Opel Speedster (2001-2005): Klassiker der Zukunft?

Opel Speedster
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Opel Speedster

© Motor1

Auf Basis der Lotus Elise brachte der Speedster etwas Pep in das verschlafene Image von Opel

Unsere geschätzten Leser haben bestimmt schon einmal die Rubrik "Kennen Sie den noch?" studiert. Dort stellen wir Autos von früher vor, die inzwischen fast vergessen sind. Doch was ist mit den Modellen, die durchaus noch zahlreich im Straßenverkehr umherfahren? Jene Typen, die jeder kennt, die schon deutlich über 20 Jahre, teilweise aber auch viel weniger auf dem Buckel haben.

Werden sie einmal Oldtimer? Das birgt Zündstoff für kontroverse Diskussionen. Einige dieser Modelle wollen wir in unserer Reihe "Klassiker der Zukunft?" vorstellen.

Im Jahr 2021 sind viele begeistert von den neuen Opel-Modellen wie Mokka und Astra und schwärmen von ihrem mutigen Design. Durchaus zu recht, aber schon vor 20 Jahren sorgte ein neuer Opel für Aufsehen. Dürfen wir vorstellen: den Speedster. 

In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre beschloss General Motors, das Fehlen eines leistungsstarken Modells in der Opel-Produktpalette auszugleichen und das Gesamtimage einer Marke zu beleben, deren Angebot eher auf die Bedürfnisse von Familien als von Sportfahrern ausgerichtet war. Und nichts schien geeigneter als ein Roadster, ein zu dieser Zeit sehr erfolgreicher Fahrzeugtyp.

Die komplette Eigenentwicklung eines solchen Modells wäre jedoch eine Herausforderung gewesen, die man nicht von Grund auf hätte bewältigen können. Daher entschied man sich, ein Unternehmen mit Erfahrung in diesem Bereich wie Lotus zu beauftragen, das zwischen 1986 und 1993 zu dem Detroiter Konzern gehörte. 

Der Opel Speedster, so der Name des kleinen Sportwagens, entstand auf der Basis des Plattform und der Karosserie der leichtgewichtigen Elise und debütierte als Prototyp auf dem Genfer Automobilsalon 1999. Der dort erzielte große Erfolg beim Publikum gab den endgültigen Anstoß für den Beginn der Serienproduktion, die 2001 begann und von Lotus überwacht wurde, wo der Speedster im Werk Hethel neben der Elise selbst gebaut wurde.

Von der Elise erbte der Speedster die Architektur und das mechanische Layout, also Mittelmotor, Hinterradantrieb und ein Leichtbau, der durch die Kombination einer Aluminiumstruktur mit einer Glasfaserkarosserie erreicht wurde. Wie nicht anders zu erwarten, sind auch die Abmessungen mit einer Länge von knapp 3,80 Meter, einer Breite von 1,70 Meter und einer Höhe von nur 1,17 Meter in etwa gleich geblieben.

Motor und Innenraum wurden so weit wie möglich von Opel angepasst, das seinen 147 PS starken 2,2-Liter-Ecotec-16V-Vierzylinder einbaute. Bei einem Auto, das nur 870 kg wiegt, reichte das für den 0-auf-100-Sprint in 5,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Trotzdem vermisste so mancher die Bissigkeit des Motors.

Also ergänzte man 2003 die Speedster-Modellpalette um den 2.0 Turbo aus dem Astra OPC, der 200 PS und überzeugendere Zahlen mitbrachte: Eine Höchstgeschwindigkeit von 243 km/h und 4,9 Sekunden klangen schon deutlich besser, allerdings stieg auch das Gewicht auf 930 kg.

Parallel gab es kleinere Änderungen an der Optik. Da der Turbo sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter schon ab 1.950 U/min zur Verfügung stellte, entpuppte sich diese Version bald als deutlich beliebter als der 2.2 mit 203 Nm bei 4.000 U/min. 36.500 Euro betrug der Grundpreis des Turbo.

Die Turbo-Variante hatte ein mehr neutral abgestimmtes Fahrwerk, andere Räder, einen Wasser-Öl-Wärmetauscher, eine zusätzliche elektrische Hilfswasserpumpe, einen Frontgrill ohne Steg und Seitenteile mit ausgestellten Lufteinlässen sowie einer Heckabrisskante zur Reduktion des Auftriebs.

Außerdem gab es Unterschiede bei den Frontscheinwerfern, Heckleuchten (innen schwarz statt silber), der Heckklappe und dem Hardtop. Apropos Heck: In den Kofferraum des Speedster passten 206 Liter, beim Turbo etwas weniger. Innen zeigte sich der Turbo ebenfalls geändert und aufgewertet.

Der Speedster, der mehr für das Image als für finanziellen Gewinn gebaut wurde, blieb bis 2005 im Programm, bevor er durch den komfortableren Opel GT auf der Basis des Saturn Sky ersetzt wurde. In etwas mehr als vier Jahren wurden ziemlich genau 8.000 Exemplare hergestellt, darunter auch die britische Variante Vauxhall VX220.

Heute sind Opel Speedster auf dem Gebrauchtwagenmarkt selten geworden und haben ihren Preis: Gute Exemplare sind kaum unter 20.000 Euro zu bekommen, der Turbo kaum unter 30.000. Jede Wette, dieser Wagen wird einmal zum Liebhaberstück.

Quelle: Motor1.com
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