und die CSM-/Legacy-Variante wählen. Alternativ können Sie die Festplatte auch in GPT (GUID Partition Table) vom Partitionsschema MBR (Master Boot Record) konvertieren.

    Orientieren Sie sich an der Microsoft-Anleitung. Weitere Informationen über das Zusammenspiel von BIOS, GPT, MBR und UEFI finden Sie unter www.pcwelt.de/1902802. In all diesen Fällen empfiehlt sich der Einsatz von Rufus, um den Setup-Stick zu erstellen. Die gezielte Einrichtung des Sticks für den BIOS- oder UEFI-Modus erlaubt eine bessere Kontrolle über das Windows-Setup.

    So gehen Sie vor: Sie können Rufus ohne Installation starten. Hierzu müssen Sie "Auswahl" auf der Bedienoberfläche anklicken und das gespeicherte ISO-Abbild darüber einbinden. Beim "Partitionsschema" steht Ihnen "GPT" und "MBR" zur Auswahl. Je nachdem, was Sie auswählen, ändert sich das Zielsystem entsprechend. Bei Rufus können Sie ebenfalls über die Tastenkombination Alt+E den dualen UEFI/BIOS-Modus auswählen, dies bietet dem Media Creation Tool gegenüber jedoch keinen Vorteil. Moderne PCs bevorzugen die Kombination "UEFI" (ohne CSM) und "GPT". "MBR - BIOS" sollten Sie nur bei 32-Bit-Systemen auswählen. Die Voreinstellung für das Dateisystem ist "NTFS". Dem Laufwerk geben Sie nach Möglichkeit einen aussagekräftigen Namen wie beispielsweise "Windows-Setup-Stick - nur UEFI". So wissen Sie später immer genau über den Verwendungszweck des Sticks Bescheid. Klicken Sie auf "Start" und "OK", um mit der Konfiguration des Datenträgers zu beginnen. Er erlaubt sowohl eine Neu- als auch eine In-Place-Installation von Windows 11.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
Top-Themen
Bei Aldi Nord bietet sich nächste Woche ein wahres Schnäppchen: Eine Apple Watch lässt sich dort wesentlich günstiger ...mehr
Mit ihren enormen Rechenleistungen gelten Quantencomputer als die großen Hoffnungsträger in der Informationstechnologie.mehr
Wer am PC spielt, spielt am Schreibtisch – und wer am Schreibtisch sitzt, benötigt einen bequemen Stuhl. Das gilt ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.